Lexikon der Trauerkultur

Abbitte leisten

Ist gleichzusetzen mit Abschied nehmen.

Abdichten von Särgen

Gegen das Austreten von Flüssigkeiten aus einer verstorbenen Person muss ein Sarg bei einer Erdbestattung gut abgedichtet sein, damit das Erdreich geschützt bleibt.
Zur Abdichtung von Särgen benutzt man vergängliches Material, z.B, Ölpapier, Bitukrepp, verrottbare Folien oder sonstige Sargfüllstoffe.
Der gesamte Boden muss etwa 15 cm hoch ausgeschlagen sein.
Wird der Boden zu hoch ausgeschlagen kommt es zur sogenannten Wachsleichenbildung.
Eine Sargmatratze, die ca. 10 cm hoch ist, wird zusätzlich hineingelegt.

Ableuchten

In Niederösterreich gebrauchte Sterbekerzen

Absente cadavere

Totenmesse, ohne Verstorbenen.

Achatius

Sterbepatron, der in Todesängsten gerufen wird
„…bitte für uns, wenn die erste Stunde des Todes herannaht, und die Seele bei der Erinnerung an die
vielen Sünden in Ängsten ist, vor dem göttlichen Richter zu erscheinen, damit wir in diesem letzten
und wichtigsten Kampfe wie du glücklich bestehen.“

Acht

Im Mittelalter konnte man über Mörder die Acht verhängen, das bedeutete, dass der Geächtete von
jedermann getötet werden konnte.

Adam und Eva

Mit deren Sündenfall kam der Tod in die Welt. Die selbstverschuldete Bestimmung des Menschen
zum Tod wird über die Erbsünde weitergegeben. Nur Christus, der selbst ohne Sünde war, kann den
Mensch vom Tod erlösen.
Die lässlichen Sünden kann die Kirche vergeben, die Todsünden nicht. Der Mensch muss dann Angst
vor der ewigen Höllenstrafe haben, aber bis zum letzten Atemzug kann er sich bekehren, weshalb der
Sterbestunde eine große Bedeutung zukommt.

Adamsschädel

Der Kopf ist nicht nur Symbol des Todes, sondern auch ein Hinweis auf die Sünde, die zum Tod führt.
Adam = erster sündiger Mensch.
Am Fuße eines Kruzifixes ist meist ein Totenkopf über gekreuzte Gebeine, er nimmt Bezug auf die
Kreuzigungsstätte Jesu in Golgatha.

Agonie

Anderes Wort für Sterbestunde.

Ahnenfriedhof

Bezeichnet eine Grabstelle von sogenannten Ludendorffanhängern, eine kirchenfreie Gemeinschaft.
1930 entstand in Seelenfeld ( Westfalen) die erste Grabstätte dieser Art. Der Ahnenfriedhof wurde
um ein Hünengrab herum angelegt und wurde nur durch Bäume wie Eichen, Birken und Buchen
bepflanzt. Grabsteine gab es nur in Form von Findlingen.
In Deutschland gibt es noch in Hude / Oldenburg und in Conneforde / Westerstede.
Es sind alles Privatfriedhöfe.

Allerheiligen

War ursprünglich ein Fest zum Gedenken an alle unbekannten Heiligen, gefeiert wurde das Leben, in
das sie eingegangen sind.
Heutzutage wird dieser Feiertag am 01. November eines jeden Jahres in einigen Bundesländern
begangen. Ein Grabbesuch mit Blumenschmuck und Grabschmuck (Kerzen) und eine Gräbersegnung
finden statt. Früher gab es im Anschluß an dieses Ritual noch eine Totenspeise.

Allerseelen

Ab 1915 von Papst am 02. November eines jeden Jahres eingeführter Gedenktag für die Katholiken.
Gedenktag für alle Verstorbenen, aber heute übernimmt der Allerheiligentag am 01. November die
Funktion dieses Tages.

Allerseelen-Licht

Diese „ewige“ Lichter unterhielt man früher in Kirchen sowie auf den Erbbegräbnisstellen.
Später wurden Einzelgräber erlaubt, die individuellen Grablichter / Grablaternen setzten sich durch.
Sie waren oval, birnenförmig, manchmal paarweise angebracht, stehend oder hängend in Ampeln.
Die Gläser dieser Laternen waren blau oder rot.
Besonders an Allerseelen werden diese Lichter entzündet, manche tun dies ganzjährig.
Die Evangelischen nutzen diese Lichter genau wie die Katholiken.
Zu Hause entzündet man eine Pfennigkerze oder einfache Wachsstöckerl.(Opferkerzen)

Allerseelenbüchse

In Bayern und Österreich gibt es in Wirthäusern eine Sammelbüchse für die in dem Jahr verstorbene Stammgäste.
Nach Allerheiligen hat man mit diesem Geld eine Messe gehalten.

Allerseelenkranz

Allerseelenkränze werden von Blumenbinderinnen aus Rosen, Palmzweigen, Lorbeerzweigen und Chrysanthemen gebunden.
Zwischen 1850 – 1920 wurde dieser Kranz in München auf dem Allerseelenmarkt angeboten.

Allerseelenrosenkranz

Er wird ausdrücklich nur für die Arme Seelen gebetet. Wichtig ist der Gebetszusatz:
„O Herr gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen“
Es eignen sich für dieses Gebet besonders die Rosenkränze mit den Leidenswerkzeugen Christi oder man nimmt Gebetszählschnüre mit dem zusätzlich sechsten Gesetz.
Im 19. Jahrhundert gab es eigens dafür vorgesehene 40 Perlen Rosenkränze.

Alpinismus

Bergtod

Ämterstein

Regional z.B., in Hamburg heißen die Zünfte oder Gilden Ämter.
Diese Gruppen hatten gemeinschaftliche Grabstätten ( Genossenschaftsgräber ).
Diese Grabstätten wurden mit einem Ämterstein geschmückt.

Amtsärztliche Leichennachschau

Wird von einem neutralen Amtsarzt durchgeführt im Falle einer Einäscherung, zur Ausstellung des Leichenpasses oder wenn der Verdacht auf eine ansteckende Krankheit gegeben ist und diese Krankheit Ursache des Todes ist. Diese Leichenschau findet meist im Krematorium statt.
Ebenso kann ein unnatürlicher Tod festgestellt werden, der vielleicht bei der ersten Arztuntersuchung verborgen blieb. (Mord)
Dieser Arzt verlangt eine Gebühr, die an die Hinterbliebenen durch den Bestatter weitergegeben wird.

Amulett

Jeder Gegenstand, der am Körper getragen wird, kann die Funktion eines Amulettes haben.
Die geweihten Gegenstände sollen vor Unheil und bösen Kräften schützen, insbesondere vor dem Tod.

Anatomie

Sind Lehr- und Forschungsstätten der Medizinischen Hochschulen.
Zu Lebzeiten können Menschen Ihren Körper zu Lehrzwecken dem Institut spenden. Die präparierten Körperteile werden im dortigen Institut aufbewahrt und verbleiben dort. Der verbleibene Körper wird ca. 1 Jahr nach dem Todeseintritt freigegeben und kann nun beigesetzt werden, die Kosten dafür wird vom Institut übernommen. Man kann aber auf eigene Kosten einen anderen Beisetzungsort wählen, denn die Institute haben meist eine Urnengemeinschaftsanlage für solche Spender, die nicht jeden Geschmack der Hinterbliebenen trifft und diese vielleicht lieber doch eine namentliche Nennung wünschen.

Anatomisches Theater

Leichenöffnung

Anniversartuch

Hohen Persönlichkeiten wurde zu ihren Jahrestagen diese Tücher über dessen Grabplatten in den Kirchen gelegt.

Anonyme Urnenfelder

Sind Urnengemeinschaftsanlagen ohne Namensnennung der Verstorbenen.
(auch „auf die Wiese“ genannt)
Diese Felder sind meist Haine, Rasenflächen oder mit Dauerpflanzen begrünt.
Beachten Sie:
Ausbettungen sind nicht möglich. Grabsteine / Kreuze können nicht selbst aufgestellt werden. Bepflanzungen sind untersagt.
Meistens lassen sich die Friedhöfe deswegen gesonderte Papiere unterschreiben.

Anteilnahme

Herzliche Anteilnahme / Herzliches Beileid / Aufrichtiges Beileid sind wohl bei uns die gängigsten Beileidsbekundungen für die Hinterbliebenen.
In einigen Kölner Vororten war es bis 1937 üblich, aus Anteilnahme heraus alle Fenster zu schließen, bis die Beisetzung vorüber war.

Anzeigefrist eines Verstorbenen

Der Tod eines Menschen muss dem zuständigen Standesamt angezeigt werden, in dessen Bezirk oder Stadt er gestorben ist.
Am folgenden Werktag (nächster Arbeitstag des Standesamtes) muss dies spätestens in mündlicher oder schriftlicher Form erfolgen.

Arbor infelix

Während der Kreuzigungen im Altertum galt der Arbor infelix, so wie ihn die Römer nannten, als gängige Hinrichtungsart. An einen Baumstamm bzw. Holzpfahl henkte, fesselte oder nagelte man Menschen fest. Man wollte mit dieser Hinrichtungsart den Todeskampf schmerzhaft verlängern. Sofern die Verurteilten nicht an der vorausgehenden Folterung starben, waren sie an den Holzpfählen dem Erfrieren und Verdursten ausgesetzt.

Arma Christi

Auch Waffen Christi bezeichnet, sind die Werkzeuge, mit denen Christus der Tod zugefügt wurde.
(Dornenkrone, Geißel, Lanze, Zange, Hahn, Lampe, Schwert)
Die echten Arma werden an unterschiedlichen Orten aufbewahrt, zählten zu den Reliquien der Christen.

Armenbegräbnis

Auch noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war es durchaus üblich, dass man in einem Massengrab beigesetzt wurde, hatte man kein Geld.
Solche Armenbegräbnisse fanden ohne Priester und ohne Trauergemeinde statt.
Die dafür vorgesehenen Stellen waren:
Massengräber auf Kirchfriedhöfen, Elendseite des Kirchhofes auf Fremdenfriedhöfen, Bestattungen an der Straße Feldbegräbnisse.
Die Armenstunde (Zeit des Begräbnisses) wurde bei den Armen zwischen 1 – 2 Uhr Nachmittag festgelegt. (Beispiel Münster)

Armesünderfriedhof

Bestattung von Verbrechern, Hingerichteten und Selbstmördern auf ausgegrenzten Friedhofsbereichen, z.B. Feldbegräbnis.

Ars moriendi

Bedeutete „Die Kunst gut zu sterben“.
Im Mittelalter entstand eine Literaturrichtung, die der Vorbereitung auf den Tod dienen sollte. Sie gibt Anweisungen in der Sterbestunde, dass man den irdischen Besitz nicht halten soll, der Gnade Christi vertrauen soll.
Das Buch soll eher Hilfestellung zur Sterbebegleitung von Priestern gewesen sein.
Für die Laien gab es bebilderte Ausgaben zum besseren Verständnis.

Ärztliche Leichenschau

Kann jeder Arzt unvermittelt nach Eintritt des Todes am Verstorbenen durchführen, um

  • Den Tod festzustellen
  • Einen unnatürlich aussehenden Tod aufzudecken ( Kunstfehler, Verbrechen etc)
  • Gemeingefährliche und ansteckende Krankheiten aufzudecken
  • Scheintote zu verhindern
Asche

Asche ist im kirchlichen ein Zeichen der Buße.
Aschermittwoch hat seinen Namen daher, die Gläubigen lassen sich mit dem Aschekreuz zeichnen. (z.B, in Kreuzform auf den Haupt gestreut). Die Asche wurde traditionell aus den Palmzweigen des letztjährigen Palmsonntag gewonnen.
Der Priester spricht: „Gedenke, o Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“.
Im Mittelalter zeichnete man einen Sterbenden Asche in Form eines Kreuzes entweder auf seine Brust oder seine Stirn.
Im Kloster bettete man die Verstorbenen auf ein Tuch mit Asche bestreut. ( Cilicium )

Aspergill

Instrument zum Versprengen von Weihwasser, das häufig bei religiösen Trauerfeiern verwendet wird.
Besteht aus Metall.

Aufbewahrung

Zurschaustellung einer verstorbenen Person in einem offenen / geschlossenen Sarg in einem dafür vorgesehenen Raum (Kirche, Friedhofshalle, Friedhofskapelle, zu Hause beim Verstorbenen, in einigen Krankenhäusern / Hospizen) zur Abschiednahme durch die Angehörigen oder zum Aussegnen von religiösen Gemeinschaften.
Je nach Wunsch bespricht der Bestatter im Detail, wie die Aufbahrung aussehen soll. Individuelle Wünsche greift der Bestatter auf, kann den Sarg mit Tüchern / Blumen schmücken, die unmittelbare Umgebung z.B, mit Kerzen, Rednerpult, Standkreuz (hinter dem Sarg), Weihwasserbehälter.
Früher auch Totenwache genannt, dabei wurde meist der Brautanzug / Abendmahlskleid angezogen. Dem Toten wurden die Hände gefaltet, man gab ihm den Rosenkranz in die Hand, Gebetsbuch oder Sterbekerze.

Auferstehung

Die Auferstehung Christi ist die Grundlage für die im Glaubensbekenntnis ausgesprochene Gewissheit einer Auferstehung aller Toten.
Die Möglichkeit des doppelten Ausgangs gab es, entweder in den Himmel oder in die Hölle.

Ausschlagung eines Erbes

Nach § 1944 Abs.1, 2 Satz 1 BGB muss spätestens nach 6 Wochen eine Ausschlagung des Erbes erfolgen von Zeitpunkt an gerechnet, als der Erbe Kenntnis vom Ableben des Erblassers erhielt.

Aussegnung

Bevor der Tote das Sterbehaus verlässt, wird er ausgesegnet. Es zählt zu den wichtigen Übergangsriten.
Der Sarg wird danach verschlossen und kann beigesetzt werden.
Bei Urnenbeisetzungen erfolgt eine Aussegnung an der Urne, bevor sie beigesetzt wird.
Ein Geistlicher tut dies.

Auströsten

= Sterbesakramente empfangen

Baha´i

Versorgung des Leichnams:
Das Waschen und Anziehen erfolgt durch die Angehörigen, Kleidung besteht aus einem oder mehreren Seiden- oder Baumwolltüchern.
Ist der Verstorbene älter als 15 Jahre, bekommt er einen Ring mit der Aufschrift:
„ Von Gott kam ich und zu ihm kehre ich zurück, losgelöst von allem außer ihm, mich klammernd an seinen Namen, der Barmherzige, der Mitleidvolle“
Besonderheit:
Der Weg zwischen dem Sterbeort und der Grabstelle muss in max. einer Stunde zurückgelegt werden können.
Gestaltung der Trauerfeier:
Das Totengebet ( bei über 15 Jährigen ) dauert allein schon 15 min. Es folgen Aus züge aus den Schriften der Religion und die Ansprache eines Baha ´i. Selten gibt es musikalische Umrahmungen. Die Angehörigen gestalten den Raum selbst.
Bestattung:
Erdbestattung ist zwingend. Der Sarg wird nicht geöffnet und besteht aus hartem Edelholz. Der Sarg steht in Richtung der Grabstätte nach Akko (Israel) Manchmal ist das Totengebet erst an der Grabstelle.

Bahrtuch

Andere Bezeichnungen dafür sind: Decke, Leichenlaken, Totenlaken, Trauerlaken.
Diese Tücher wurden früher oft beim Transport auf den Sarg gelegt, es waren meist schwarz gefärbte Tücher mit todesbezogenen Sprüchen und Versen, ausgeschmückt mit Vergänglichkeitssymbolen.
Heute sind diese Tücher nicht mehr in Gebrauch, obwohl es sie noch gibt.

Balsamierung

= unverweste Tote

Beerdigungskuchen

Beerdigungskuchen siehe Leichenschmaus
Der Leichenschmaus galt als eine Art Trennung. Er hatte eine soziale Funktion in der Dorfgemeinschaft. Alle aus der Dorfgemeinschaft gingen gemeinsam zum Grab, um sich vom Verstorbenen zu verabschieden. Da mit dem Verstorbenen die Gemeinschaft „beschädigt“ wurde, wurde mit dem Leichenschmaus wieder die Dorfgemeinschaft als Lebensgemeinschaft zusammengefügt. Als Leichenschmaus gab es nur „trockenen“ Kuchen und für die Männer eventuell ein Bier. Das hatte den Hintergrund, dass sich die Familie des Verstorbenen aufgrund des Leichenschmauses nicht in Schulden stürzen sollte. War der Kuchen aufgegessen, sind die Bewohner des Dorfes nach Hause gegangen.
Im Wandel der Zeit entwickelte sich der Leichenschmaus von einer richtigen Mahlzeit zum Trauerkaffee. Butterkuchen sowie Streuselkuchen wurden als Beerdigungskuchen gereicht.

Begarden / Beginen

Menschen mit ähnlichen Aufgaben und Lebensformen, die sich zusammenschlossen.
Diese leisteten auch Totengräber- und Sargträgerdienste.
Die weiblichen Beginen pflegten auch Kranke, zusätzlich halfen sie bei der Leichenpflege, sie halfen beim Einsargen oder nähten die Verstorbene in Leichentücher, sorgten für die Veröffentlichung der Todesnachrichten und nahmen am Leichenzug teil. Zusätzlich leisteten sie auch Seelendienst. Sie hielten Wache am Grab, sie waren kundig in vielerlei Dingen, sodass sie oft der Ketzerei verdächtigt wurden. Als Kleidung trugen sie einen weißen Schleier und lebten in sogenannten Seelhäusern meist in der Nähe zur Kirche.

Begleitkutschen

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts konnte jedermann, der es sich leisten konnte, beim Bestatter sogenannte Lohnkutschen anmieten, die den Leichenzug begleiteten.
In den Niederlanden ist es heute noch üblich repräsentative Limousinen als Begleitwagen zu benutzen, wenn eine gehobene Bestattung ist.

Begräbnisklassen

In München sorgte erstmals 1828 die erste Preisliste für die Sicherstellung eines festen Preises für alle Leistungen des Bestatters.
1898 entstand ein Bestellbuch mit 5 Begräbnisklassen, also 5 unterschiedliche Qualitätsstandarts der Produkte.
In Wien sind diese Klassen immer noch aktuell.
In Deutschland haben einige Bestatter „Pakete“ mit unterschiedlichem Preisniveau im Programm.

Begräbnisrecht

Das Recht, Bestattungen durchzuführen, ist auf gewisse Personenkreise (Privatfriedhöfe) oder Institutionen beschränkt. Früher hatte die Kirche das Monopol, später konnten auch Landesherren bzw. Grundbesitzer sich eigene Grüfte bauen. Dort konnten Menschen ihres Standes beigesetzt werden.
Heute ist es so, dass in der Mehrheit die Kirchen noch das Recht haben beizusetzen, aber es gibt auch immer mehr private Friedhöfe oder Kommunale Friedhöfe.

Begräbnisreform

Zu den Maßnahmen gehörten die Errichtung von Leichenhäusern, um Scheintote zu verhindern genauso wie die hygienischen Zustände zu verbessern. (um 1794)
Es wurde angeordnet, die Verstorbenen innerhalb von 48 Stunden beizusetzen.
Reihengräber lösten die Massengräber ab.

Begräbniszeiten

Bis zum 19. Jahrhundert hatten die unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft unterschiedliche Bestattungszeiten, die regional variierten.
Heute sind Bestattungen von Montag – Samstag von Friedhof zu Friedhof verschieden, wobei die kirchlichen Friedhöfe meist nur von Montag bis Freitag beisetzen.

Beileid

Kondolieren war zunächst in Städten eine Sitte, um Ersatz für den Wegfall von Verpflichtungen gegenüber den Nachbarn zu haben.
Die Nachbarn nahmen nicht selbst die Beileidsbekundungen in Empfang, sondern ein dazu bestimmter Mann (Leichenvater) nahm sie entgegen.
Seit dem 18. Jahrhundert drückte man in Form von Trauerbriefen das Beileid aus.
Heute gibt es natürlich die Trauerkarten in jeglicher Form, persönlich wird meist am Grab nach der Beisetzung kondoliert.

Beinhaus

Hier wurden die verbliebenen Gebeine das 2. Mal bestattet, um eine Neubelegung des Grabes durchführen zu können. Die Ruhefristen einer solchen Grabstelle waren früher viel kürzer als heute.
Im Beinhaus wurden meist Oberschenkelknochen und Schädel aufbewahrt, meist kunstvoll geschichtet. Mancherorts wurden die Schädel mit Namen und Lebensdaten gekennzeichnet, auch mit Blumenmotiven bemalt.
In Kärnten gibt es besonders charakteristisch die Rundkarner, auch in der Steiermark sowie der Oberpfalz.
In Tirol sowie in der Schweiz waren die Beinhäuser doppelgeschossig mit rechteckigem Grund.

Beinhaus Hallstadt / Österreich

Im weltberühmten Hallstätter Beinhaus befinden sich rund 1200 Totenschädel von Verstorbenen. Die meisten davon sind beschriftet und mit kunstvollen Ornamenten verziert.
Im Hallstätter Beinhaus, auch Karner oder Ossuarium (von caro = Fleisch, os = Knochen) befinden sich rund 1200 Schädel von Verstorbenen vom Friedhof in Hallstatt. An die 700 Schädel sind bemalt.
Der Brauch der Schädelmalereibegann hier um das Jahr 1720, es werden jedoch seit Beginn des 17. Jahrhunderts Totenköpfe im Beinhaus als eine Art zweiter Bestattung aufbewahrt. Entstanden ist das Ganze vermutlich nicht – wie lange Zeit angenommen – aus dem akuten Platzmangel am Friedhof, sondern aus der Tradition einzelner Familien heraus. So wurde nie allgemein exhumiert.
Der Verstorbene bleibt meist 10-20 Jahre im Grab, bis der Schädel aus der Erde genommen wird, danach vom Totengräber gereinigt wird, und anschließend zum Bleichen in Sonne und Mond im Freien aufgestellt wird. Die Bemalung erfolgt nach Gutdünken des Malers, es sind jedoch verschiedene Bemalungen in bestimmten Zeitspannen bemerkbar.
Heute werden nur noch vereinzelt Schädel im Beinhaus beigesetzt, auf besonderen Wunsch ist es jedoch nach wie vor möglich. Dies gilt für katholische ebenso wie für evangelische Christen, es werden auch beide Konfessionen auf dem gleichen Friedhof bestattet. Sicherlich ein positiver Beitrag zur Ökumene.

Quelle

Beisetzung der Aschenreste

Aschenreste können in der Aschenkapsel oder umschließend in einer Überurne (Schmuckurne) beigesetz werden.
Ausnahmen sind Seebestattungen / Naturbestattungen etc. da gelten besondere Regeln für die Umwelt. Meist kommt es zu Umfüllungen in speziell angebotenen Aschegefäßen, die schneller vergänglich sind und die Umwelt nicht belasten.
In besonderen Fällen kommt es sogar zur Beisetzung ohne jegliches Behältnisses.
(Streuwiese, Asche in den Wind verstreuen…)

Bepflanzung von Friedhöfen

Bis in das 18. Jahrhundert waren mehr Gras und Nutzpflanzen auf dem Friedhof anzutreffen, der Ertrag dieser Pflanzen stand dem Pfarrer, Mesner oder Totengräber zu.
Der Grund wurde entweder durch eine Hecke oder eine Mauer begrenzt, um Tiere mitunter fern zu halten.
1784 erarbeitete der Mediziner Johann Friedrich Gmelin einen Plan aus für die Bepflanzung eines Friedhofes aus hygienischen Gründen.
Beispielsweise wurden dem Ort zugewandte Seite des Friedhofes hohe Bäume gepflanzt, die dem Boden Feuchtigkeit entziehen sollten und durch dessen Windbewegungen sollten die Baumkronen „die schlechte Luft“ ableiten.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese Fehler korrigiert, jetzt sollte die Verschönerung des Friedhofes im Vordergrund stehen, auch um nach Schließung eines Friedhofes eine Parkähnliche Fläche zu haben.
In der heutigen Zeit kann je nach Friedhofordnung des Friedhofes fast alles an einer Grabstätte (Familiengrab) individuell verziert werden, sei es eine Umfriedung von Buchs oder Pflanzung von kleineren Büschen und Bäumen.

Beschaffenheit der Särge bei Einäscherung

In Deutschland ist es vorgeschrieben, dass eine Einäscherung immer im Sarg vollzogen werden muss (und auch wird!).
Die Beschaffenheit der Särge muss der VDI – Richtlinie „3891 – Emissionsminderung – Einäscherungsanlagen“ entsprechen.
Sie müssen aus Holz sein (Keine Metallsärge oder Einsätze aus Metall, ohne Beschläge).
Ungeeignet sind Särge aus Pappe, da sie eine zu geringe Verbrennungswärme erzeugen.
Die Innenausstattung eines Sarges sollten vor allen Naturfaser sein, das gilt auch bei der Kleidung der
Verstorbenen.

Beschreien

Es gibt im Sprachgebrauch „dass man etwas nicht beschreien sollte“.
Früher galt das Beschreien, dass man jemanden etwas anhext, so etwa auch den Tod.
Den Namen eines kleinen Kindes etwa durfte vor der Taufe nicht genannt werden.
Beschreien zählt zu den Schadenszaubern.

Bestatter

Das Wort Bestatter leitete sich vom Wort „Bestätter“ oder „Güterbestätter“ ab. Eine ältere Bezeichnung war auch Leichenbesorger, in Wien nannte man die Menschen Pompfunebrer.
Der Bestatter von heute bietet seine Dienstleistungen rund um die Bestattung an.
Waren früher Pferdekutschen als Fahrzeug unterwegs, so werden die Verstorbenen in sämtlichen Luxuslimousinen abgeholt.
Der Bestatterberuf ist seit einigen Jahren auch in Deutschland offiziell ein Ausbildungsberuf.

Bestatterkoffer

Bestatterkoffer
Der Bestatterkoffer dient als Hilfsmittel zur Grundversorgung des Leichnams.
So könnte am Beispiel des Inhaltes eines Bestatterkoffers von der Firma LAVABIS ein Bestatterkoffer bestückt sein.

Inhalt LAVABIS Bestatterkoffer:

Bestattung im Judentum

Keine Bestattung funktioniert ohne Rabbiner bzw. ohne Hilfestellungen der jüdischen Gemeinde.
Nach Eintritt des Todes darf der Verstorbene nicht allein gelassen werden. Es wird eine Totenwache gehalten, man liest und hört Psalme. Nach einer rituellen Waschung schließt sich eine Ankleidung von schlichten Totenhemden und eine Einsargung in einen schlichten Sarg an. Verstirbt ein männlicher Verstorbener so wird er mit seinem Gebetsschal eingebettet, nachdem die Fransen des Schals abgeschnitten wurden.
In Israel erfolgt die Bestattung ziemlich zeitnah des Todes, aufgrund der klimatischen Bedingungen erfolgt die dortige Zeremonie/ Bestattung ohne Sarg.
Juden meiden Luxus bei Bestattungen, meistens produziert ein Schreiner einen einfachen aus Weichholz gefertigten Sarg, der in Deutschland noch notwendig ist. (außer auf einigen Friedhöfen Dt.)
Ohne Kränze und Blumen wird die Beisetzung meist als Erdbestattung durchgeführt, als Symbol von aller Menschen Gleichheit im Tod.
Im modernen Judentum kommt es aber auch zu Einäscherungen bei denjenigen, die eine körperliche Auferstehung grundsätzlich ablehnen. Man geht mit der Vorstellung einher, dass die Seele vom Leib getrennt wird. Die ewige Seele muss gepflegt werden, der Leib respektiert. Aber auch bei Einäscherungen, wird die Urne im Sarg beigesetzt.
Jüdische Gemeinden haben das Recht, eigene Friedhöfe zu unterhalten, für Juden das sogenannte „Haus der Ewigkeit“. Ewig bleiben auch die Grabstellen bestehen, schlicht, nur mit Grabsteinen, manchmal Efeu umwachsend. Es existiert keine Pflege der Gräber, die Pflege überlässt man der Natur.
Hinterbliebene Besucher der Grabstellen, bringen meist nur Steine mit zum Grab, keine Blumen, sie sollen an die Wüste erinnern, wo Grabstellen mit einer Anhäufung von Steinen geschützt werden sollten.
Männliche Besucher haben immer eine Kopfbedeckung zu tragen.
Versorgung des Leichnams:
Chewra Kadischa ( jüdische Beerdigungsbruderschaft ) versorgen den Verstorbenen. Meist in separaten Räumen werden Hose, Überhemd mit Gürtel (ohne Knoten zu machen ) angezogen. Auf den Kopf kommt eine Haube. Alles ist in weiß.
Gestaltung der Trauerfeier:
Schlichte Ausstattung des Raumes, Kerzen und Pflanzen sind möglich, es gibt keinen Altar, nur ein Pult. Die Angehörigen sitzen im Raum vorn, die Trauergemeinde weiter hinten.
Der Sarg ist immer geschlossen, zeigt mit den Füßen Richtung Tür. Ein Redner wird von der Gemeinschaft gestellt, musikalische Umrahmung ist möglich, aber unüblich.
Bestattung:
Nur Erdbestattung für Gläubige. Die Sargträger stellt wiederum die Gemeinde. Der Sarg wird im Beisein der Angehörige ins Grab gesenkt. Die Richtungen der Gräber sind alle in südöstlicher Richtung ( Richtung Jerusalem ) angelegt. Der Sarg besteht aus unbehandeltem Holz ( so gering als möglich behandelt) und hat Schlaufen als Griffe, die aus einfach gefertigten Tauen bestehen.

Bestattung von Muslime

Eigentlich benötigen sie separate Friedhöfe und Räume für ihre rituellen Handlungen.
In Deutschland gibt es nur in einigen großen Städten Friedhöfe, wo man diese Beisetzungen durchführen kann.
Die muslimische Glaubensform gibt z.B vor in Tüchern beigesetzt zu werden, statt im Sarg.
Das dt. Bestattungsgesetzt wurde wegen diesen Problemen deshalb geändert.
Es kam zu Lockerungen in dieser Hinsicht.
Der Sargzwang wurde 1998 in Hamburg für muslimische Beisetzungen aufgehoben, 2003 in Nordrhein – Westfalen.

Bestattungsfrist

Die Bestattungsfrist ist der zeitliche Rahmen zwischen eintretenden Tod und der abgeschlossenen Beisetzung des Verstorbenen.
In dieser Zeit führt der Arzt die Leichenschau durch (um Scheintote zu verhindern) und füllt die entsprechenden Papiere dafür aus.
In den einzelnen Bundesländern kann es zu optischen Unterschieden dieser Papiere kommen, inhaltlich ist alles gleich.
Die Bestattungsfrist liegt z. B. in Sachsen für Urnenbeisetzungen ein halbes Jahr und für Erdbestattungen ca. 7 Werktage. Eine Frist kann durch Erlaubnis des Gesundheitsamtes verlängert werden, aber nur unter der Voraussetzung, dass keine ansteckende Infektionskrankheit beim Verstorbenen vorlag.

Bestattungskleid

Auch Talar genannt und wird einem Verstorbenen angezogen.
Dies kann eigene Kleidung des Verstorbenen sein, oder ein Talar des ausführenden Bestatters.
Ein Talar ist so gefertigt, dass ein problemloses Ankleiden möglich ist. Man stülpt dem Verstorbenen das Hemd links und rechts über die Arme und verschließt es locker unter dem Körper. (ähnlich einem Krankenhaushemd)
Gebräuchliche Textilien sind Baumwolle und Viskose, wobei Knöpfe, Spitzen und Bänder aus anderen Materialien sein dürfen.

Bestattungskosten

Die Endsumme einer Bestattung kann mehrere Teile beinhalten

  • Friedhof (Grabstelle, Öffnen / Schließen der Grabstelle, Trauerhallenbenutzung…)
  • Bestatter (Sarg, Urne, Behördengänge)
  • Florist (Blumengebinde, Urnen / Sargschmuck, Nachstreu…)
  • Steinmetz (Grabstein, Einfassungen…)
  • Anzeigen (Tageszeitung, Trauerdrucksachen)
  • Gebühren, Auslagen (Arztgebühr für Ausstellung Totenschein, Sterbeurkunden…)
Bestattungskosten aus der Sozialhilfe

Wenn weder dem Erben noch dem vertraglich Verpflichteten oder dem Unterhaltsverpflichteten des Verstorbenen die Kosten einer Bestattung zuzumuten ist, übernimmt das Sozialamt des Sterbeortes des Verstorbenen einen Zuschuss.
Übernommen werden meist:

  • Grabstellenkosten (meist anonyme Gräber)
  • Rednerhonorar
  • Krankenhausgebühren / Gebühren für Urkunden / Einäscherungsgebühren…

Es wird trotz eingeschränkter Zuzahlungen um eine würdige Beisetzung gebeten.

Bestattungskosten bei Verfolgten

Ist der Tod ursächlich auf eine Verfolgung zurückzuführen, gibt es Zuschüsse.
Anträge sind bei der Wiedergutmachungsstelle des jeweiligen Versorgungsamtes zu stellen.

Bestattungspflicht in Deutschland

Aus Gründen der Gefahrenabwehr besteht die Bestattungspflicht für Leichen und es besteht auch Beisetzungszwang für Aschereste.
In Ausnahmefällen sind private Bestattungsplätze genehmigungsfähig.
Personen, die ihre Körper nach ihrem Tod einen anatomischen Institut spendeten gilt eine aufgeschobene Bestattungspflicht.
Problematisch sind Plastinationen von Verstorbenen, da keine anschließende Bestattung stattfindet.

Bestattungsvorsorge

Es wird in Zukunft immer wichtiger werden, für den eigenen Tod vorzusorgen.
Von den Sozialversicherungsanstalten (Krankenkassen) gibt es seit dem 01.01.2004 keinen Zuschuss mehr.
Bestattungen können im Voraus geregelt werden, alle Details und Wünsche für die eigene Bestattung werden darin fixiert mit dem aktuellen Preis.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur finanziellen Absicherungen von Bestattungsvorsorgeverträgen

  • Eine Sterbegeldversicherung oder
  • Ein Treuhandkonto
Betrachtungsärglein

Zur Betrachtung der eigenen Vergänglichkeit produzierter Minisarg zum Aufklappen. (Herstellungszentrum war das Grödner Tal in Südtirol)
Verbreitet vom 17. -19. Jahrhundert in Süddeutschland sowie im Alpenraum.
Innen befand sich aus Holz oder Wachs ein verwesender oder skelettierter Leichnam mit Würmern, Kröten, Schlangen.
Auf Bestattermessen habe ich diese Minisärge gesehen.

Betreuer

Die Betreuung einer Person endet mit deren Tod. (Betreuungsverfügung bis zum Tod)
Somit kann der Betreuer nicht die Bestattung veranlassen.

Betriebliche Sterbekasse

Es gibt verschiedene betriebliche Sterbekassen großer Firmen, Gewerkschaften, Sterbegeldgemeinschaften von Kirchengemeinden oder sonstige Einrichtungen.
Diese Zahlungen gehen meist direkt an die Hinterbliebenen.
Man benötigt zur Beantragung eine Sterbeurkunde der verstorbenen Person.

Bier

Auch Totenbier oder Leichenbier genannt, kam dem Verzehr beim Leichenschmaus eine besondere Bedeutung zu.
Die Menge des Bieres war zum Verzehr reglementiert.

Biologischer Tod

Dem klinischen Tod folgt der Hirntod. (das Herz könnte noch schlagen, aber das Hirn ist tot)
Herz -, Kreislauf- und Hirnfunktionen können nicht mehr aktiviert werden.
Sichere Todeszeichen für einen biologischen Tod sind:

  • Totenflecke
  • Totenstarre
  • Fäulnis / Verwesung
Blumen und deren Sinnbilder

Blumen, die unterschiedliche Bedeutungen haben können sind, z.B.

  • Nelke (Im Mittelalter Sinnbild des Verlöbnisses und der Liebe) wird im Christentum mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht
  • Calla
  • Chrysantheme
  • Efeu (Treue und Verbundenheit , Sinnbild der Unsterblichkeit)
  • Weiße Lilie (Jungfräulichkeit, Unschuld, Keuschheit, Reinheit der Gottesmutter)
  • Palmwedel (Friedenssymbol)
  • Mohn (Symbol für schnell verblühendes Leben)
  • Fichte (Unsterblichkeit)
  • Rose (Liebessymbol , Symbol der weiterlebenden Seele)
Blutrache

Sühnung eines Gewaltverbrechens, nach dem Motto Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Auf dem Balkan konnte diese Form bis ins 20. Jahrhundert nachgewiesen werden.
Später wurde im christlichen Abendland diese Sühnung durch die Sühnewallfahrt abgewandelt.

Bretterhochzeit

In der Lausitz Ausdruck für Sterben und einer Begräbnisfeier.

Buddhismus

Ist auch in Indien entstanden, heute jedoch auch in Vietnam, China, Koreas, Thailand, Japan und Sri Lanka verbreitet.
Die Sonderform Lamaismus ist in Tibet, Sikkim, Nepal und in der Mongolei beheimatet.
Der Stifter der Religion Buddha lebte im 6. Jh. V. Chr. Und verkündete die 4 Wahrheiten:

  • Alles Leben ist unablässigem Leiden unterworfen
  • Die Ursache des Leidens sind die Leidenschaften wie Lust und Begierde nach weltlichen Genüssen
  • Die Befreiung von den Leidenschaften hebt das Leiden auf
  • Der Weg zur Befreiung führt über den heiligen, achtfachen Pfad (um eine Aufhebung der Leiden zu erhalten müssen Vorschriften eingehalten werden, die sich auf das Denken, die Gesinnung, das sittliche Verhalten und das Training des Geistes beziehen)

Die Wanderung der Seelen geht durch immer neue Existenzen bis zum Eingehen ins Nirwana. (die völlige, selige Ruhe)
Es gibt in dieser Religion keine einheitliche Bestattungsriten.
Die Feuerbestattung ist zwar die meist Verbreiteste, jedoch gibt es auch Unterschiede.
In China gibt es Erdbestattungen, in Tibet sogar Himmelsbestattungen (der tote Körper wird auf einen Hügel gebracht, zur Überlassung an Vögeln und Tieren)
In Deutschland finden meist Feuerbestattungen statt, buddhistische Urnengrabfelder gibt es z.B, auf dem Friedhof Seelhorst in Hannover.
Versorgung des Leichnams:
Der Verstorbene darf mindestens 8 Stunden nach Eintritt des Todes nicht bewegt werden, ja nicht einmal berührt werden.
Das Waschen und Einkleiden erfolgt vom Bestatter erst nach dieser Zeit, oft in ein weißes Leinentuch.
Gestaltung der Trauerfeier:
Bei allen buddhistischen Richtungen gibt es immer einen Mönch als Prediger, der eine Weihung des Sarges mit Wasser vornimmt.
Musikalische Umrahmungen, Kerzen ( weiss), Blumen (weiss) Obst (meist Äpfel, Orangen und Weintrauben) sowie ein neben dem Sarg stehenden Foto des Verstorbenen können, müssen aber nicht vorhanden sein.
Bestattung:

  • Erdbestattung

Die Trauergemeinde bleibt in einer Reihe stehen und bedankt sich, die Sargträger tragen in der Zeit den Sarg aus dem Feierraum. Auf dem Weg zum Grab entsteht so ein Trauerzug, an der Spitze ist eine Buddha Figur, dann kommt der Sarg und zum Schluss die Gemeinde.

  • Feuerbestattung

Die Urne wird 49 Tage in einem buddhistischen Tempel aufbewahrt, bevor sie bestattet wird

Campo Santo

Kunstname aus der Reformationszeit für ein mit einem rechteckigen / quadratischen Grundriss angelegten Grufthaus.
Die einfachen Gräber liegen im Innenraum und sind ungegliedert angeordnet.
Heute gibt es die relativ intakten Anlagen in der Stadt Halle (Sachsen Anhalt), Stadtgottesacker und der Campo Santo von Buttstädt.

Chirurgie

In der Chirurgie können direkt nach Eintreten des Hirntodes unter Aufrechterhaltung der Körperfunktionen Körperteile zur Transplantation entnommen werden.
Diese Entscheidungen sind leider immer schnell zu treffen.
(Organspender, oder Einwilligung der Hinterbliebenen)

Christ – Königsfest

= Totensonntag

Christentum

Versorgung des Leichnams

Waschen und einkleiden macht heutzutage der Bestatter, kann aber auch durch die Angehörigen übernommen werden. Vorschriften für die Bekleidung gibt es nicht, meist gibt es ein Hemd (m/w) und eine Wäschegarnitur ( Kopfkissen und Zudecke) dazu. Selbstverständlich kann man dem Verstorbenen auch eigene Kleidung (Hochzeitsanzug, Kostüm) anziehen.
Es gibt keine besonderen Riten bei der Versorgung des Leichnams.

Gestaltung der Trauerfeier

Ein Geistlicher hält die Ansprache in der Kirche oder im Trauerraum bei Erd- oder Feuerbestattung.
Der Raum wird geschmückt durch den Altar mit einem Kreuz, Kerzen, Blumengestecke, Kränze oder sogar Bäume.

Bestattung

Gibt es eine Erdbestattung, so schließt sich der Trauerzug dem Bahrwagen an, auf dem der Sarg steht.
Er wird vom Bestatter oder von Mitarbeitern der Friedhofsverwaltung gezogen, bis die Grabstelle erreicht ist.
(Bei einer katholischen Feier läuft ein Träger mit einem Kreuz vorweg)
Der Sarg wird angehoben und die letzten Schritte getragen. Es erfolgt eine manuelle Ablassung des Sarges durch Gurte, oder maschinell durch eine Hebemaschine.
Der Geistliche spricht mit den Trauergästen ein Gebet.
Jeder Gast kann mit Blüten / Sand einen letzten Abschied zeremonieren, in dem einzeln an die Grabstelle herangetreten wird und diesen letzten Gruß auf den Sarg geworfen wird. (Sandwurf / Erdwurf)
Alternativ gibt es die Urnenfeier, die gleich vom Ablauf ist, nur der Bahrwagen meist wegbleibt weil ein Mitarbeiter des Bestatters oder ein Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung die Urne trägt.

Christentum – orthodox

Versorgung des Leichnams

Waschen und Einkleiden der Verstorbenen sollte von den Angehörigen durchgeführt werden, die Kleidung sollte dabei dem Lebensstil der verstorbenen Person angepasst sein.

Gestaltung der Trauerfeier

Blumen sind aus religiösen Gründen nicht erlaubt. Jeder Trauergast hält eine brennende Kerze während der Feier und auf dem Weg zur letzten Ruhestätte. Nach der Predigt (orthodoxer Priester ) nimmt jeder einzeln Abschied. Der Priester steht während der Feier hinter dem geöffnenten Sarg, der Kopf des Verstorbenen weist nach Osten, die Hände sind gekreuzt mit einer Ikone in ihnen. Ein Tuch mit Ikonenbild ist die Zudecke, nach Schließen des Sarges lugt sie hervor, der Deckel wird nicht fest versiegelt, da der Deckel des Sarges meist an der Grabstelle noch einmal geöffnet wird.

Bestattung

Es gibt für diese Christen nur Erdbestattung, der Sarg ist durch Angehörige zu tragen. Am Anfang des Trauerzuges ist der Träger eines Tragekreuzes mit Namen und Vornamen, Geburtsjahr und Sterbejahr. Es wird am Grab verbleiben bis es verwittert ist, dann erfolgt das Setzen eines Grabsteines. Neben dem Kreuzträger läuft ein weiterer Träger mit einer Schale Gebäck, einer Flasche Rotwein und einer Kerze, dann folgt der Priester, Sarg und zum Schluss die Angehörigen mit der Trauergemeinde.
An der Grabstelle angekommen, wird der Sarg noch einmal geöffnet, der Verstorbene mit einer Mischung aus Rotwein und Öl kreuzweise begossen.
Die Familie des Verstorbenen schließt das Grab.

Crux

Eine grausame Form der Exekution ist die Crux, welche für die Sklaven in der römischen Republik angewandt wurde. Die Crux war ein Marterholz, um ein Anpfählen oder Hängen der Sklaven zu ermöglichen. Berüchtigte Hinrichtungen auf diese Art waren die gefangengenommenen Sklavenrebellen nach dem Spartakus-Aufstand 71 v. Chr. Man ließ die Gefangenen entlang dem Via Appia von Rom nach Capua mittels Crux kreuzigen.

Cryonics

Vom griechischen kryo abgeleitet, bedeutet der Begriff übersetzt Kryonik.
Es handelt sich hierbei um eine Tiefsttemperaturtechnik zur Kältekonservierung.
Beim Verstorbenen werden bei der sogenannten Neurokonservierung nur der Kopf oder das Gehirn eingefroren und bei der Ganzkörperkonservierung der gesamte Körper.
Im amerikanischen Michigan im Cryonics Institute werden bereits zahlreiche Verstorbene oder Teile von ihnen in flüssigem Stickstoff aufbewahrt, um in der Zukunft wiederbelebt werden zu können, wobei Cryonics davon ausgeht, dass eines Tages aus der DNA aus nur einer Zelle ein neuer Körper generiert werden kann, um den kranken/oder veralteten Körper nicht mehr nutzen zu müssen.
Auch in Deutschland gibt es die Cryonics, den Verein Cryonics Institute Germany e. V. .

Danksagungen

Zeitungsanzeigen, gedruckte Karten oder Briefe, wo sich Hinterbliebene nach der Beisetzung bei allen bedanken können. In manchen Regionen ist es üblich nach 4 Wochen die Danksagungen zu verschicken, andere Gebiete halten sich nicht an diese Zeitvorgabe.
Bestatter bieten meist all diese Dinge selbst an.

Die gesetzliche Erbfolge

Schematische Darstellung

1. Ordnung: Erblasser -> Ehepartner -> Kinder -> Enkel -> Urenkel
2. Ordnung: Eltern -> Geschwister -> Neffen und Nichten
3. Ordnung: Großeltern -> Onkel und Tanten -> Cousins und Cousinen
Durch Testament oder Erbvertrag kann der Erblasser von dieser oben genannten Erbfolge abweichen.
Bitte wenden Sie sich mit konkreten Fragen an einen Anwalt für Erbrecht.

Dissoziierte Bestattung

Körperteilbestattung von einer Person, aber an verschiedenen Orten.
Beispiel: Dem Französischen General Moreau wurden die amputierten Beine bei Dresden unter seinem Denkmal beigesetzt, sein Leichnam in St. Petersburg.

Dokumente für die Leichenbeförderung im Ausland

Man benötigt folgende Papiere

  • Internationaler Leichenpass
  • Sterberegisterauszug oder internationale Sterbeurkunde oder Bescheinigung über den Eintrag ins Sterberegister nach § 39 PStG
  • Freigabe der Staatsanwaltschaft (bei einem nichtnatürlicher Tod)
  • Bescheinigung des Amtsarztes, dass aus gesundheitlicher Sicht keine Bedenken bestehen
  • Bestätigung des Bestatters, dass nach geltenden Bestimmungen korrekt eingesargt wurde mit den dafür zugelassenen Transportmitteln (Metallsarg)
  • Genehmigung der konsularischen Vertretung des Empfängerlandes (Legalisierung)
  • Bei Lufttransport per Flugzeug benötigt man die Empfängerdaten im Zielland
  • Einhaltung bestimmter Einbalsamierungen durch das Zielland
Dreißigster

Das ist die Seelenmesse, die am 30. Tag nach dem Tod gelesen wird.

Einäscherung

Ist ein Teilvorgang der Feuerbestattung vom Einfahren des Sarges in den Verbrennungsofen bis zur Urnenbefüllung der Asche.

Einäscherungsablauf
  • Anfahrt des Verstorbenen im Sarg durch den Bestatter im Leichenwagen
  • Der Sarg wird auf einen Sargtransportwagen gestellt und in die Kühlzelle geschoben
  • Dokumentenabgabe des Verstorbenen an das Krematorium durch den Bestatter
  • Sind alle Papiere für eine Feuerbestattung vollzählig, gibt es vom Amtsarzt eine 2. Leichenschau am unbekleideten Verstorbenen, um mitunter auch unnatürliche Todesfälle ahnden zu können
  • Ist alles in Ordnung, so gibt es die Freigabe vom Amtsarzt. Die eigentliche Einäscherung kann stattfinden. Ein feuerfester Stein mit Daten des Verstorbenen wird in den Sarg gelegt.
  • Eine Hebevorrichtung / Gapelstapler setzen den Sarg auf die Sargeinfahrmaschine vor dem Ofen
  • Die Ofentür öffnet sich, der Sarg wird eingefahren und auf den Sargtragsteinen der Hauptkammer abgesetzt.
  • Die Tür schließt sich, die Verbrennung findet bei ca. 650° statt.
  • Ist die Asche abgekühlt, wird sie aus dem Aschekasten in eine Ascheaufbereitungsanlage getan, um größere verbliebene Knochen zu zerkleinern.
  • Abfüllung in die Aschekapsel, die luftdicht verschlossen wird. (metallische Gegenstände / Prothesen werden jetzt hier separiert)
  • Auf dem Verschlussdeckel der Aschekapsel müssen folgende Daten sichtbar sein (Einäscherungsnummer, Name des Krematoriums, Vor- und Zuname des Verstorbenen, Geburtstag / Geburtsjahr, Todestag / Todesjahr, Tag und Jahr sowie Ort der Einäscherung)
Einäscherungsofensysteme

Es gibt verschiedene Öfen, die mit Gas beheizt werden. (Es gibt Ausnahmen, die mit Strom betrieben werden)
Etagen- und Flachbettofen haben separate Brenner für jede Brennkammer, d.h. pro Einäscherungsofen sind max. 3 Brenner vorhanden.

Etagenofen

Besteht aus 3 Zonen: Hauptkammer, Ausbrennkammer und Nachbrennkammer. Zwischen den Kammern gibt es eine gegenseitige Verriegelung der Drehplatten, damit nie ein versehentliches Mischen nachfolgender Asche zu verzeichnen ist.
In der Hauptkammer sind 4 Sargtragsteine, die den eingefahrenden Sarg tragen. Während der Verbrennung fallen die Aschereste auf eine Drehplatte, danach wird die Drehplatte gewendet.
Es geht nunmehr in die Ausbrennkammer. Eine weitere Ausbrennung folgt, zeitgleich wird oben ein neuer Sarg in die Hauptkammer eingefahren.
Die weiter reduzierte Asche gelangt nunmehr durch drehen des Ascherostes in den Aschekasten.
Auskühlung der Asche.
In der separaten Nachbrennkammer werden die Abgase aus der Haupt – und Ausbrennkammer nachverbrannt. (ca. 850°)
Diese Öfen sind für einen Mehrschichtbetrieb ausgelegt, die Einäscherungsdauer eines Verstorbenen mit Sarg dauert ungefähr 75 Minuten.
Dieser Ofen braucht viel Platz.

Flachbettofen

Weniger Platz braucht dieser Ofen, der aber nicht im Mehrschichtbetrieb genutzt werden kann.
Drei Brennkammern hat der Ofen, manche Hersteller verzichten aber auf die Ausbrennkammer, somit kann immer nur eine Einäscherung vonstatten gehen, hier erhöhen sich die Einäscherungszeiten. Mehrschichtige Betriebe gibt es hier nicht.
Die Asche im Hauptbrennraum wird manuell auf eine andere Ebene geschoben.

Einsargungsbestimmungen
  • Transport des Verstorbenen im Metallsarg
  • Der Boden des Sarges muss eine mindestens 5 cm dicke Schicht haben (Stoff, der Flüssigkeiten aufsaugt und auch ein antiseptisches Mittel hat)
  • Hatte der Verstorbene eine ansteckende Krankheit, so muss der Verstorbene zusätzlich in ein mit antiseptischen Mitteln getränktes Tuch gehüllt sein
  • Der Metallsarg soll luftdicht sein
  • Er ist in einem Holzsarg so zu befestigen, dass er sich nicht bewegen kann
  • Die Bretter des Sarges müssen 3 cm dick sein und wasserdicht verleimt sein.
  • Der Verschluss muss im Abstand von max. 20 cm gesetzten Schrauben erfolgen
  • Zusätzliche Sicherung des Sarges durch Metallbänder
  • Pest-, Cholera-, Pocken- oder Flecktyhusverstorbene dürfen erst nach einem Jahr befördert werden
Einwickler

Im Süddeutschen gebrauchter Begriff für eine Person, die beim Einsargen mithilft.

Eisenbahnleichenwagen

Ende 19. Jahrhundert boten private Eisenbahnunternehmen Salonleichenwagen an, die neben einen Sargabteil, den Komfort von Coupe´, Schlafabteil und Wasch- bzw. Toilettenraum hatten.
Dieser Brauch blieb erhalten bis nach dem 2. Weltkrieg.

Emaillephoto

Porzellanfoto. Auf Grabsteinen manchmal angebracht.

Entwicklung der Erd- und Feuerbestattung

Paläolithikum und Mesolithikum (10.000 – 4.000 v. Chr.)

  • Versenkung in Mooren / Sümpfe
  • Versenkung im Wasser / Meer
  • Den Einwirkungen der Luft aussetzen
  • Mumifizieren

Neolithikum (4.000 – 1.800 v. Chr.)

  • Erdbestattung unter Steinen (Großsteingräber)

Bronzezeit (1.900 – 800 v. Chr.)

  • Erste Feuerbestattungen
  • Einbalsamierungen in Ägypten
  • Entstehung erster Nekropolen
  • Bei seefahrenden Völkern Aussetzen auf Booten und Schiffen

Eisenzeit (1000 v. Chr. bis zur Zeitwende)

  • Feuerbestattung ist vorherrschend in Europa
  • Verbrennung und Bestattung der Asche in Keramikurnen
  • Im minoisch – kleinasiatischen Raum weiterhin Nekropolen
  • Bei den Kelten Erdbestattung sippenweise in Hügelgräbern

Nach der Zeitwende

  • Zuerst existierten beide Arten der Bestattung unverändert, bis die Erdbestattung wieder zunahm (Karl der Große verbot die Verbrennungen 785 bei Todesstrafe)
  • Mitte des 19. Jahrhunderts ging der Boom der Feuerbestattungen wieder los mit 1878 dem ersten brauchbaren Heißluftofen (Werner von Siemens)
  • Eröffnung des ersten Krematoriums in Gotha 1878, 1891 später in Heidelberg

Heute

  • Erd- und Feuerbestattungen sind rechtlich gleichgestellt, wobei bundesdurchschnittlich die Feuerbestattungen vorn liegen.
  • Es gelten das Gesetz über die Feuerbestattung vom 15. Mai 1934 und die dazu erlassene Durchführungsordnung für die Feuerbestattung von 1938
  • Einige Bundesländer haben mittlerweile im Rahmen ihrer neu erlassenen Bestattungsgesetze abweichend vom Feuerbestattungsgesetz geregelt
Erinnerungsdiamant

siehe Diamantbestattung

Erinnerungsgrafik

Im 19. Jahrhundert gab es ein breites Angebot von Erinnerungsblättern, die meist als Wandschmuck in den Wohnungen oder Häusern dienten.
Sie wurden mit dem individuellen Namen beschrieben, sowie mit Daten der Person. (Taufe, Kommunion, Hochzeit, Tod, Jubiläen…)
Gerahmt wurden diese Papiere und es entstanden ganze Galerien.
Später wird dieses Ritual durch die Fotografie abgelöst.

Erinnerungskristall

Kristalle sind Symbole für Liebe und Verbundenheit.
Die Formen in ihrem Innersten lassen ein Spiegelbild der Ewigkeit entstehen.
Diese Art der Erinnerung ist vollkommen neu und eine besondere Innovation in dem sich wandelnden Umgang mit der Trauer.
Wider der Vergänglichkeit etwas bei sich zu haben, etwas berühren zu können, ist unvergleichlich und verleiht ein Gefühl innerer Nähe.
Aus menschlicher oder auch tierischer Asche oder Haaren, kann man einen ganz persönlichen und einzigartigen Kristall herstellen.
Wie bei der Diamantbestattung, erhalten Sie ein Unikat.
Bei den Kristallen sehen Sie jedoch, anders als bei der Diamantbestattung, auch äußerlich die Einzigartigkeit des Kristalls.
Kein Kristall ähnelt dem Anderen.
Die Kristalle werden in Deutschland in einer kleinen Manufaktur hergestellt, wo man auch direkt zusehen kann, wie der Kristall gefertigt wird. (Aufpreis)
Die verbleibene Asche kann auf dem Friedhof Ihrer Wahl dann beigesetzt werden.
Die äußere Formgebung lässt sich bestimmen, während die im Kristall entstehenden Formen und Schweife weitesgehend willkürlich sind.
Ein Kristall, geschaffen für die Ewigkeit.
„Galaxiekristalle“ habt das Unternehmen die neuste Kreation leuchtender Kristalle getauft.
Durch die Beimischung speziell behandelter seltener Erden erstrahlt Ihr Kristall in der Dunkelheit bis zu 12 Stunden.
Ein Blick in eines dieser Kristalle läßt sie die Unendlichkeit des Universums erahnen.
Sollten Sie sich für diese Bestattungsart entscheiden, sind wir der richtige Ansprechpartner.

Quelle

Ersatzmaterialien für Grabsteine

In finanziell schlechten Zeiten gab es noch andere Materialien für Grabsteine, wie z.B, Holz, geschmiedetes Eisen, Gusseisen, Zinkguss, Kunststein, geschwärztes Glas, Galvanoplastiken.

Eschatologie

Die Lehre von den jenseitigen und letzten Dingen.
Sie betrifft das Schicksal eines Einzelnen im gleichen Maß wie das allgemeine Weltende (Apokalypse).

Eselsbegräbnis

Im Mittelalter geläufige Bezeichnung einer Beisetzung außerhalb des Friedhofes. (unehrenhafte Bestattung)

Ewigkeitssonntag

Ist im evangelischen der letzte Sonntag im Kirchenjahr.

Exhumierung

Ausgrabung eines bereits beigesetzen Leichnams zur angeordneten Untersuchung und anschließende Wiederbestattung im gleichen Grab.
Angeordnet durch die Staatsanwaltschaft oder die Polizei können Anträge eingegangen sein von diesen Stellen:

  • Rentenversicherungsträger
  • Berufsgenossenschaft
  • Vormundschaftsgericht

Lebensversicherer / Unfallversicherer

Fackel

Bei  der früheren Nachtbestattung dienliche Fackeln zur Beleuchtung der Grabstelle.
Je mehr Fackelträger es gab, desto höher die soziale Stellung des Verstorbenen.

Fackelträger

Meist Nachbarn oder auch Familienmitglieder, die den Leichenzug begleiteten.
Diese Wachsfackel bestanden aus geschmolzenen Wachs mit mehreren Dochten, die mit einander verknüpft waren, sie wurden heftig hin und her geschwungen beim Laufen, es wurde dadurch eine nebelige Atmosphäre erzeugt.

Faltbrief

Auch Memento mori Klappbrief genannt, nach italienischen Vorbild auch in Österreich und in Bayern im 19. Jahrhundert verbreitet.
Der Faltbrief wird in unterschiedlichen Stufen aufgeklappt, die erste Stufe ist ein Menschenpaar in mittleren Jahren abgebildet, die zweite Stufe ist dann durch umklappen derer Unterkörper zu sehen, man sieht die Beine als Gerippe.
Ganz unten sieht man ein verwesender Leichnam im Grab.
Ein Text begleitet den Brief meist mit den Versen:
„Ein Brief für mich und dich ist cito abzugeben/ das Porto ist gering, nimm ihn begierig an / der Inhalt zielt auf dich, auf mich , auf Jedermann/ er gibt gar gute Lehr, schützt dich vor Stolz und Putz/ und schreckt das Herz zurück vor allem Sündenschmutz“

Familiengrab

Die Grabstelle kann man sich aussuchen auf dem Friedhof, ebenso kann der Grabscheininhaber bestimmen, wer in die Grabstelle kommt. (meistens Familienmitglieder)
Kommt es zu einer neuen Beisetzung, dann verlängert sich ab diesem Zeitpunkt die Grabstellenutzung.
Wie viele Beisetzungen in diese Grabstelle erfolgen können, steht in der zugehörigen Friedhofssatzung.
Ca. 20 % der gesamten Grabstätten eines Friedhofes sind Familiengrabstätten.
Sie können durch verschiedene Grabmale individuell gestaltet werden.

Fäulnis

Selbstzersetzung durch körpereigene Enzyme / Bakterien.
Nach ein bis zwei Tagen treten folgende Merkmale auf:

  • Verfärbung des Bauches (grünlich), danach Venenzeichnungen
  • Hautablösungen (an den Händen und Füßen zuerst)
  • Gasbildung im Bauch, Bauch bläht sich auf
  • Auslaufen von Flüssigkeiten aus Mund und Nase

Geruchsbildung

Federn

Der Volksmund sagt:

Auf Federn stirbt man schwer, weshalb man Sterbenden das Kopfkissen wegnahm und eine Bibel unterlegte.

Fehlgeburt

Siehe Totgeburt, das Kind hat aber im Unterschied weniger als 500 g Gewicht zu verzeichnen.
Das Kind kann, muss aber per Gesetz nicht bestattet werden.
Ab dem 15. Mai 2013 gibt es hierzu eine Gesetzesänderung:
Eine standesamtliche Erfassung des Föten kann man nun durchführen lassen, d.h, Vor – und Nachname, Geschlecht (wenn es schon sichtbar war), Geburtstag und Ort, Angaben zur Mutter und zum Vater, Religion.
Wichtig! Jetzt auch nachträglich durchführbar bei länger verstorbenen Kindern.
Bitte wenden Sie sich dazu zu dem Standesamt in der Stadt, wo ihr Kind verstarb.

Fenster

In der Todesstunde öffnete man das Fenster, um die Seele hinauszulassen.
Später wurde das Öffnen der Fenster in die Sterbestunde vorverlegt, um dem Sterbenden durch bessere Luftzufuhr das Sterben zu vereinfachen.
Heute öffnet man das Fenster nur, wenn bereits Gase aus dem Leichnam ausgetreten sind, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden.

Feuerbestattung, der im Ausland Verstorbene

Es ist in Deutschland erlaubt, im Ausland verstorbene oder dorthin überführte Personen einzuäschern.
Die Polizei des Einäscherungsortes entscheidet, ob auf die Vorlage der Unbedenklichkeitserklärung des Sterbeortes verzichtet werden kann, oder ob mögliche andere Nachweise erbracht werden müssen.

Feuerbestattungsnachweis

Nachweis, dass die Einäscherung dem Willen des Verstorbenen entspricht.

  • In Form eines Testamentes oder eine Erklärung mit Ort und Datum eigenhändig geschrieben
  • Oder von einer Person, die zum Führen eines öffentlichen Siegels berechtigt ist

Sind nicht diese Willenserklärungen in der Obhut der Hinterbliebenen, so kann man alternativ beim Bestatter einen Antrag auf Genehmigung der Feuerbestattung stellen.
Nicht Familienangehörige dürfen nur in Ausnahmefällen dies unterschreiben.
Bei mittellosen Personen unterschreibt das zuständige Ordnungsamt.

Flurdenkmal

Kleindenkmäler, auch Wegkreuze (Sühnekreuze), Bildstöcke und Marterl, Pestkreuze.
Entweder wurden diese Denkmäler am Ort des Geschehens errichtet, oder an viel begangenen Wegen oder Wegkreuzungen.
Sie fordern zum Gebet auf.

Folgeleiche

Der Begriff steht entweder für einen Verstorbenen, der einem vorrausgegangen Sterbefall „folgt“ oder es bedeutet, dass die Bestattung mit einem Leichengefolge stattgefunden hat.

Fourgon

Leichenwagen mit geschlossenen Aufbau als Sargabteil, für bis zu 7 Särgen, die meist für den Leichentransport in der billigsten Kategorie , also für Arme, war.

Freimann

= Henker

Freimaurer

Im 18. Jahrhundert geschlossene Männergesellschaft mit den Idealen der Aufklärung. (Humanität, Toleranz, Brüderlichkeit).
Ihr Ziel ist, unabhängig welche Herkunft der Einzelne hat, die individuelle geistige Vervollkommnung.
Gestaltung der Trauerfeier:
Seit 1954 existiert ein offizielles Ritual für die Beerdigung.
Die Feier ist meistens schlicht in einer kirchlichen Kapelle, einer städtische Feierhalle oder auch in einer Loge (Tempel).
Der Sarg wird wie ortsüblich in der Halle aufgestellt, er ist schlicht, auf ihm befindet sich der Blumenschmuck der Angehörigen. Am Fuß – oder Kopfende sollen der Schurz, das Bijou (Logenabzeichen der Freimaurer) oder sonstige Ehrenzeichen liegen, die ihm verliehen wurden.
Drei Leuchter werden um den Sarg gestellt, der erste am Kopfende rechts, der zweite am Fußende rechts und der dritte am Fußende links.
Der Meister vom Stuhle stellt sich mit seinen beiden Aufsehern an diese Ecken des Sarges.
Ablauf der Trauerfeier:
Die Feierlichkeit fängt mit Musikeinspielungen an, die Brüder sind mit einem schwarzen Anzug bekleidet, weißem Binder und weißen Handschuhen. Schurz und Bijou werden nicht getragen.
Der Meister steht mit den Aufsehern am westlichen Eingang des Raumes. Während der ersten Musik schreiten der Meister mit den Aufsehern zu ihren Kerzen und zünden sie an, gehen dann gemeinsam Richtung Osten. Sie bilden ein Dreieck, der Meister geht immer voran.
Erreichen sie den Sarg wird in einer Schweigeminute verharrt. Sie verneigen sich vor den Sarg und gehen zu ihren Leuchtern. Die Kerzen werden auf die Säulen gesteckt, sie sprechen dabei folgende Worte:
Meister vom Stuhl : „Weisheit im Leben!“
1. Aufseher: „Stärke im Tode!“
2. Aufseher: „Schönheit im ewigen Licht!“
Die Aufseher nehmen Platz und der Meister hält am Kopfende des Verstorbenen seine Rede.
In der Rede werden die Höhen und Tiefen des Lebens des Verstorbenen angesprochen, freimaurerische Gedanken sollten anklingen, zu viele Verwendung von Daten werden vermieden.
Die Rede endet mit der Erwähnung des Todes und der Todeszeit des verstorbenen Bruders.

Freitod

= Selbstmord, Suizid

Fremdenfriedhof

Pilger, fahrende Handwerker, Hausierer, Söldner oder Vagabunden kamen auf die Elendseite des Kirchhofes. Für ihre Bestattung sorgten im Mittelalter die Elendgilden. An diesen Stellen wurden aber auch Ausgestoßene der Gesellschaft sowie Arme bestattet.
Heute gibt es noch Friedhöfer der Namenlosen, z.B, auf verschiedenen Nordseeinseln oder in der Nähe von Wien für angeschwemmte, unbekannte Leichen.

Freund Hain

=Begriff für den Tod, auch „Gevatter Hain“ oder „Schwager Hain“

Friedhof

Der Begriff Friedhof leitet sich ursprünglich vom altdt. Wort „frithof“ ab, eine Bezeichnung für den eingefriedeten Vorplatz einer Kirche.
Das Friedhofstor soll die Schwelle zwischen Lebenden und den Toten darstellen.
Andere Begriffe für den Friedhof sind z.B, Leichhof, Leichlege, Totenhof, Totenacker, Totengarten, Rosengarten, Kirchhof oder Gottesacker.

Friedhof der Namenlosen

Auf den Nordseeinseln Sylt, Amrun, Spiekeroog und Neuwerk wurden diese Friedhöfe ca. Mitte des 19. Jahrhunderts eingerichtet für angeschwemmte, unbekannte Leichen.
Auf Sylt z.B, hatte man Verstorbene an Ort und Stelle in den Dünen bestattet, doch mit dem steigenden Tourismus begann man sie an diesen speziellen Friedhöfen beizusetzen, versehen mit einem einfachen Holzkreuz.
Es gibt auch einen ähnlichen Friedhof nahe Wien an der Donau.

Friedhof von Sapanta

Nördlich von Rumänien befindet sich der „heitere“ Friedhof.
Auf diesem ungewöhnlichen Friedhof befinden sich buntbemalte mit Versen versehene Kreuze, welche ausschließlich ein Herr Dumitru Pop schreinert und verziert. Dieser außergewöhnliche Maler, Poet und Schreiner beschreibt und stellt bildlich die Charakteren der jeweiligen Verstorbenen dar, wobei er sich nur auf seine Erinnerungen an die jeweilige Person stützt. Die Angehörigen haben keinerlei Mitspracherecht.
Rumänische Schulklassen machen regelmäßig Ausflüge auf dem außergewöhnlichen Friedhof.

Friedhofgärtner

In der Zeit vom 19 . – 20 . Jahrhundert entstandener Berufszweig, sie spezialisieren sich auf den Handel mit Blumen und die Dienstleistung der Grabpflege.

Friedhofserde

Friedhofserde galt früher als Heilmittel, sollte vor Hexerei auch vor Unfällen schützen, wenn man sie in der Tasche mit sich trug.
Heute gibt es Friedhofserde saisonal in jedem Supermarkt zu kaufen, sie besitzt eine tief dunkle Farbe.

Friedhofsgebühren

Diese Gebührensatzung wird von der zuständigen Gemeinde beschlossen, um laufenden Kosten des Friedhofes zu decken.
Folgende Gebühren gibt es, die von Friedhof zu Friedhof unterschiedlich sind:

  • Gebühren für den Erwerb von Nutzungsrechten an Grabstellen
  • Gebühren für eine Verlängerung des Nutzungsrecht einer Grabstelle
  • Grund – und Bestattungsgebühren
  • Feuerbestattungsgebühren ( wenn ein Krematorium auf dem Friedhof ist )
  • Gebühren für die Benutzung von Kapelle, Orgel, Harmonium, extra Ausschmückung der Kapelle, Glockenläuten…
  • Gebühren für die Ausschmückung des Grabes
  • Gebühren für sonstige Dienstleister auf dem Friedhof ( Bestatter, Steinmetze, Gärtner )
  • Gebühren für die Errichtung von Grabdenkmälern
  • Gebühren Ausgrabungen (Exhumierungen) oder Umbettungen (Urnen)
Friedhofskapelle

= geweihter Sakralraum, wo auch Trauerfeier stattfinden können.

Friedhofsleuchte

= Totenleuchte

Friedhofsmauer

Die Einfriedung der Kirche mitsamt des Friedhofes war früher durch Hecken begrenzt.
Später entstanden sogenannte Wehrkirchen, die Umfriedung wurde gemauert.
An diesen Mauern waren ursprünglich Gräber von ungetauften Kindern und Wöchnerinnen vorbehalten, jenseits dieser Mauern wurden Selbstmörder u,a. beigesetzt.
Später wurden diese „Wandstellen“ als Bestattungsplätze beliebter für Reiche und Vornehme, meist findet man auch heute noch dort Grüfte.

Friedhofsordnungen

Werden von den Städten bzw. von den Gemeinden beschlossen.
Ersichtlich werden in ihnen

  • Die Einteilung des Friedhofes
  • Die Regelung über Anlage / Größe der Reihen – und Wahlgräber
  • Die Durchführungsordnung einer Bestattung
  • Regelungen für die Wegebenutzung auf dem Friedhof
  • Die Gestaltung und Genehmigung der Grabmäler
  • Die Benutzung der Friedhofseinrichtung

Eine Friedhofsordnung soll den reibungslosen Ablauf einer Bestattung gewährleisten, ebenso die Wahrung der Friedhofswürde sicher stellen.

Friedhofsschaffner

Sarg – oder Leichenträger nannte man so in der Zeit des Nationalsozialismus.

Friedpark

Urnenbeisetzung seit 1999 an ausgesuchten Bäumen.
Ein Friedpark ist flächenmäßig kleiner als ein Friedwald.
Der nächste Friedpark in unserer Nähe ist der Friedwald Wörlitzer Park. (Dessau)
In der geplanten Zukunft soll im Planitzwald bei Bennewitz (Wurzen) ein neuer Friedwald entstehen.(ca. 2015)
Anlauf dafür nimmt die Gemeinde Bennewitz schon seit 2007.

Friedwald

Vor der Beisetzung einer Asche wird im Waldgebiet von den Angehörigen ein passender Baum ausgesucht, die unterschiedlich vom zuständigen Förster gekennzeichnet wurden.
Meistens zeigen farblich unterschiedliche Plaketten an den Bäumen an, wie hoch der Preis für diese Natur-/ Baumbestattung ist.
Es gibt Einzelplätze am Gemeinschaftsbaum oder Familienbäume für bis zu zehn Personen.
Für Kinder bis zu 3 Jahren gibt es sogenannte „Sternschnuppenbäume“. Der Bestattungsplatz ist für die Eltern kostenlos, nur die Beisetzungsgebühr wird erhoben.
Ist der Platz ausgesucht, kommt die Asche in eine besondere Friedwaldurne. Diese liegen bereits bei allen Krematorien  vor und werden von Bestatter mit bestellt. Sie ist ökologisch gut abbaubar. Zusätzlich kann noch beim Bestatter eine Schmuckurne ausgesucht werden, in die der Aschebehälter hineinkommt. Diese Urne muss wiederum einige Kriterien erfüllen, um im Friedwald beigesetzt werden zu dürfen. Das Material ist meist Holz oder Ton.
Der Bestatter transportiert oder verschickt nun die Asche an den Friedwald.
Der Förster hat das alleinige Recht, die Asche an der Wurzel des Baumes beizusetzen. Angehörige können zu Beisetzung zugegen sein, man kann aber auch eine Beisetzung ohne Angehörige durchführen lassen.
Nicht alle Friedwälder haben vor Ort Trauerhallen, es kann aber eine Rede direkt an der Grabstelle unter freiem Himmel stattfinden oder einfach nur musikalisch umrahmt werden.
Das Urnenloch wird mit Naturmaterialien ausgeschmückt. (Zweige, Laub etc.) Blumen, Kränze und Gestecke sind nicht erwünscht.
Ein gewünschtes Namensschild kann sofort oder später an den Baum angebracht werden.
Die Grabpflege übernimmt die Natur, Grabaufhebungen oder Verlängerungen der Grabstätten entfallen.
Umbettungen können nach Genehmigung erteilt werden.

Einige Friedwälder:

  • Rügen
  • Buxtehude
  • Lüneburger Heide
  • Hasbruch
  • Bramsche
  • Uetzer Herrschaft
  • Elm
  • Kalletal
  • Südharz
  • Fürstenwalde
  • Dessau / Wörlitz in Oranienbaum
  • Münsterland
  • Reinhardswald
  • Bad Laasphe
  • Waldhessen
  • Bad Münstereifel, Weilrod, Lauterbach, Spessart, Gelnhausen, Ev. Luth. FW am Schwanberg,
  • Odenwald, Schwaigern, Dudenhofen, Saarbrücken, Münsingen, Hegau in Emmingen, Heiligenberg
  • Eitorf etc.

Seit 2007 diskutiert die Bennewitzer Gemeinde darüber, dass auch in unserer Nähe im Planitzwald bei Bennewitz / Wurzen ein Friedwald entstehen soll. Voraussichtlicher Start für Urnenbeisetzungen soll 2015 sein.

Fristen zur Urnenbeisetzung

gesetzliche Fristen zur Urnenbeisetzung gemäß Bestattungsgesetz

  • Sachsen: 6 Mo. nach Einäscherung, gemäß 19 Abs. 2 BestG
  • Sachsen-Anhalt: 1 Mo. nach Einäscherung, gemäß § 17 Abs. 4 BestG
  • Thüringen: 6 Mo. nach Einäscherung, gemäß § 17 Abs. 3 BestG
  • Bremen: unverzüglich nach Einäscherung, gemäß § 4 Abs. 3, Satz 2 BestG
  • Niedersachsen: 1 Mo. nach Einäscherung, gemäß § 9 Abs. 2, Satz 4 BestG
  • Saarland: 3 Mo. nach Einäscherung, gemäß § 32 Abs. 1 BestG
Fronleichnam

Dieser Tag wurde bei den Katholiken 1215 eingeführt, es ist der Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag.
Fest des Leibes und des Blutes.

Funeralkrone

Nachgebildete Insignien (Kennzeichen staatlicher oder ständischer Macht und Würde, z.B: Krone, Rittersporen oder Zepter) wurden bei einer Aufbahrung neben dem Verstorbenen aufgestellt.
Funeralkronen sind dem zu folge Nachbildungen historischer Kronen und stellten den Rang des Fürsten dar.
In Innsbruck gibt es heute noch 2 Funeralkronen, die österreichische Reichskrone von 1835 und die Lothringische Krone, vermutlich 2. Hälfte des 19. JH.
Funeral kommt aus dem englischen und bedeutet so viel wie „Begräbnis“.

Funeralkultur

Sammelbegriff für alle mit Sterben, Tod und Bestattung zusammenhängende Erscheinungen.

Funeralwaffen

Aus Zeiten der Ritter entstand der Brauch über dem Grab des Ritters seine Waffen sowie das Schild mit seinen Wappen darunter aufzuhängen.
Bei militärischen Begräbnissen wurden ebenfalls Rüstungen mitgeführt.
Noch um die Wende zum 20 Jahrhundert wurde auf den Leichenwagen Helm und Waffen des Verstorbenen mitgeführt.

Fürbitte

Es kann im katholischen Glauben für die Verstorbenen Fürbitte geleistet werden.
Sie soll die Qualen der Arme Seelen im Fegefeuer lindern und abkürzen.

Furca

Aus der Furca entwickelte sich die Kreuzigung. Zuvorderst war sie als Züchtigungsmittel gedacht. Der Unglückliche wurde mit dem Hals in ein gabelförmiges Holz gespannt, die Arme vorn wurden an die Gabelenden gebunden, eventuell ein weiteres Holz wurde quer über die Brust gelegt, s0 dass sich der Hals nun innerhalb eines Dreieckes befand. Nun wurde der Furcifer „Gabelträger“ herumgeführt und während dessen ausgepeitscht.
Um eine Todesstrafe mittels der Furca zu vollziehen, musste der Verurteilte die Furca zur Richtstätte schleppen. Vor Ort wurde dann die Furca mit einem Pfahl verbunden und die Kreuzigung des Verurteilten vorgenommen.
Die Furca wurde später durch den patibulum (Querbalken) ersetzt. Der Querbalken war am oberen Drittel des Pfahls angebracht, ähnlich einer Segelstange am Mast. Am Querbalken band oder nagelte man die Arme fest und die Füße wurden am Pfahl fixiert.

Fußfallbeten

Dieser Brauch war örtlich bis hinein ins 20. Jahrhundert erkennbar.
Die Andacht wurde meist von sieben Mädchen oder jungen Frauen unter Anleitung einer älteren Frau gehalten.
Die sieben Stationen wurden durch Bildstöcke vorgegeben.
Man wollte Fürbitte leisten für schwer erkrankte, sterbende oder bereits verstorbene Nachbarn.

Gabelleiche

Im 17. Jahrhundert war Gabelleiche ein Ausdruck für eine vornehme Bestattung.
Eigens dafür angestellte Gabelträger liefen seitlich neben dem Sarg her, der auf einer Totentragbahre stand.
Hielt der Sarg an, so stellten diese Menschen den Sarg auf die dafür mitgeführten Gabeln. (lange hölzerne, schwarz gefasste Stangen mit einem gabelförmigen Ende aus Eisen)

Gäher Tod

=Jäher Tod

Galaxiekristalle

Aus menschlicher oder auch tierischer Asche oder Haaren, kann man einen ganz persönlichen und einzigartigen Kristall herstellen.
Wie bei der Diamantbestattung, erhalten Sie ein Unikat.
Bei den Kristallen sehen Sie jedoch, anders als bei der Diamantbestattung, auch äußerlich die Einzigartigkeit des Kristalls.
Die Kristalle werden in Deutschland in einer kleinen Manufaktur hergestellt, wo man auch direkt zusehen kann, wie der Kristall gefertigt wird.
Die äußere Formgebung lässt sich bestimmen, während die im Kristall entstehenden Formen und Schweife weitesgehend willkürlich sind.
„Galaxiekristalle“ sind die neueste Kreation von Erinnerungskristallen.
Durch die Beimischung speziell behandelter seltener Erden erstrahlt Ihr Kristall in der Dunkelheit bis zu 12  Stunden.
Sollten Sie sich für diese Bestattungsart entscheiden, sind wir der richtige Ansprechpartner.

Quelle

Galvanoplastiken

Um 1900 erschienen auf den Friedhöfen zunehmen Figuren von Engeln, trauernden Frauen oder Christusdarstellungen.
Steinmetze erstellten lediglich die Unterkonstruktion, auf die die Plastik angebracht wurde.
Leider hielten diese Plastiken den Witterungen nicht lange stand.

Gätteri

In der Schweiz gebräuchlich für Beinbrecher.

Gebärden

Bei einer Aufbahrung achtet man auf eine angemessene Haltung des Toten im Sarg.
Dabei werden die Hände zusammengefaltet, im Sinne einer Gebetsgebärde.
Komplettiert werden die Hände mit einem Rosenkranz, heute legt man dem Verstorbenen einen Blumenstrauß mit in die Hände.

Gebein

Gemeint sind menschliche Knochenreste.
Bei noch nicht vollständiger Verwesung bleiben meist der Schädel sowie die Oberschenkelknochen übrig.
Diese Knochen wurden früher in ein Beinhaus überführt.
Heute werden diese übrig gebliebenen Knochen an anonymer Stelle wieder beigesetzt.
Aus diesem Brauch heraus entwickelte sich ein Memento mori- Motiv. (Totenschädel über gekreuztem Gebein)

Gebetbuch

Das Gebetbuch wird zur häuslichen Andacht verwendet.
In der Sterbestunde legte man früher statt des Kopfkissens das Gebetbuch oder die Bibel unter den Kopf.
Bei einer Aufbahrung legte man das Buch dann in die Hände.

Gebetszettel

Sollten vor Unheil, Krankheit oder dem jähen Tod schützen, man klebte sie auf Truhen oder Schränke, legte sie in Gesangs- oder Gebetsbücher oder trug sie in Behältnissen aus Stoff und Leder am Körper.

Gebühren

Bestattungskosten, die aus unterschiedlichen Teilen zusammengesetzt sind.

  • Bestatterkosten (Ausgestaltung der Trauerfeier, Wäsche, Sarg, Anzeigen in Tageszeitungen, Blumen, Krankenhausgebühren, Urkunden, Arztgebühren, Kühlungskosten etc.)
  • Friedhofskosten
  • Redner
  • Trauerhallenbenutzung
  • Steinmetzkosten
Gefallenenbestattung

Bis hinein in das 18. Jahrhundert zeugte kein Respekt gefallenen Soldaten gegenüber.
Man beraubte sie, die Verstorbenen blieben auf dem Schlachtfeld liegen, dem Getier zum Fraß überlassen oder man schichtete sie auf und verbrannte sie.
Ein Umdenken, wo der Soldat zum Helden wurde, gab es erst in der Französischen Revolution von 1789. Der Soldatentod war nun zum Heldentod geworden.
Das erste Gemeinschaftsdenkmal für Soldaten errichtete man 1793 in Frankfurt a.M. (Hessendenkmal)
Üblich waren Massengrabstellen.

Gegitter

Wöchnerinnen, die früher im Kindbett verstorben sind, wurden gesondert bestattet, ihre Gräber wurden in besondere Gegitter eingeschlossen.

Geläut

Durch Geläut kann angezeigt werden, dass jemand verstorben ist oder bald jemand verstirbt.
Man unterscheidet nach Sterbe- oder Totenglocke.
Außerdem wird zur Totenmesse geläutet.

Gemeindesarg

Transportsarg, meist mit einem innenliegenden Laken ausgelegt.

Gemeinschaftsfriedhof

Bestattungsplatz für Personen, die entweder durch soziale oder durch weltanschauliche – religiöse Gemeinsamkeiten verbunden sind.

Gemeinschaftsgrab

Ursprünglich sind diese Gräber für Bombenopfer des 2. Weltkrieges gewesen.
Heute sind diese auch Urnengemeinschaftsgräber oder Erdgemeinschaftsgräber immer mehr angenommen, da die Pflege der Grabstelle dem Friedhof unterliegt.
Es gibt diese Gemeinschaftsgräber anonym (ohne Namen des Verstorbenen) oder mit namentlicher Nennung.
Umbettungen sind aus diesen Gräbern nicht gestattet, ebenso individueller Grabbepflanzung.

Genossenschaftsgrab

Ab dem späten Mittelalter entwickelten sich diese Gräber für bestimmte gesellschaftliche Gruppen der Gesellschaft.
Erst mit der Zeit zur Individualisierung (Kauf eines Reihengrabes) verschwanden diese Gräber nach dem 2. Weltkrieg.

Geräte und Hilfsmittel eines Bestatters

Flexible Trauerhülle / Unfallhülle: Wird bei Unfällen benutzt oder in engen Treppenhäusern bei Abholungen
Überführungstrage: Wird bei Haussterbefällen eingesetzt, wenn noch kein Sarg ausgesucht wurde oder wo man keinen Platz für einen Sarg hat. Der Verstorbene wird in ein weisses Einweglaken gehüllt und auf die Trage gelegt, festgeschnallt an die Trage mit Gurten. Danach wird die Hülle um den Verstorbenen durch einen Reißverschluß geschlossen.
Überführungsarg: War früher für Polizeiaufträge genutzt, zur Wiederverwendung nach Desinfektion. Heute übernimmt die Überführungstrage mehr und mehr diese Aufgabe.
Körperlifter: Bei schweren Verstorbenen erleichtern diese Geräte das Anheben.
Schaufeltrage: Aufklappbare Trage, erleichtert den Transport aus schwierigen Lagen.
Sargroller / Scherenwagen: Wird für kurze Strecken benutzt, man stellt den Sarg / Trage darauf.

Geruch

Kümmel, Dill und Rosmarin lässt die Geister weiterziehen (VOLKSMUND)

Durch verschiedene Pflanzen versuchte man früher schädliche Einflüsse abzuwehren.

  • Dill war das Hexenkraut
  • Knoblauch gegen Vampire
  • Aufgehängte Kamille warnten vor der Anwesenheit von Hexen
  • Rosmarin am Revers / Zitronen in den Taschen von Verstorbenen

Bei heutigen Aufbahrungen benutzt ein Bestatter meist Duftsäckchen oder Raumsprays.

Gräbergesetz

vom 01.07.1965 in der Fassung der Bekanntmachung vom 09.08.2005 bezieht sich auf die Erhaltung von Gräbern der Opfer von Krieg – und Gewaltherrschaft.
Folgende Gräber sind inkludiert:

  • Gräber von Personen nach § 5 des Gesetzes über die Erhaltung der Kriegergräber aus dem Weltkrieg vom 29.12.1922
  • Gräber von Personen, die von 26.08.1939 – 31.03.1952 während ihres militärischen Dienstes gefallen oder tödlich verunglückt waren oder an den Folgen von Gesundheitsschädigungen gestorben sind. Auch Gräber von Personen, die während der Kriegsherrschaft oder an anderen Folgen bis zum 31.03.1952 oder innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Gefangenschaft gestorben sind
  • Gräber von Zivilpersonen, die von 01.09.1939 – 31.03.1952 durch Kriegseinwirkung zu Tode gekommen waren oder an Folgen von Kriegsverletzungen gestorben sind
  • Gräber von Personen, die Opfer von Nationalsozialisten seit dem 30.01.1933 wurden oder die an den Folgen von Gewaltmaßnahmen bis zum 31.03.1952 gestorben sind
  • Gräber von Personen, die auf Grund von rechtsstaatswidrigen Maßnahmen als Opfer des kommunistischen Regimes ums Leben gekommen sind oder Gesundheitsschäden hatten, an deren Folgen sie innerhalb eines Jahres nach Beendigung dieser Maßnahmen gestorben sind
  • Gräber von Vertriebenen nach §1 des Bundesvertriebenengesetzes, die in der Zeit seit dem 01.09.1939 während der Umsiedlung bis zum 08.05.1945 oder während der Vertreibung / Flucht bis zum 31.03.1952 gestorben sind
  • Gräber von Deutschen, die in der Zeit seit dem 01.09.1939 verschleppt wurden und während oder innerhalb eines Jahres nach ihrer Beendigung an den Folgen von Verletzungen gestorben sind
  • Gräber von Personen, die von 01.09.1939 – 08.05.1945 in Internierungslagern unter deutscher Verwaltung gestorben sind
  • Gräber von Personen, die von 01.09.1939 – 08.05.1945 zur Leistung von Arbeit in das Gebiet des Deutschen Reiches verschleppt wurden und gegen ihren Willen festgehalten wurden und dort zu Tode kamen
  • Gräber der von einer anerkannten internationalen Flüchtlingsorganisation in Sammellagern betreuten Ausländer, die dort vor Ort oder nach ihrer Überführung in ein Krankenhaus von 09.05.1945 – 30.06.1950 verstorben sind.

Ist die Verwaltung des Lagers nach dem 01.07.1950 in die Zuständigkeit deutscher Stellen übergegangen, tritt der Tag vor der Übernahme in die deutsche Verwaltung anstelle des 30.06.1950.

Nach §2 Abs. 1 Gräbergesetz bleiben diese Grabstätten dauernd bestehen.

Grabherstellung

Erdbestattung
Das Grab muss seitlich mit Gitterrosten befestigt werden, damit die Sargträger ungehindert Zutritt haben, um den Sarg mittels eines Versenkapperates oder manuell mittels Sarghölzer erst abgestellt und dann mit Gurten der Erde übergeben werden kann.
Im Innern des Grabes werden Grabmatten aufgehängt.
An einer Ecke des Grabes (meist am Fussteil des Sarges) stehen Sandwurf, Weihwasser oder Streublumen, je nach Wunsch.
Bei einer kirchlichen Beisetzung wird das Grab meist mit einem Standkreuz geschmückt.
Ein vorübergehend aufgestelltes Holzkreuz mit Daten des Verstorbenen kann auch zum Zeitpunkt der Beisetzung schon da stehen.
Nach der Beisetzung wird das Grab geschlossen, es entsteht ein Hügel, der nun mit Blumen / Kränzen so ausgelegt wird, dass die Blumen von nahen Angehörigen vorn an erster Stelle liegen mit gut lesbaren ausgerichteten Schleifen.
Urnenbeisetzung
Das Urnenloch kann mittels eines Spaten leicht ausgehoben werden. (Tiefe ca. 70 cm)
Zum Ausschmücken des Loches nimmt man eine Urnengrabmatte oder auf besonderen Friedhöfen schmückt man nur mit Naturmaterialien (Blumen, Blätter)
Wie auch bei der Erdbestattung stehen Sandwurf, Weihwasser oder Blüten von Blumen zum Nachstreuen bereit.

Grabkammer

Diese Grabstellenart kommt meist bei schwierigen Bodenverhältnissen zum Einsatz, wenn der Verwesungsprozess nicht innerhalb der festgesetzten Ruhefristen möglich ist.
Mit einem Bagger kann so eine Grabstelle von einer Person in 3 Stunden fertig gestellt werden.
Der Einbau erfolgt mit Betonfertigteilen, die Grabsohle ist in einer Tiefe von 2,20 m.
Nach der Bestattung kommt ein Deckel auf den Rahmen, dann eine Abdeckfolie darüber.
Auf die oberste Schicht kommt eine Vegetationsmatte, die Wasser speichert und auf den darüber liegende Pflanzen das Wasser abgibt.
In dieser Grabstelle gibt es viele Deckelelemente, in einem davon gibt es einen Kohle – Aktiv – Filter mit einem Be- und Entlüftungsgehäuse.
Der somit erzielte Luftaustausch reduziert die Verwesung auf 12 Jahre.

Grabmale und Fundamente

Jeder Steinmetz bzw. Bildhauer muss sich an die Versetzrichtlinien für Grabmale halten. (VSG 4.7, §9)
In den Friedhofsverordnungen stehen, welche Grabmale auf den ausgesuchten Friedhof errichtet werden darf.
Es werden heutzutage die verschiedensten Materialien angeboten, die man als Bildhauer oder Steinmetz verwenden kann. (Holz, sämtliche Steinarten)
Das A und O ist die öffentliche Sicherheit. Kein Grabmal darf umfallen. Es findet meist einmal im Jahr eine Begehung auf dem Friedhof statt, um Standfestigkeiten der Grabmale zu überprüfen.
Zu beachten ist:
Findet eine Beerdigung (Sargbestattung) in einem bereits mit einem Grabmal versehenen Grab statt, so muss vom Steinmetz oder Bildhauer das Grabmal bzw. die Einfassung des Grabes vorläufig entfernt werden.
Bei einer Urnenbeisetzung hat der Friedhofsträger keine Platzprobleme mit dem Aushub der Erde, die Einfassung / Grabmal kann stehen bleiben.

Grabstelle

Grabstätten bilden die kleinste Grundeinheit eines Friedhofes.
Grabstätte, wo Beisetzungen einer Urne  oder eines Sarges stattfinden kann, wobei diese Stelle von der Größe her unterschiedlich sein kann, auch mehrere Grabstellen groß.
Es gibt unterschiedliche Grabstellen: Reihengräber, Wahlgräber, Erd- und Urnengemeinschaftsanlagen, Kolumbarien.
Grabstellen bleiben Eigentum des Friedhofsträgers, die Nutzungsrechte bleiben beim Grabstellennutzer ( Grabschein )

Grabtiefe

Bei Erdbestattungen (Sarg) muss der obere zuletzt beigesetzte Sarg mindestens eine Erdschicht von 90 cm haben.
Es gibt Särge, die doppelt tief oder einfach tief beigesetzt werden.
Bei Urnenbeisetzung muss eine 50 cm Bodenschicht über der Urne sein.

Häufig gestelle Fragen an einen Bestatter

Ist der Verstorbene wirklich tot?
Äschert man mit Sarg ein?
Bricht man Verstorbenen die Knochen, wenn sie Leichenstarre haben?

Hinduismus

Es gibt im Hinduismus keine Glaubenslehre, 95 % aller Hindus leben in Indien.
Sie glauben an Reinkarnation, d.h. die Seele wird nach dem Tod in einem anderen Körper widergeboren.
Das Kastensystem ist vorherrschend.
Die Anschauung besagt, dass alle Lebewesen des Ganzen eine Stufenleiter bilden, die bei den Pflanzen beginnt und oben bei den Göttern endet.
Lebewesen werden aufgrund der Lebensweise in einem vorhergehenden Leben in die entsprechenden Kasten hineingeboren.
Ein Ende der Seelenwanderung gibt es erst, wenn die gereinigte Seele Erlösung erfährt.
Die durchgeführte Feuerbestattung ist als Läuterung der Seele zu verstehen, die sich vom vergänglichen Leib befreit.
Es ist Aufgabe des ältesten Sohnes des Verstorbenen, die Feuerbestattung zu veranlassen und zugegen zu sein.
Versorgung des Leichnams:
Es ist Pflicht, das die Angehörigen den Verstorbenen rituell waschen und einkleiden. Männer bekommen ein um die Hüften gewickeltes Gewand ( Vesti ) ein Hemd und ein Schal.
Die Frauen bekommen wenn möglich den ersten Sari ihrer Ehe angezogen. (Wickelgewand)
Gestaltung der Trauerfeier:
Für die rituelle Feier wird ein separater Raum benötigt. Es kommt zur Aufbahrung des Leichnams. Er wird u.a. mit geweihter Asche, Paste aus Sandelholz und künstlichen Safran geschmückt. Öllampen, Kampfer und Weihrauch werden angezündet.
Die Besucher sprechen Gebete.
Bestattung:
Es gibt nur Feuerbestattungen, den Transport zur Einäscherung übernimmt der Bestatter.
Die Asche wird den Angehörigen ausgehändigt ( wenn gesetzlich zugelassen ) oberstes Ziel ist, die Beisetzung in den heiligen Fluss Ganges.
Seebestattungen als Alternativen sind manchmal unumgänglich und werden auch akzeptiert.

Infektionsschutzgesetz

Infektionsschutzgesetz vom 01.01.2011
Kostenfrei herunterzuladen unter: www.bmg.bund.de
Sollte eine infektiöse Krankheit da sein, sind folgende Personen dazu meldepflichtig:

  • Der festellende Arzt
  • Laboranten, pathologische Institute
  • Leiter von Pflegeeinrichtungen, Heimen, Justizvollzugsanstalten, Angehörige von Heil – und Pflegeberufen
  • Heilpraktiker
  • Tierärzte bei Beobachtung von tollwütigen Tieren, die Kontakt zu Menschen hatten

Infektiöse, meldepflichtige Krankheiten sind:

  • Botulismus, Cholera, Diphterie, akuter Virushepatitis, Masern, Milzbrand, Pest, Tollwut, Thyphus abominalis, Poliomyelitis, Tuberkulose
  • Mikrobiell bedingte Lebensmittelvergiftung, infektiöse Gastroenteritis
  • Verdacht auf Impfschäden
  • Berührung / Verletzung durch ein tollwutkrankes Tier
  • Auftreten einer bedrohlichen Krankheit
  • Behandlungsverweigerung bei Lungentuberkulose
  • Häufig auftretende Krankenhausinfektionen
Islam

Im Grunde ist der Islam mit dem Christentum und Judentum verwandt, dort gibt es auch den Glauben an einen einzigen Gott. Mohammed, geboren um 570 in Mekka, gilt als der Prophet.
Das heilige Buch ist der Koran. Der Islam hat viele auch kontrovers denkende Glaubensgemeinschaften. Es gibt Schiiten und Sunniten.
Die Sunniten gliedern sich wiederum in Chafiten, Hanbaliten, Malikiten und die Hannafiten.
Aufgrund dieser Splitterungen gibt es in Deutschland keine anerkannte Glaubensgemeinschaft im Sinne einer Körperschaft öffentlichen Rechtes. Daher können diese Glaubensgemeinschaft keine eigenen Friedhöfe betreiben.
Es gibt bei ihnen kein einheitliches Lehrgebäude und im Umgang mit ihren Toten sind unterschiedliche Riten üblich.
Der Glaube besagt, dass Gott ihnen allen alles vorherbestimmt, z. B, das Leben und den Zeitpunkt ihres Todes, die Entscheidung über Erlösung oder Verdammnis ist vorweggenommen. Dennoch ist der Mensch für sein Tun und Handeln voll verantwortlich. Der Mensch kann im diesseitigen Leben sein seliges Leben im jenseits vorbereiten. Tod bedeutet Übergang in ein nächstes Leben. Die Feuerbestattung ist bis heute in diesem Glauben nicht zulässig. Muslime dürfen nicht unter Ungläubige gestattet werden, sie haben also meistens eigene islamische Abteilungen auf den Friedhöfen. Konflikte können entstehen, wenn muslimische Reihengräber in Dt. eingeebnet werden müssen / sollen. Deshalb entscheiden sich auch heute noch viele Muslime, ihre Verstorbenen in die Heimat überführen zu lassen.
Hier einige Bestattungsrituale:

  • Der Tote wird auf die rechte Seite gelegt, sodass sein Gesicht Qibla ( Gebetsrichtung nach Mekka ) zugewandt ist
  • Nur gleichgeschlechtliche Angehörige dürfen den Verstorbenen waschen, salben und anschließend in ein Tuch hüllen ( in Gegenwart eines muslimischen Geistlichen ) zu benutzen sind frische weiße Baumwolltücher oder Leinentücher, die Füße bleiben unverhüllt
  • Das Totengebet wird gesprochen
  • Im Grab wird die Orientierung nach Mekka eingehalten
  • Schließung der Grabstelle durch Angehörige

Besonderheit:
In Deutschland gibt es eine Bestattungspflicht mit Sarg. Nur ausgewählte Friedhöfe mir Ausnahmeregelungen dürfen im Leichentuch ihre Angehörigen bestatten. Auch gilt diese Ausnahmeregelung beim Verschließen der Grabstelle. Meist tun dies die Bestatter oder Friedhofsverwaltungen im Auftrag der Gemeinden.
Seit dem 1.4.2014 gilt das neue Bestattungsgesetz in Baden- Württemberg, es sind künftig Begräbnisse nach den Riten Andersgläubiger möglich. Es können also die Verstorbenen in Tüchern erdbestattet werden. (Ausnahme siehe Infektionsschutzgesetz)
Gestaltung der Trauerfeier:
Die Trauerfeier, wenn gewünscht, findet in einer Moschee oder einem Raum ohne christliche Symbole statt. Die Gestaltung des Raumes obliegt nur der Gemeinde. Blumen sind nicht üblich. Der Vorbeter fragt während der Feier die Gemeinde nach „Restschulden“ des Verstorbenen. Gebete folgen.
Bestattung:
Es gibt keine musikalische Umrahmung der Trauerfeier. Die Erdbestattung findet in einem schlichten Holzsarg statt, ohne Schrauben. Beigesetzt wird in Richtung Mekka. (Südosten) Der Sarg wird nur von muslimischen Männern getragen. Ein Mullah (schiitischer Geistlicher ) oder ein Imam ( Vorbeter einer Moschee ) tragen Verse aus dem Koran vor.
Tendenziell nehmen Rücküberführungen in die Heimat ab, da Deutschland immer mehr Gebiete für solche Traditionen den Hinterbliebenen einräumt.

Islamische Toten Riten

Im Umgang mit ihren Toten sind unterschiedliche Riten üblich.
Der Glaube besagt, dass Gott ihnen allen alles vorherbestimmt, z. B, das Leben und den Zeitpunkt ihres Todes, die Entscheidung über Erlösung oder Verdammnis ist vorweggenommen. Dennoch ist der Mensch für sein Tun und Handeln voll verantwortlich. Der Mensch kann im diesseitigen Leben sein seliges Leben im jenseits vorbereiten. Tod bedeutet Übergang in ein nächstes Leben. Die Feuerbestattung ist bis heute in diesem Glauben nicht zulässig. Muslime dürfen nicht unter Ungläubige gestattet werden, sie haben also meistens eigene islamische Abteilungen auf den Friedhöfen. Konflikte können entstehen, wenn muslimische Reihengräber in Dt. eingeebnet werden müssen / sollen. Deshalb entscheiden sich auch heute noch viele Muslime, ihre Verstorbenen in die Heimat überführen zu lassen.
Hier einige Bestattungsrituale:

  • Der Tote wird auf die rechte Seite gelegt, sodass sein Gesicht Qibla ( Gebetsrichtung nach Mekka ) zugewandt ist
  • Nur gleichgeschlechtliche Angehörige dürfen den Verstorbenen waschen, salben und anschließend in ein Tuch hüllen (in Gegenwart eines muslimischen Geistlichen) zu benutzen sind frische weiße Baumwolltücher oder Leinentücher, die Füße bleiben unverhüllt
  • Das Totengebet wird gesprochen
  • Im Grab wird die Orientierung nach Mekka eingehalten
  • Schließung der Grabstelle durch Angehörige

Besonderheit:
In Deutschland gibt es eine Bestattungspflicht mit Sarg. Nur ausgewählte Friedhöfe mir Ausnahmeregelungen dürfen im Leichentuch ihre Angehörigen bestatten. Auch gilt diese Ausnahmeregelung beim Verschließen der Grabstelle. Meist tun dies die Bestatter oder Friedhofsverwaltungen im Auftrag der Gemeinden.
( seit dem 1.4.2014 ist das Baden- Württembergische Bestattungsgesetz gelockert, es können nun Verstorbene in Tüchern beerdigt werden.)
Gestaltung der Trauerfeier:
Die Trauerfeier, wenn gewünscht, findet in einer Moschee oder einem Raum ohne christliche Symbole statt. Die Gestaltung des Raumes obliegt nur der Gemeinde. Blumen sind nicht üblich. Der Vorbeter fragt während der Feier die Gemeinde nach „Restschulden“ des Verstorbenen. Gebete folgen.
Bestattung:
Es gibt keine musikalische Umrahmung der Trauerfeier. Die Erdbestattung findet in einem schlichten Holzsarg statt, ohne Schrauben. Beigesetzt wird in Richtung Mekka. (Südosten) Der Sarg wird nur von muslimischen Männern getragen. Ein Mullah (schiitischer Geistlicher ) oder ein Imam ( Vorbeter einer Moschee ) tragen Verse aus dem Koran vor.
Tendenziell nehmen Rücküberführungen in die Heimat ab, da Deutschland immer mehr Gebiete für solche Traditionen den Hinterbliebenen einräumt.

Jainismus

Der Jainismus, auch Jaina-Religion genannt, gehört zu den ältesten heute auf der Erde existierenden Religionen und zählt neben Buddhismus und Hinduismus zu der dritten Hochreligion in Indien mit ca. 4,2 Mio. Anhängern.
Die Anhänger selbst nennt man „Jainas“.
Historisch sind nur die letzten beiden Kirchengründer Parshva und Mahavira erfasst, wobei die Worte des Mahaviras eine große Rolle spielen.
Das wichtigste Gebot für die Jainas ist die „Ahimsa“, das Nichtverletzen aller Lebewesen, d. h. u. a. auch Tieren gegenüber den gleichen Respekt wie Menschen entgegenzubringen, sie weder zu bedrohen, zu schlagen und zu töten. Die Jainas sind deshalb Vegetarier.
Die Jaina-Mönche befolgen strikt das Ahimsa-Gebot, z. B. haben sie kleine Besen bei sich, um den Weg freizufegen, tragen Tücher vor dem Mund, gehen nicht bei Dunkelheit aus und Essen nur am Tag.
Wie beim Buddhismus und Hinduismus wird die Jaina-Religion stark vom Glauben an Karma und Reinkarnation geprägt.

Judentum

Tod und Bestattung sind im orthodoxen Judentum streng geregelt.
Keine Bestattung funktioniert ohne Rabbiner bzw. ohne Hilfestellungen der jüdischen Gemeinde.
Ein Rabbiner ist ein jüdischer Geistlicher.
Im Judentum ist es Pflicht, dem Toten die letzte Ehre zu erweisen und ihm auf dessen letzten Weg zu begleiten. Trotzdem existiert der Glaube, dass jeder Mensch, der einen Leichnam berührt, kultisch verunreinigt ist. Nach Eintritt des Todes darf der Verstorbene nicht allein gelassen werden. Es wird eine Totenwache gehalten, man liest und hört Psalme. Nach einer rituellen Waschung schließt sich eine Ankleidung von schlichten Totenhemden und eine Einsargung in einen schlichten Sarg an. Verstirbt ein männlicher Verstorbener so wird er mit seinem Gebetsschal eingebettet, nachdem die Fransen des Schals abgeschnitten wurden.
In Israel erfolgt die Bestattung ziemlich zeitnah des Todes, aufgrund der klimatischen Bedingungen erfolgt die dortige Zeremonie/ Bestattung ohne Sarg.
Juden meiden Luxus bei Bestattungen, meistens produziert ein Schreiner einen einfachen aus Weichholz gefertigten Sarg, der in Deutschland noch notwendig ist. (außer auf einigen Friedhöfen Dt., siehe Bestattungsgesetz Baden- Württemberg vom 01.04.2014)
Ohne Kränze und Blumen wird die Beisetzung meist als Erdbestattung durchgeführt, als Symbol von aller Menschen Gleichheit im Tod.
Im modernen Judentum kommt es aber auch zu Einäscherungen bei denjenigen, die eine körperliche Auferstehung grundsätzlich ablehnen. Man geht mit der Vorstellung einher, dass die Seele vom Leib getrennt wird. Die ewige Seele muss gepflegt werden, der Leib respektiert. Aber auch bei Einäscherungen, wird die Urne im Sarg beigesetzt.
Jüdische Gemeinden haben das Recht, eigene Friedhöfe zu unterhalten, für Juden das sogenannte „Haus der Ewigkeit“. Ewig bleiben auch die Grabstellen bestehen, schlicht, nur mit Grabsteinen, manchmal Efeu umwachsend. Es existiert keine Pflege der Gräber, die Pflege überlässt man der Natur.
Hinterbliebene Besucher der Grabstellen, bringen meist nur Steine mit zum Grab, keine Blumen, sie sollen an die Wüste erinnern, wo Grabstellen mit einer Anhäufung von Steinen geschützt werden sollten.
Männliche Besucher haben immer eine Kopfbedeckung zu tragen.
Versorgung des Leichnams:
Chewra Kadischa ( jüdische Beerdigungsbruderschaft ) versorgen den Verstorbenen. Meist in separaten Räumen werden Hose, Überhemd mit Gürtel (ohne Knoten zu machen ) angezogen. Auf den Kopf kommt eine Haube. Alles ist in weiß.
Gestaltung der Trauerfeier:
Schlichte Ausstattung des Raumes, Kerzen und Pflanzen sind möglich, es gibt keinen Altar, nur ein Pult. Die Angehörigen sitzen im Raum vorn, die Trauergemeinde weiter hinten.
Der Sarg ist immer geschlossen, zeigt mit den Füßen Richtung Tür. Ein Redner wird von der Gemeinschaft gestellt, musikalische Umrahmung ist möglich, aber unüblich.
Bestattung:
Nur Erdbestattung für Gläubige. Die Sargträger stellt wiederum die Gemeinde. Der Sarg wird im Beisein der Angehörige ins Grab gesenkt. Die Richtungen der Gräber sind alle in südöstlicher Richtung ( Richtung Jerusalem ) angelegt. Der Sarg besteht aus unbehandeltem Holz ( so gering als möglich behandelt) und hat Schlaufen als Griffe, die aus einfach gefertigten Tauen bestehen.

Jüdischer Friedhof

= Ewiges Haus, Haus des Lebens, Haus der Gräber, Guter Ort.
Es besteht für die Bestatteten ein dauerndes Ruherecht.

Karma

Folgen des menschlichen Handelns im Buddhismus / Hinduismus.

Kirchliche Bestattung

Die katholischen Beisetzungen sind vorgeschrieben im Rituale Romanum.
Es erfolgt die Aussegnung am Sterbeort (Weihwassenbesprengung), die Überführung in die Kirche (Aufbahrung) mit der anschließenden Totenmesse.
Unter Singen der Antiphon In paradisum wird der Verstorbene zur Grabstelle begleitet, das Grab wird gesegnet.
Nach dem Versenken des Sarges erfolgt der dreifache Erdwurf und das Benedictus.
Der Verstorbene steht bei der katholischen Beisetzung im Mittelpunkt.

Kirchlicher Friedhof

Es erfolgte ausschließlich die Bestattung von Verstorbenen, die einer Religion/Konfession angehören.
In der heutigen Zeit wird dies nicht mehr so streng gesehen.

Klinischer Tod

Minimales Leben ist noch vorhanden, entsprechende Widerbelebungsmaßnahmen könnten noch wirken.
Diese unsicheren Todesanzeichen können sein:

  • Atemstillstand
  • Kreislaufstillstand
  • Bewusstlosigkeit
  • Fehlende Pupillenfunktion
  • Leichenkälte
  • Fehlende Reflexe
  • Leichenblässe
Kolumbarium

Sind Urnenmauern oder Urnenwände auf Friedhöfen, in diesen Nischen können auch mehrere Urnen gleichzeitig beigesetzt werden.
Schriftplatten verschließen die Nischen.

Kommunaler Friedhof

Hier können Verstorbene beigesetzt werden, die keiner Religion angehören, aber auch diejenigen, die christlich beerdigt werden wollen.
Muslimische Einwohner finden auch hier ihre „letzte Ruhe“.

Konfuzianismus

Konfuzianismus ist eine Weltanschauung, eine Philosophie und auch eine Religion, wobei die Lehren des „Konfuzius“ im Mittelpunkt stehen.
Es handelt sich hier um einen Verhaltenskodex mit vielen Zeremonien u. a. auch dem sogenannten Ahnenkult, welcher auch bis heute noch im Privatleben der Chinesen in Taiwan, aber auch wieder vermehrt in der Volksrepublik, eine wichtige Rolle spielt.
Anlässlich des Geburtstages des Konfuzius werden am 28. September die traditionellen rituellen Tänze im Konfuzius-Tempel von Qufu aufgeführt.
Der Konfuzianismus gehört neben dem Buddhismus und Daoismus/Taoismus zu den „Drei Lehren“.

Kosmetik bei Verstorbenen

Natürlich werden mehr Frauen als Männer kosmetisch zurechtgemacht.
Das Motto ist aber auch hier, weniger ist mehr.
Eine Natürlichkeit ist besser als jede Farbnuance, die schlecht zum Verstorbenen passt.
Hier hilft wieder ein Foto der Verstorbenen, die man dem Bestatter gibt.
Der Bestatter reinigt zuerst die Haut, desinfiziert sie. Danach kommt Feuchtigkeitscreme auf die Haut.
Zum Schluss die dekorative Kosmetik, Puder, Make up, Lidschatten, Lippenstift, Rouge, Nagellack.
Es ist zu beachten, dass handelsübliche Kosmetika manchmal zu keinem guten Ergebnis führen, dafür gibt es spezielle Produkte.

Kremationsdokumente

die der Bestatter im Krematorium abgeben muss:

  • Sterbenachweis vom Standesamt, welches den Tod beurkundet hat (Unbedenklichkeitsbescheinigung der Ordnungsbehörde des Sterbeortes)
  • Bei natürlichem Tod die amtsärztliche Bescheinigung (2. Leichennachschau vom Amtsarzt)
  • Bei unnatürlichen Tod die staatsanwaltschaftliche Bestattungserlaubnis
  • Willenserklärung zur Feuerbestattung (beim Bestatter auszufüllen)
  • Urnenaufnahmeschein vom zukünftigen Friedhof
Krematorien

Sind moderne Feuerbestattungen seit dem späten 19. Jahrhundert.

Krematorium

Ein Krematorium ist ein Gebäude mit allen Anlagen für eine Einäscherung bzw. steht auch für eine Abschiednahme ein würdiger Raum zur Verfügung.
moderne Feuerbestattungen seit dem späten 19. Jahrhundert.
Errichtet und betrieben werden darf ein Krematorium von Gemeinden, Gemeindeverbänden und Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie auch Privatpersonen.
Die Körperschaft, die die Genehmigung erhalten hat, kann mit Zustimmung der Bezirksregierung widerruflich die Genehmigung zum Bau und zum Betrieb eines Krematoriums einem rechtmäßigen Feuerbestattungsverein übertragen.
In den Bundesländern, die das Feuerbestattungsgesetz von 1934 außer Kraft gesetzt haben, können andere Regeln greifen.

Lagerung von Verstorbenen

Der Verstorbene muss zu jeder Zeit mit seinen wichtigsten Daten gekennzeichnet sein. (Fußzettel, Totenschein vom Arzt)
Bei +/- 5° Celsius darf man Verstorbene entweder im Kühlraum, im Kühlfach oder im Sarg mit einem Kühlaufsatz lagern.

Langsames Sterben

Viele Krankheiten, wo der Tod als sicheres Ende gilt, geht mit einem langsamen Abschied einher.
Der zukünftige Witwer / Witwe müssen sich schon vor dem Tod allein zurechtfinden, meist ziehen sie schon in eine kleinere Wohnung, richten sich das Leben so neu ein, weil es sein muss.
Haben aber deshalb Schuldgefühle.

Leichenbeförderung im Ausland

Es gelten für Deutschland folgende Regeln:

  • Internationales Abkommen über die Leichenbeförderung vom 10.02.1937 (Berliner Abkommen)
    Beigetreten sind u.a.  die Länder Ägypten, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Mexico, Österreich, Portugal, Rumänien, Schweiz, Tschechien, Slowakei, Dem. Rep. Kongo
  • Europäisches Abkommen über die Leichenbeförderung vom 26.10.1973 (Straßburger Abkommen) ist am 11.11.1975 in Kraft getreten mit sieben Mitgliedsstaaten
  • Zweiseitige Abkommen zwischen Deutschland und Österreich, Frankreich, Griechenland und Italien
Leichenhallen

Seit dem späten 18. Jahrhundert gibt es Leichenhallen.

Leichenöffnung

Erstreckt sich beim Verstorbenen auf Kopf -, Brust- und Baumhöhle.
Wer kann eine Leichenöffnung beantragen?
Polizei, Versorgungsamt, Angehörige oder die Berufsgenossenschaft
Wer noch?
Staatsanwaltschaft oder Gerichte
Wer ist bei einer gerichtlich angeordneten Leichenöffnung zugegen?
Staatsanwalt, zwei Ärzte, darunter 1 Gerichtsmediziner und eventuell ein Richter.

Leichenschmaus

Ist die Bewirtung der Trauergäste / Familie nach der Beisetzung oder Trauerfeier.
„Fell versaufen“

Lesbenfriedhof

Auf dem evangelischen Georgen-Parochial-Friedhof in Berlin, Prenzlauer Berg, wurde der erste Lesbenfriedhof eingeweiht, auf welchem die Bestattung lesbischer Frauen ermöglicht werden soll und ein Ort der Trauer um die Verstorbenen und der Begegnung der Hinterbliebenen geschaffen wurde.
Das 400 m² große Friedhofsfeld bietet Grabstellen für Urnen- und Erdbestattungen und wurde nach dem keltischen Symbol der dreifachen Spirale, der Triskele, auch „Kreislauf des Lebens“ bezeichnet, gestaltet.
Der Lesbenfriedhof wird von der SAPPhO-Frauenwohnstiftung getragen.

Literatur Kindertod

Buch „WARUM NUR, GOTT? – Glaube und Zweifel nach dem Tod eines Kindes“ von Bärbel Friedrich, Elisabeth Korgiel, Jan Salzmann
vom Gütersloher Verlagshaus, ISBN: 978-3-579-06583-0
>>Die Autoren tragen Erfahrungen mit Sachbeiträgen von Trauernden verschiedener Epochen und Glaubensrichtungen zusammen und können bei der Trauerarbeit helfen.<<

Muslimenbestattung Baden – Württemberg

Religiöse und traditionsgemäße Erdbestattung bei Muslimen in der Region Baden-Württemberg
Seit 1. April 2014 wurde in Baden-Württemberg das neue Bestattungsgesetz verabschiedet.
Nunmehr können Muslime in dieser Region ihrer Religion und Tradition hinsichtlich der Bestattung ihrer Verstorbenen nachkommen, d.h. sollte ein verfügter oder mutmaßlicher Wille des Verstorbenen über eine Bestattung ohne Sarg vorliegen, kann der Verstorbene in Tüchern erdbestattet werden.
Sollten jedoch gesundheitliche Gefahren zu befürchten sein, gilt diese Regelung nicht.
Aus hygienischen Gründen wird der Verstorbene im Sarg zur Grabstelle transportiert.

Nachlassgericht

Ist zuständig für die Verwaltung und Eröffnung von Testamenten, die Erteilung eines Erbscheines an die Hinterbliebenen sowie die Bestellung von Nachlasspflegern und Testamentsvollstreckern.
Ist ein Testament beim Nachlassgericht hinterlegt, dann gibt es eine Meldung zum Geburtsstandesamt des Erblassers.
Stirbt der Erblasser, verständigt das Standesamt, das den Tod beurkundet, wiederum das Geburtsstandesamt.
Dieses informiert dann das Nachlassgericht, die Eröffnung des Testamentes kann erfolgen.
Die Angehörigen müssen selbstständig den Kontakt zum Amtsgericht herstellen.

Nachlassverwalter

Verwaltet den Nachlass. (Erbe)

Notarieller Erbvertrag

Beinhaltet wie ein Testament auch erbrechtliche Verfügungen.
Die Besonderheit liegt in den bindenden vertragsmäßigen Verfügungen.
Empfohlen wird, diesen Erbvertrag beim Nachlassgericht zu verwahren.

Oberflächenbehandlung des Sarges

Naturholzartige Anstriche

  • Meist Särge aus Kiefer, die durch eine Oberflächenbehandlung höherwertigen Hölzern angeglichen werden
  • Es sind Farbanstriche, die der Struktur von Edelhölzern nachempfunden werden können

(Maserung dieser Hölzer wird genau imitiert)

Ritzungen von Nadelholzsärgen

  • Die Särge werden mit mehreren Farbschichten gestrichen und am Ende durch Ritzen Struktur und Porung der Eichenmaserung herausgearbeitet

(Eiche geritzt) diese Variante ist sehr arbeitsintensiv

Beizen und Bleichen

  • Bei Massivholz kann durch Wachsen, Räuchern oder Wässern die Oberfläche verändert werden (es entsteht ein neuer Farbton)
  • Durch Kalken können die Holzporen hell oder dunkel gefärbt werden.

(Aufhellung auch durch Wasserstoffperoxid möglich, ökologisch aber bedenklich)

Lackieren und Lasieren

  • Beim Lackieren spritzt man eine Holzschutzschicht auf, meist entsteht ein matter Glanz mit diesen Klarlacken (bei hochglänzenden Särgen wird von Hand poliert)
  • Lasuren ziehen tief in Holz ein, wird dünn aufgetragen, damit man Maserungen noch erkennt
  • PVC oder PVC- haltige und Formaldehyd abspaltende Lacke dürfen nicht verwendet werden
  • Vor dem letzten Lackiervorgang wird eine 3,5 cm * 3,5 cm große Plakette angebracht, die die Oberflächenbehandlung kennzeichnet

Verzierung von Särgen

  • Schnitzmotive jeglicher Art (z.B, Palmenblätter, Ranken, Kreuze) meist auf dem Deckelseitenteil befindlich
  • Auf dem Deckel können Kreuze aus Holz / Metall aufgeklebt oder geschraubt werden
  • Es gibt Perl-, Zopf- und Schnitzstäbe, Stab- und Hohlkehlung sowie aufgesetzte Leisten, die aufgebracht werden
Pathologische Institute

Hier werden meist exakte Todesursachen geklärt anhand von entnommener Gewebeproben.
Pathologische Institute findet man an jedem größerem Klinikum.

Pflichteilberechtigte Personen

Ein gesetzlicher Erbe kann durch Testament / Erbvertrag ausgeschlossen werden.
Er kann aber seinen Pflichtteil einfordern.
Meistens ist es die Hälfte desjenigen, was ihm nach gesetzlicher Erbfolge zugestanden hätte.
Anspruch auf Geldzahlungen haben nur

  • Ehegatte
  • Abkömmlinge
  • Eltern des Erblassers
Plötzlicher Tod

Kommt ein Tod plötzlich, so stehen meist unausgesprochene Dinge zwischen dem Verlassenen und dem Verstorbenen. Das erschwert das Abschied nehmen, Schuldgefühle bleiben zurück und man will den Tod nicht wahrhaben.
Eine Realisierung des Verlustes ist (wenn machbar) durch eine Abschiednahme realisierbar.

Private Bestattungsunternehmen

Existieren seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Rechtsmedizin

In der Rechtsmedizin landen Verstorbene, die aufgrund von Unfällen / Suizid oder Mord verstorben sind oder eine nicht eindeutige Todesursache hatten.
Hier soll aufgeklärt werden ob und wie Fremdverschulden vorlag, ob etwas Unnatürliches vorliegt.
Die Staatsanwaltschaft bzw. Gericht beantragt die Leichenöffnung.
Die Beisetzung einer solchen Person kann erst durch die Freigabe dieser Stelle erfolgen.

Reihengrabstätten

Sind Grabstellen für eine Beisetzung (Sarg oder Urne).
Man kann diese Grabstätte nicht zu Lebzeiten erwerben, eine Verlängerung des Nutzungsrechtes an dieser Grabstelle ist auch nicht möglich.
Diese Grabstellen werden meist nach der Ruhefrist vom Friedhof wiederbelegt.

Richterliche Leichenschau

Wird gemacht um unnatürliche Todesfälle aufzuklären oder um die Identität des Verstorbenen zu klären.
Diese Leichenschauen nimmt ein Gerichtsarzt vor.

RuheForst

Ist eine besondere Form der Bestattung.
Die letzte Ruhestätte erfolgt in ausgewählten Waldgebieten, in sogenannten „RuheBiotopen“, die auch zu Lebzeiten erworben werden können.
Das Nutzungsrecht für ein RuheBiotop kann bis zu 99 Jahre eingeräumt werden.
Es besteht die Möglichkeit, das Grab namentlich zu kennzeichnen.
Für die Beisetzung werden ausschließlich biologisch abbaubare Urnen verwendet.
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von RuheForst Standorten in Deutschland (www.ruheforst.de).

Ruhefristen

Das Gesundheitsamt erhält vor der Eröffnung eines neuen Friedhofes eine Probe des Bodens vom Friedhof.
Anhand dieser Bodenanalyse werden die Ruhefristen festgelegt. (Zeit bis der Leichnam im Boden verwest ist)
Erfahrungsgemäß dauert es in Sand und Kiesböden 7 -12 Jahre, in Grabkammern mit Kohlefiltern 7 – 12 Jahre und in zähen Lehmböden 25 – 30 Jahre.

Sächsische Bestattungsgesetz

Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG

Sächsisches Gesetz über das Friedhofs-, Leichen-und Bestattungswesen (Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG)
Vom 8. Juli 1994
Rechtsbereinigt mit Stand vom 11. Juli 2009

Der Sächsische Landtag hat am 23. Juni 1994 das folgende Gesetz beschlossen:

Inhaltsübersicht 1

Erster Abschnitt

Friedhofswesen

§ 1 Bestattungsplätze

§ 2 Gemeindefriedhöfe

§ 3 Andere Friedhöfe und Bestattungsplätze

§ 4 Friedhöfe nichtgemeindlicher Träger

§ 5 Standort-und Abstandsregeln

§ 6 Ruhezeit

§ 7 Benutzungsordnung der Gemeindefriedhöfe

§ 8 Schließung und Aufhebung von Bestattungsplätzen

§ 8a Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

Zweiter Abschnitt

Leichenwesen

§ 9 Begriffsbestimmungen

§ 10 Verantwortlichkeit

§ 11 Pflicht zur Veranlassung der Leichenschau; Benachrichtigungspflichten

§ 12 Ärztliche Leichenschaupflicht

§ 13 Durchführung der äußeren Leichenschau

§ 14 Todesbescheinigung

§ 15 Innere Leichenschau

§ 16 Einsargung und Überführung

§ 17 Beförderung von Leichen

Dritter Abschnitt

Bestattungswesen

§ 18 Allgemeine Vorschriften zur Bestattung

§ 18a Erdbestattung

§ 18b Feuerbestattung

§ 19 Fristen für die Bestattung

§ 20 Einäscherungsanlagen

§ 21 Bestatter, Totengräber

§ 22 Ausgrabung, Umbettung

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Vierter Abschnitt

Ordnungswidrigkeiten, Ermächtigungen und Schlußbestimmungen

§ 23 Ordnungswidrigkeiten

§ 24 Ermächtigungen

§ 25 Sonderbestimmungen

§ 26 Inkrafttreten

Anlage 1 (zu § 14 Abs. 1)

Anlage 2 (zu § 12 Abs. 3)

Anlage 3 (zu § 15 Abs. 5)

Anlage 4 (zu § 17 Abs. 3)

Erster Abschnitt

Friedhofswesen

§ 1

Bestattungsplätze

(1) Bestattungsplätze sind

1. Gemeindefriedhöfe,

2. Friedhöfe der Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Grabstätten in Kirchen,

3. Anstaltsfriedhöfe und sonstige private Bestattungsplätze.

(2) Bestattungsplätze müssen der Würde des Menschen, den allgemeinen sittlichen Vorstellungen und den anerkannten gesellschaftlichen Ordnungen entsprechen. Sie müssen so beschaffen sein, daß die Totenruhe gewährleistet und das Grundwasser sowie die Oberflächengewässer, die öffentliche Sicherheit sowie die Gesundheit und das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt werden. Die Anforderungen einer geordneten städtebaulichen Entwicklung sowie die Belange der Landschafts-und Denkmalpflege sind zu berücksichtigen.

(3) Die Neuanlage und die Erweiterung eines Bestattungsplatzes sowie die Wiederbelegung eines vorher geschlossenen Bestattungsplatzes bedürfen einer schriftlichen Genehmigung. Sie ist zu erteilen, wenn die Voraussetzungen dieses Gesetzes erfüllt sind und sonstige Vorschriften des öffentlichen Rechts nicht entgegenstehen. Zuständige

Genehmigungsbehörde ist

1. in kreisangehörigen Gemeinden der Landkreis,

2. in Kreisfreien Städten die Kreisfreie Stadt.

(4) Vor der Erteilung der Genehmigung hat die Genehmigungsbehörde eine gutachtliche Stellungnahme des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zu den geologischen und hydrogeologischen Gegebenheiten einzuholen und sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt ins Benehmen zu setzen. 2

§ 2

Gemeindefriedhöfe

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(1) Den Gemeinden obliegt es als Pflichtaufgabe, Friedhöfe anzulegen und zu erweitern sowie Leichenhallen zu errichten, soweit hierfür ein öffentliches Bedürfnis besteht, und diese Einrichtungen zu unterhalten. Diese Pflicht umfaßt auch die Sorge dafür, daß die notwendigen Bestattungseinrichtungen zur Verfügung stehen.

(2) Auf Gemeindefriedhöfen ist die Bestattung verstorbener Gemeindeeinwohner zuzulassen.
Die Bestattung anderer Verstorbener kann durch Satzung der Gemeinde ermöglicht werden.
Die Bestattung einer anderen in der Gemeinde verstorbenen oder tot aufgefundenen Person ist außerdem zuzulassen, wenn diese keinen festen Wohnsitz hatte, ihr letzter Wohnsitz unbekannt ist, ihre Überführung an den früheren Wohnsitz unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen würde oder wenn Gründe der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung eine Bestattung in der Gemeinde erfordern.

(3) Auf Gemeindefriedhöfen sind in ausreichendem Umfang Reihengräber als Einzelgräber bereitzustellen. In der Benutzungsordnung der Friedhofsträger (§ 7 Abs. 1) ist zu regeln, in welchem Umfang andere Arten von Grabstätten, insbesondere Wahlgräber und Gemeinschaftsgrabanlagen, bereitgestellt werden und welche anderen Begräbnisformen zugelassen sind. 3

§ 3

Andere Friedhöfe und Bestattungsplätze

(1) Kirchen, Kirchgemeinden und Kirchgemeindeverbände sowie andere Religions-oder Weltanschauungsgemeinschaften, die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, können eigene Friedhöfe nach Maßgabe der Gesetze anlegen, erweitern und wiederbelegen (kirchliche Friedhöfe) sowie Leichenhallen errichten.

(2) Grabstätten in Kirchen der in Absatz 1 genannten Körperschaften sind als Bestattungsplätze zu genehmigen, sofern nicht durch die Bestattung im Einzelfall gesundheitliche Gefahren zu befürchten sind.

(3) Anstaltsfriedhöfe und sonstige private Bestattungsplätze dürfen nur angelegt, erweitert oder wiederbelegt werden, wenn

1. ein besonderes Bedürfnis oder ein berechtigtes Interesse besteht,

2. eine würdige Gestaltung und Unterhaltung des Bestattungsplatzes während der Ruhezeit gesichert sind und

3. öffentliche Interessen oder schutzwürdige Belange Dritter nicht entgegenstehen.

(4) Jede Bestattung auf sonstigen privaten Bestattungsplätzen, die nicht Anstaltsfriedhöfe sind, bedarf einer besonderen Genehmigung durch die nach § 1 Abs. 3 zuständige Behörde. Die Genehmigung darf nur für die Beisetzung von Aschen Verstorbener erteilt werden. Sie ist insbesondere zu versagen, wenn die Bestattung mit der jeweils geltenden Bebauungsplanung nicht vereinbar ist.

(5) Die Veräußerung von Grundstücken, auf denen sich Anstaltsfriedhöfe oder sonstige private Bestattungsplätze befinden, ist der Genehmigungsbehörde anzuzeigen. 4

§ 4

Friedhöfe nichtgemeindlicher Träger

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(1) Auf nichtgemeindlichen Friedhöfen, außer jüdischen, sind die in § 2 Abs. 2 genannten Verstorbenen aufzunehmen, soweit in zumutbarer Entfernung keine gemeindlichen Friedhöfe bestehen. Dies gilt auch dann, wenn es sich um andersgläubige oder konfessionslose Verstorbene handelt. Diese sind nach Möglichkeit ohne räumliche Absonderung von anderen Grabstellen zu bestatten; die Nutzung der Leichenhalle ist für sie zuzulassen. In die Art und Weise der Bestattungs-und Totengedenkfeiern sowie in die Gestaltung der Grabstätten darf nur unter den Voraussetzungen des § 7 eingegriffen werden.

(2) Die Gemeinden haben sich an dem Kostenaufwand anderer Träger, die in ihrem Einzugsbereich einen Friedhof im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 unterhalten, angemessen zu beteiligen, soweit die Kosten nicht durch Einnahmen aus den für die Nutzer zumutbaren Gebühren gedeckt werden können. Das gleiche gilt, wenn die gemeindlichen Bestattungsplätze nicht ausreichen und soweit der andere Friedhofsträger im Einverständnis mit der Gemeinde Bestattungsplätze für die Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Das Nähere wird durch Vereinbarung zwischen der Gemeinde und dem anderen Friedhofsträger geregelt.

§ 5

Standort-und Abstandsregeln

(1) Friedhöfe sollen in ruhiger Lage, insbesondere nicht in unmittelbarer Nähe von verkehrsreichen Straßen, Eisenbahnen, Flug-, Sport-und Vergnügungsstätten, Industrie-und Gewerbebetrieben sowie von Anlagen, die der militärischen Verteidigung dienen, angelegt werden.

(2) Friedhöfe sollen verkehrsgünstig gelegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Für den ruhenden Verkehr sollen ausreichende und geeignete Parkflächen bereitgestellt werden.

(3) Friedhöfe können als Mittelpunktanlagen für mehrere Gemeinden oder Gemeindeteile angelegt werden.

(4) Friedhöfe sind nach außen durch Bäume, Sträucher, Zäune, Mauern, Erdwälle oder auf ähnliche Weise hinreichend abzuschirmen.

(5) Der Grenzabstand zwischen Friedhöfen und Wohngebäuden einschließlich deren Nebenanlagen muss mindestens 35 m betragen. Zu Gewerbe-und Industrieanlagen einschließlich deren Nebenanlagen ist ein Grenzabstand von mindestens 75 m einzuhalten. Es können geringere Abstände zugelassen werden, wenn dies mit den nachbarlichen Belangen vereinbar ist und Ruhe und Würde des Friedhofs nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Die Entscheidung hierüber trifft in den Fällen des § 1 Abs. 3 die dort genannte Behörde. Im Fall der Errichtung oder Änderung eines zu einem Friedhof benachbarten Bauvorhabens wird die Entscheidung nach Anhörung des Friedhofsträgers durch die zuständige Bauaufsichtsbehörde getroffen; bei genehmigungsfreien Vorhaben entscheidet die untere Bauaufsichtsbehörde.

(6) Die vorgeschriebenen Grenzabstände gelten nicht für die Abstände von bestehenden Friedhöfen zu Wohngebäuden oder gewerblichen Einrichtungen, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes errichtet worden sind. 5

§ 6

Ruhezeit

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(1) Für einen Bestattungsplatz oder für Teile eines Bestattungsplatzes wird in der Genehmigung nach § 1 Abs. 3 im Benehmen mit dem Gesundheitsamt festgelegt, wie lange Grabstätten nicht erneut belegt werden dürfen (Mindestruhezeit).

(2) Die Mindestruhezeit beträgt bei Fehlgeborenen und bei Leichen von Kindern, die tot geboren oder vor Vollendung des 2. Lebensjahres gestorben sind, 10 Jahre, im Übrigen 20 Jahre. Für Aschen Verstorbener gelten die Ruhezeiten entsprechend.

(3) Der Träger des Bestattungsplatzes kann in der Benutzungsordnung (§ 7 Abs. 1) längere als die durch Gesetz oder Verordnung vorgeschriebenen Ruhezeiten vorsehen.

(4) Sofern die Benutzungsordnung (§ 7 Abs. 1) den Angehörigen des Verstorbenen ein Nutzungsrecht an der Grabstätte für die Dauer der Mindestruhezeit oder länger einräumt, handelt es sich um ein Nutzungsverhältnis öffentlich-rechtlicher Art.

(5) Während der Ruhezeit dürfen in einer Grabstätte weitere Leichen oder Aschen Verstorbener nur beigesetzt werden, wenn die Grabstätte dazu geeignet und bestimmt ist; das Nähere regelt die Benutzungsordnung (§ 7 Abs. 1).

(6) Die Ruhezeiten nach Absatz 2 gelten nicht für die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes bereits belegten Grabstätten. 6

§ 7

Benutzungsordnung der Gemeindefriedhöfe

(1) Die Gemeinden regeln die Benutzung von Gemeindefriedhöfen und Leichenhallen sowie die Gestaltung von Grabstätten durch Satzung.

(2) Den Kirchen, Religions-und Weltanschauungsgemeinschaften steht es frei, bei Bestattungen und Totengedenkfeiern nach ihren Ordnungen und Bräuchen zu verfahren. Andere Feiern bedürfen einer Genehmigung des Friedhofsträgers. Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn Grund zu der Annahme besteht, daß durch die Art der Bestattungs-oder Totengedenkfeiern das sittliche Empfinden der Allgemeinheit oder das religiöse Empfinden der Kirchen oder der Religions-oder Weltanschauungsgemeinschaften oder ihrer Mitglieder verletzt werden könnte. 7

§ 8

Schließung und Aufhebung von Bestattungsplätzen

(1) Bestattungsplätze können ganz oder teilweise vom Träger für weitere Erdbestattungen und Beisetzungen der Asche Verstorbener gesperrt (Schließung) oder anderen Zwecken gewidmet werden (Aufhebung). Schließung und Aufhebung von Gemeindefriedhöfen sind öffentlich bekanntzumachen.

(2) Die Schließung ist der für die Genehmigung nach § 1 Abs. 3 zuständigen Behörde anzuzeigen. Die Träger von Friedhöfen im Sinne des § 3 Abs. 1 und von Anstaltsfriedhöfen haben die Gemeinden von der beabsichtigten Schließung zu unterrichten.

(3) Bestattungsplätze dürfen nach ihrer Schließung frühestens mit Ablauf sämtlicher Ruhezeiten aufgehoben werden, sofern nicht im Einzelfall die Voraussetzungen des Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 6 von 37 Absatzes 4 vorliegen. Die Aufhebung bedarf der Genehmigung der nach § 1 Abs. 3 zuständigen Behörde.

(4) Die Genehmigungsbehörde kann die Schließung oder Aufhebung eines Bestattungsplatzes auch vor Ablauf der Ruhezeiten nach Anhörung des Trägers, der Gemeinde und des örtlichen Gesundheitsamtes anordnen, wenn an der Nutzung des Bestattungsplatzes zu anderen Zwecken ein zwingendes öffentliches Interesse besteht oder wenn diese Maßnahme aus Gründen der Abwehr gesundheitlicher Gefahren unumgänglich ist.

(5) Bei der Aufhebung hat der Träger des Bestattungsplatzes die Leichen und die Asche Verstorbener, deren Ruhezeit noch nicht abgelaufen ist, unter Beachtung der erforderlichen Sorgfalt umzubetten und die Grabeinrichtungen zu verlegen. Ein Nutzungsberechtigter, dessen Nutzungsrecht an der Grabstätte zum Zeitpunkt der Aufhebung fortbesteht, kann die Umbettung auch nach Ablauf der Ruhezeit verlangen.

(6) Wer die Umbettung verlangen kann, hat auch Anspruch auf Erstattung der Umbettungskosten; nach Wahl des bisherigen Nutzungsberechtigten gehören hierzu auch die Wiederherstellungskosten für die neue oder die Entschädigung für die alte Grabeinrichtung. Betrifft die Aufhebung eine Wahlgrabstätte, in der weitere Bestattungen oder Beisetzungen zulässig gewesen wären, sind auch die Kosten für einen entsprechenden Wiedererwerb zu erstatten. Die Ansprüche sind öffentlich-rechtlich; sie richten sich gegen die Stelle, zu deren Gunsten die Aufhebung erfolgt.

§ 8a

Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft

(1) Die Gemeinden sind zuständig für die Feststellung und Erhaltung der Gräber sowie die Auskunftserteilung nach § 5 des Gesetzes über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz) in der Fassung der Bekanntmachung vom 9. August 2005 (BGBl. I S. 2426), in der jeweils geltenden Fassung.

(2) Die Landesdirektion Chemnitz ist zuständig für
1. die Gewährung der Ruherechtsentschädigung nach § 3 des Gräbergesetzes,
2. die Übernahme eines Grundstücks nach § 4 des Gräbergesetzes,
3. die Zustimmung zu Verlegungen nach § 6 des Gräbergesetzes und
4. die Anordnung einer Ausbettung und Identifizierung nach § 8 des Gräbergesetzes.

(3) Die vom Bund nach § 10 Gräbergesetz ausgereichten Mittel werden durch die Landesdirektion Chemnitz an die Gemeinden weitergeleitet. 8 Zweiter Abschnitt Leichenwesen

§ 9

Begriffsbestimmungen

(1) Menschliche Leiche im Sinne des Gesetzes ist der Körper eines Menschen, der sichere Zeichen des Todes aufweist. Als menschliche Leiche gilt auch ein Körperteil, ohne den ein Lebender nicht weiterleben könnte. Als menschliche Leiche gilt ferner der Körper eines Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 7 von 37 Neugeborenen, bei dem nach vollständigem Verlassen des Mutterleibes, unabhängig vom Durchtrennen der Nabelschnur oder von der Ausstoßung der Plazenta,
1. entweder das Herz geschlagen oder die Nabelschnur pulsiert oder die natürliche Lungenatmung eingesetzt hat (Lebendgeborenes) und das danach verstorben ist oder
2. keines der unter Nummer 1 genannten Lebenszeichen festzustellen war, das Geburtsgewicht jedoch mindestens 500 g betrug (Totgeborenes).

(2) Eine Leibesfrucht mit einem Gewicht unter 500 g, bei der nach vollständigem Verlassen des Mutterleibes keines der in Absatz 1 Nr. 1 genannten Lebenszeichen festzustellen war (Fehlgeborenes), gilt nicht als menschliche Leiche. 9

§ 10

Verantwortlichkeit

(1) Für die Erfüllung der auf Grund dieses Gesetzes bestehenden Verpflichtungen ist der nächste voll geschäftsfähige Angehörige verantwortlich. Als nächste Angehörige gelten in der Reihenfolge der Aufzählung

1. der Ehegatte oder der Lebenspartner nach dem Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft (Lebenspartnerschaftsgesetz – LPartG) vom 16. Februar 2001 (BGBl. I S. 266), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 21. Dezember 2007 (BGBl. I S. 3189, 3191), in der jeweils geltenden Fassung,
2. die Kinder,
3. die Eltern,
4. die Geschwister,
5. der Partner einer auf Dauer angelegten nichtehelichen Lebensgemeinschaft nach § 7 Abs. 3 Nr. 3 in Verbindung mit Abs. 3a des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II) – Grundsicherung für Arbeitsuchende – (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. Dezember 2003, BGBl. I S. 2954, 2955), das zuletzt durch Artikel 8 und 9 des Gesetzes vom 2. März 2009 (BGBl. I S. 416, 429, 430) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung,
6. der sonstige Sorgeberechtigte,
7. die Großeltern,
8. die Enkelkinder,
9. sonstige Verwandte bis zum 3. Grade. Kommt für die Verantwortlichkeit ein Paar (Nummern 3 und 7) oder eine Mehrheit von Personen (Nummern 2, 4, 8 und 9) in Betracht, so geht jeweils die ältere Person der jüngeren in der Verantwortlichkeit vor, es sei denn, die Verantwortlichen haben einvernehmlich eine andere Lösung getroffen.

(2) Hat ein Bestattungsunternehmer oder ein Dritter durch Vertrag mit dem Verstorbenen zu dessen Lebzeiten Verpflichtungen, die nach diesem Gesetz bestehen, übernommen, so gilt der Bestattungsunternehmer oder der Dritte hinsichtlich dieser Verpflichtungen als verantwortlich.

(3) Ist ein Bestattungspflichtiger im Sinne des Absatzes 1 und 2 nicht vorhanden oder nicht rechtzeitig zu ermitteln oder kommt er seiner Pflicht nicht nach und veranlasst kein anderer Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 8 von 37 die Bestattung, hat die für den Sterbeort zuständige Ortspolizeibehörde auf Kosten des Bestattungspflichtigen für die Bestattung zu sorgen. Abweichend von Absatz 1 Satz 3 haften ein Paar oder eine Mehrheit von Personen der Ortspolizeibehörde als Gesamtschuldner für die Bestattungskosten. Diese werden durch Leistungsbescheid festgesetzt. Widerspruch und Anfechtungsklage haben keine aufschiebende Wirkung. 10

§ 11

Pflicht zur Veranlassung der Leichenschau; Benachrichtungspflichten

(1) Der nach § 10 Abs. 1 Verantwortliche hat nach dem Sterbefall unverzüglich die Leichenschau zu veranlassen. Bei Sterbefällen
1. in Krankenhäusern, Altenheimen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen oder
2. in Betrieben, öffentlichen Einrichtungen, Verkehrsmitteln oder während einer Veranstaltung obliegt die Pflicht zur Veranlassung der Leichenschau vorrangig dem Leiter der Einrichtung oder des Betriebes, dem Fahrzeugführer oder dem Veranstalter.

(2) Wer eine menschliche Leiche auffindet oder wer beim Eintritt des Todes eines Menschen anwesend ist, hat unverzüglich eine der in § 10 Abs. 1 genannten Personen oder eine Polizeidienststelle zu benachrichtigen. Wer eine tote Leibesfrucht im Sinne des § 9 Abs. 2 auffindet, hat unverzüglich die nächste Polizeidienststelle zu unterrichten.

(3) Ist nur eine Polizeidienststelle benachrichtigt oder kommt keiner der in Absatz 1 bezeichneten Verantwortlichen seiner Pflicht zur Veranlassung der Leichenschau nach, wird die Leichenschau von der Polizeidienststelle veranlaßt.

(4) Die Kosten der Leichenschau und der Ausstellung der Todesbescheinigung sind von demjenigen zu tragen, der für die Kosten der Bestattung aufzukommen hat. Dessen Recht, aufgrund anderer gesetzlicher Vorschrift oder aufgrund besonderer vertraglicher Vereinbarung die Erstattung der Kosten von Dritten zu verlangen, bleibt unberührt.

§ 12

Ärztliche Leichenschaupflicht

(1) Jede menschliche Leiche ist zur Feststellung des Todes, des Todeszeitpunkts, der Todesart und der Todesursache von einem Arzt zu untersuchen (Leichenschau).

(2) Zur Vornahme der Leichenschau sind verpflichtet:
1. jeder erreichbare, in der ambulanten Versorgung tätige Arzt, vorrangig jedoch der behandelnde Hausarzt im Rahmen seines Sicherstellungsauftrages,
2. die während des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes tätigen Ärzte,
3. bei Sterbefällen in Krankenhäusern oder vergleichbaren Einrichtungen jeder dort tätige Arzt, der von der Leitung des Krankenhauses oder der Einrichtung dazu bestimmt ist, Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 9 von 37
4. bei Sterbefällen in einem Fahrzeug des Rettungsdienstes oder eines sonstigen organisierten Krankentransportwesens der in dem jeweils nächstgelegenen Krankenhaus diensthabende Arzt. Die Leichenschau kann auch von einem Facharzt für Rechtsmedizin übernommen werden, wenn dieser sich bereit erklärt hat, die Leichenschau anstelle des nach Satz 1 oder Absatz 4 verpflichteten Arztes durchzuführen. Der nach § 10 Abs. 1 Verantwortliche ist berechtigt, den Arzt, der den Verstorbenen wegen der dem Tode unmittelbar vorausgegangenen Krankheit behandelt hat, als Leichenschauarzt abzulehnen. Macht der Angehörige von diesem Recht Gebrauch, hat er unverzüglich selbst zu veranlassen, dass ein anderer Arzt die Leichenschau vornimmt.

(3) Ärzte, die sich im Rettungsdiensteinsatz befinden, können sich auf die Feststellung des Todes und auf seine Dokumentation in einer amtlichen vorläufigen Todesbescheinigung nach dem diesem Gesetz als Anlage 2 beigefügten Muster beschränken. Zu einer umfassenden Leichenschau sind diese Ärzte nicht verpflichtet. Liegt kein weiterer Rettungsdiensteinsatz aktuell vor, soll der Arzt die vollständige Leichenschau durchführen. Das Rettungsdienstprotokoll ist bei der Leiche zurückzulassen. Das Rettungsdienstprotokoll ist vom Leichenschauarzt zusammen mit dem Blatt 3 des vertraulichen Teils der Todesbescheinigung zu verschließen und verbleibt bei der Leiche. Beschränkt sich ein im Rettungsdiensteinsatz befindlicher Arzt auf die vorläufige Todesbescheinigung und sorgt er nicht selbst dafür, daß ein anderer Arzt die vollständige Leichenschau durchführt, hat dies der nach § 11 Abs. 1 Satz 2 oder der nach § 10 Verantwortliche zu veranlassen.

(4) Ist ein zur Leichenschau verpflichteter Arzt im Einzelfall aus wichtigem Grund an der Durchführung der Leichenschau verhindert, hat er unverzüglich eine Vertretung zu bestellen.

11

§ 13

Durchführung der äußeren Leichenschau

(1) Die Leichenschau soll an dem Ort, an dem der Tod eingetreten oder die Leiche aufgefunden worden ist, unverzüglich vorgenommen werden. Der Arzt und die von ihm hinzugezogenen Sachverständigen und Gehilfen sind berechtigt, jederzeit den Ort zu betreten, an dem sich die Leiche befindet. Der Inhaber der tatsächlichen Gewalt hat ihnen Grundstücke, Räume und, soweit erforderlich, auch bewegliche Sachen zugänglich zu machen. Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Abs. 1 des Grundgesetzes, Artikel 30 Abs. 1 der Verfassung des Freistaates Sachsen) wird eingeschränkt. Befindet sich die Leiche nicht in einem geschlossenen Raum oder ist aus anderen Gründen eine vollständige Leichenschau nicht möglich oder nicht zweckmäßig, kann der Arzt zunächst entsprechend § 12 Abs. 3 Satz 1 verfahren; er hat alsdann die Leichenschau an einem hierfür besser geeigneten Ort fortzusetzen und die vollständige Todesbescheinigung auszustellen.

(2) Angehörige, Hausbewohner und Nachbarn sowie Personen, die den Verstorbenen während einer dem Tode vorausgegangenen Krankheit behandelt oder gepflegt haben, sind verpflichtet, dem Arzt auf Verlangen Auskunft über die Krankheit oder andere Gesundheitsschädigungen des Verstorbenen oder über sonstige für seinen Tod möglicherweise ursächliche Ereignisse zu erteilen. Sie können die Auskunft auf solche Fragen verweigern, deren Beantwortung sie selbst oder einen ihrer in § 52 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 der Strafprozeßordnung bezeichneten Angehörigen der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung oder eines Verfahrens nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten aussetzen würde. Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 10 von 37

(3) Die Leiche ist zu entkleiden und durch den Arzt unter Einbeziehung aller Körperregionen, insbesondere auch des Rückens, der Hals-und Nackenregion und der Kopfhaut, gründlich zu untersuchen. Der Arzt hat hierbei vor allem auf Merkmale und Zeichen zu achten, die auf einen nichtnatürlichen Tod hindeuten. Als nichtnatürlich ist ein Tod anzunehmen, der durch Selbsttötung, durch Komplikationen medizinischer Behandlungen, durch einen Unfall oder durch eine äußere Einwirkung, bei der ein Verhalten eines Dritten ursächlich gewesen sein könnte (Tod durch fremde Hand), eingetreten ist. Stellt der Arzt bereits vor einer Leichenschau oder vor einer näheren Untersuchung der Leiche Anhaltspunkte für einen nichtnatürlichen Tod fest oder handelt es sich um die Leiche eines Unbekannten, hat er von einer Entkleidung der Leiche abzusehen und unverzüglich die zuständige Polizeidienststelle zu verständigen. Der Arzt hat dafür zu sorgen, daß bis zum Eintreffen der Polizeibeamten an der Leiche und deren Umgebung keine Veränderungen vorgenommen werden. Er hat in gleicher Weise zu verfahren, wenn sich Anhaltspunkte für einen nichtnatürlichen Tod erst nach der Entkleidung der Leiche oder im Verlauf ihrer näheren Untersuchung ergeben.

(4) Ergibt die Untersuchung der Leiche keine Anhaltspunkte für einen nichtnatürlichen Tod, legen aber die Gesamtumstände Zweifel an einem natürlichen Tod nahe, muss die Todesart als ungeklärt in der Todesbescheinigung vermerkt und die Polizei benachrichtigt werden.

(5) Hatte der Verstorbene an einer meldepflichtigen Krankheit im Sinne des § 6 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG) vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 13. Dezember 2007 (BGBl. I S. 2904, 2915) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, gelitten oder besteht ein solcher Verdacht und ist zu befürchten, daß die Erreger dieser Krankheit durch den Umgang mit der Leiche verbreitet werden (Ansteckungsgefahr), hat der Arzt unverzüglich das Gesundheitsamt zu benachrichtigen und dafür zu sorgen, daß die Leiche, der Sarg und der Umschlag der Todesbescheinigung entsprechend gekennzeichnet werden.

(6) Weist die Leiche Zeichen radioaktiver Stoffe auf oder wird dies aufgrund einer radioaktiven Behandlung vermutet, so hat der Arzt dies auf der Todesbescheinigung und auf dem Sarg zu vermerken. 12

§ 14

Todesbescheinigung

(1) Nach Beendigung der Leichenschau ist unverzüglich eine Todesbescheinigung nach dem diesem Gesetz als Anlage 1 beigefügten Muster sorgfältig auszustellen. Die Todesbescheinigung enthält einen nichtvertraulichen und einen aus Blatt 1 bis 4 bestehenden vertraulichen Teil.

(2) Die Todesbescheinigung muss über die verstorbene Person die folgenden Angaben enthalten:
1. Name, Geschlecht,
2. letzte Wohnung,
3. minutengenauer Zeitpunkt des Todes, Ort des Todes oder Auffindens, bei Totgeborenen außerdem das Geburtsgewicht; ein Sterbezeitraum darf nur angegeben werden, wenn der minutengenaue Todeszeitpunkt nicht bekannt ist, Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 11 von 37
4. Name, Anschrift und Telefonnummer des Arztes, der die verstorbene Person zuletzt behandelt hat, oder Angabe des Krankenhauses, in dem die verstorbene Person zuletzt behandelt wurde,
5. Angaben über übertragbare Krankheiten oder radioaktive Verstrahlung,
6. Art des Todes (natürlicher, nichtnatürlicher oder unaufgeklärter Tod),
7. Angaben zur Krankheitsanamnese,
8. unmittelbare oder mittelbare Todesursachen sowie weitere wesentliche Krankheiten oder Veränderungen zur Zeit des Todes mit der vollständigen Textangabe und der Verschlüsselung nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten ICD-10-WHO in der jeweils aktuellen Version,
9. Angaben über durchgeführte Reanimationsbehandlungen,
10. bei Verdacht eines nichtnatürlichen Todes: Angaben über die Art des nichtnatürlichen Todes (§ 13 Abs. 3 Satz 3),
11. bei Frauen: Angaben darüber, ob Anzeichen dafür vorliegen, daß in den letzten 3 Monaten eine Schwangerschaft bestand,
12. bei Totgeborenen und bei Kindern unter einem Jahr: Angaben über die Stätte der Geburt, über Körpergewicht und -länge bei der Geburt, über das Vorliegen einer Mehrlingsgeburt und über Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft; bei Kindern, die innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt gestorben sind, Angabe der Anzahl der Lebensstunden. Die in den Nummern 7 bis 12 bezeichneten Angaben dürfen nur in dem verschließbaren, von außen nicht lesbaren vertraulichen Teil der Todesbescheinigung enthalten sein.

(3) Blatt 4 des vertraulichen Teils der Todesbescheinigung ist für den Leichenschauarzt bestimmt und kann von ihm entnommen werden. Blatt 3 des vertraulichen Teils, das entsprechend zu kennzeichnen und das zu verschließen ist, verbleibt bei der Leiche. Blatt 1 und 2 des vertraulichen Teils sind von dem Leichenschauarzt zu verschließen und zusammen mit dem nichtvertraulichen Teil derjenigen Person auszuhändigen, die nach dem Personenstandsgesetz zur Anzeige des Todes beim Standesamt verpflichtet ist. Diese oder der von ihr beauftragte Bestattungsunternehmer hat diese Exemplare der Todesbescheinigung spätestens am 3. auf den Tod folgenden Werktag dem Standesamt vorzulegen; der Samstag gilt nicht als Werktag im Sinne dieser Regelung. Der Standesbeamte öffnet Blatt 1 und 2 des vertraulichen Teils der Todesbescheinigung, beurkundet den Sterbefall im Sterbebuch, die Totgeburt im Geburtenbuch, vermerkt die Beurkundung in der Todesbescheinigung, behält den nichtvertraulichen Teil der Todesbescheinigung in seinen Unterlagen und leitet spätestens am nächsten Werktag Blatt 1 und 2 des vertraulichen Teils an das Gesundheitsamt des Sterbeortes weiter.

(4) Aus Gründen der Rechtssicherheit, der Gefahrenabwehr und zu statistischen Zwecken überprüft das Gesundheitsamt des Sterbeortes den Inhalt des vertraulichen Teils der Todesbescheinigung und gegebenenfalls des Obduktionsscheins auf Vollständigkeit und Schlüssigkeit der von dem Arzt nach der Leichenschau oder der Obduktion vorgenommenen Eintragungen. Ärzte, die die äußere oder die innere Leichenschau durchgeführt haben, sind verpflichtet, die zur Überprüfung und Vervollständigung der Todesbescheinigung oder des Obduktionsscheins erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Ärzte und sonstige Personen, die den Verstorbenen zuletzt behandelt oder gepflegt haben, sind auf Aufforderung der jeweils zuständigen Behörde zu näherer Auskunft verpflichtet. Soweit sie über Krankenunterlagen verfügen, sind sie auf Verlangen auch zu deren Vorlage verpflichtet. Eine Verweigerung der Auskunft nach Satz 2 und 3 oder eine Verweigerung der Vorlage der Krankenunterlagen ist nur zulässig, wenn sich der Arzt selbst oder einen seiner in § 52 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 der Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 12 von 37 Strafprozeßordnung bezeichneten Angehörigen der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung oder eines Verfahrens nach dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten aussetzen würde.

(5) Das Gesundheitsamt des Sterbeortes leitet Blatt 2 des vertraulichen Teils an das Statistische Landesamt weiter.

(6) Die Daten der Todesbescheinigung können auch elektronisch übermittelt werden.

(7) Das Gesundheitsamt des Sterbeortes bewahrt die Todesbescheinigung und die ihm von auswärtigen Stellen zugesandten gleichartigen Bescheinigungen 30 Jahre lang auf. Es übermittelt dem Gesundheitsamt des letzten Hauptwohnortes eine Kopie der Todesbescheinigung. Auf Antrag können die Gesundheitsämter Einsicht in die Todesbescheinigung gewähren oder Auskünfte daraus erteilen, wenn
1. der Antragsteller ein berechtigtes Interesse an der Kenntnis der Todesumstände einer namentlich bezeichneten verstorbenen Person glaubhaft macht und kein Grund zu der Annahme besteht, daß durch die Offenbarung schutzwürdige Belange des Verstorbenen oder seiner Hinterbliebenen beeinträchtigt werden oder
2. Hochschulen oder andere mit wissenschaftlicher Forschung befasste Stellen die Angaben für ein wissenschaftliches Vorhaben benötigen und wenn dem wissenschaftlichen Interesse an der Durchführung des Forschungsvorhabens größeres Gewicht als den Belangen des Verstorbenen oder seiner Hinterbliebenen beizumessen ist. § 36 Abs. 2 bis 6 des Gesetzes zum Schutz der informationellen Selbstbestimmungen im Freistaat Sachsen (Sächsisches Datenschutzgesetz – SächsDSG) vom 25. August 2003 (SächsGVBl. S. 330), in der jeweils geltenden Fassung, ist entsprechend anzuwenden.

(8) Absatz 7 ist auch auf die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes erstellten Totenscheine anzuwenden. Die Aufbewahrungsfrist beginnt in diesen Fällen mit dem Zugang der Totenscheine bei dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt. 13

§ 15

Innere Leichenschau

(1) Eine innere Leichenschau (Obduktion) ist zulässig, wenn sie
1. von einem Richter oder Staatsanwalt oder der nach § 26 Abs. 3 IfSG zuständigen Behörde angeordnet ist,
2. zur Durchsetzung berechtigter Interessen der Hinterbliebenen, insbesondere zur Feststellung versicherungsrechtlicher Leistungsansprüche, erforderlich ist,
3. der Klärung des Verdachts dient, daß der Tod durch einen medizinischen Behandlungsfehler verursacht sein könnte, und sofern der nach § 10 Abs. 1 verantwortliche Angehörige sie wünscht,
4. durch ein beachtliches Interesse an der Überprüfung der vorherigen Diagnose oder durch ein gewichtiges medizinisches Forschungsinteresse gerechtfertigt ist, sofern ihr entweder der Verstorbene zu Lebzeiten zugestimmt hat, oder, sofern von ihm eine Erklärung hierzu nicht vorliegt, der nach § 10 Abs. 1 verantwortliche Angehörige zustimmt oder Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 13 von 37
5. von dem zuständigen Gesundheitsamt bei einem plötzlich und unerwartet eingetretenen Todesfall, an dessen Aufklärung ein besonderes Interesse besteht, angeordnet wird. Ein besonderes öffentliches Interesse an der Obduktion ist insbesondere dann anzunehmen, wenn wegen Unklarheit der Todesursache, zur Beweissicherung oder zur Qualitätssicherung die Obduktion als so gewichtig anzusehen ist, dass sie auch ohne Zustimmung nach Nummer 4 durchzuführen ist. Der nach § 10 Abs. 1 verantwortliche Angehörige soll zuvor gehört werden. In den Fällen der Nummern 4 und 5 ist das entsprechende Feld auf der Todesbescheinigung zu kennzeichnen.

(2) Mit der inneren Leichenschau sollen nur Fachärzte für Pathologie oder für Rechtsmedizin betraut werden. Dem Arzt sind die Krankenunterlagen zur Verfügung zu stellen. Die Obduktion ist unter Wahrung der Ehrfurcht vor dem toten Menschen durchzuführen und auf das zur Erreichung ihres Zwecks notwendige Maß, in der Regel auf die Öffnung der 3 Körperhöhlen, zu beschränken. Gewebeproben dürfen entnommen werden, soweit der Zweck der Obduktion dies erfordert. Für die Durchführung der von einem Staatsanwalt oder einem Richter angeordneten Leichenöffnung bleiben die Vorschriften der §§ 87 bis 91 der Strafprozeßordnung unberührt.

(3) Teilsektionen, die der Entfernung nicht verweslicher oder nicht brennbarer Implantate, insbesondere von Metallendoprothesen, dienen, sind auch zulässig, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 nicht vorliegen. Auf sie ist Absatz 2 Satz 1 nicht anzuwenden.

(4) Ergeben sich erst während der Leichenöffnung Anhaltspunkte für einen nichtnatürlichen Tod, ist § 13 Abs. 3 Satz 4 und 5 entsprechend anzuwenden. Die Leichenöffnung darf in diesem Fall nur mit Zustimmung der zuständigen Polizeidienststelle fortgesetzt werden.

(5) Über die Obduktion hat der Arzt, der sie durchführt, unverzüglich nach Abschluss auch aller eventuell notwendigen Zusatzuntersuchungen einen Obduktionsschein nach dem diesem Gesetz als Anlage 3 beigefügten Muster sorgfältig auszustellen.

(6) Nach dem Vorliegen aller Untersuchungsergebnisse ist der vervollständigte Obduktionsschein dem Gesundheitsamt des Sterbeortes zu übersenden.

(7) Soweit die Kostenpflicht nicht in anderen Gesetzen besonders geregelt ist, sind die Kosten der inneren Leichenschau von demjenigen zu tragen, der ihre Vornahme veranlaßt hat oder in dessen Interesse sie erfolgt. Dessen Recht, aufgrund anderer gesetzlicher Vorschrift oder aufgrund besonderer vertraglicher Vereinbarung die Erstattung der Kosten von Dritten zu verlangen, bleibt unberührt. 14

§ 16

Einsargung und Überführung

(1) Leichen sind nach Abschluß der Leichenschau unverzüglich einzusargen und, sofern die zuständige Behörde im Einzelfall nicht eine Ausnahme zuläßt, unverzüglich in eine Leichenhalle oder in einen Raum zu überführen, der ausschließlich der Aufbewahrung von Leichen dient. Dies gilt nicht, wenn die Leiche zur Durchführung einer inneren Leichenschau oder im Zusammenhang mit anderen ärztlichen Maßnahmen oder wissenschaftlichen Untersuchungen in eine andere Einrichtung überführt werden soll. Vor der Überführung und Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 14 von 37 während oder in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bestattungsfeier kann der Tote offen aufgebahrt werden. Außer im Falle des Satzes 2 muß die Überführung spätestens 24 Stunden nach Feststellung des Todes beginnen.

(2) Ist der Todesfall in einem Krankenhaus, einem Alten-oder Pflegeheim eingetreten, soll den Angehörigen vor der Überführung die Möglichkeit gegeben werden, in würdiger Weise Abschied zu nehmen.

(3) Die Leiche muss in einem festen, gut abgedichteten und aus umweltgerecht abbaubarem Material bestehenden Sarg gelegt werden, dessen Boden grundsätzlich mit einer 5 bis 10 cm hohen Schicht aus Sägemehl, Sägespänen, Holzwolle oder anderen geeigneten aufsaugenden Stoffen bedeckt ist.

(4) Hatte der Verstorbene an einer meldepflichtigen Krankheit im Sinne des § 6 IfSG gelitten oder besteht ein solcher Verdacht und geht von der Leiche eine Ansteckungsgefahr aus, hat der behandelnde oder sonst hinzugezogene Arzt unverzüglich das Gesundheitsamt zu unterrichten, sofern dies nicht gemäß § 13 Abs. 5 bereits der Leichenschauarzt getan hat. Den Anweisungen des Gesundheitsamtes ist Folge zu leisten. Soweit das Gesundheitsamt im Einzelfall keine andere Anweisung gibt, ist die Leiche unverzüglich einzusargen. Der Sarg ist sofort zu schließen und entsprechend zu kennzeichnen.

(5) Leichenhallen und sonstige zur Aufbahrung von Leichen dienende Räume müssen gut lüftbar, kühl, leicht zu reinigen sowie gegen das Betreten Unbefugter und das Eindringen von Tieren geschützt sein. Räume zur ausschließlichen Aufbewahrung von Leichen dürfen darüber hinaus eine Raumtemperatur von maximal 8 Grad Celsius aufweisen. Leichenhallen müssen darüber hinaus über einen Wasseranschluß und einen Wasserauslauf verfügen. Die Räumlichkeiten unterliegen in hygienischer Hinsicht der Aufsicht des Gesundheitsamtes. 15

§ 17

Beförderung von Leichen

(1) Zur Beförderung von Leichen im Straßenverkehr dürfen nur Fahrzeuge benutzt werden, die zur Leichenbeförderung eingerichtet sind und die den Mindestanforderungen genügen, die nach den anerkannten Regeln der Technik an sie zu stellen sind (Leichenwagen). Die Beförderung von Leichen in Kraftfahrzeuganhängern, die nicht als Leichenwagen anzusehen sind, ist nicht zulässig. Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für die Bergung von Leichen, insbesondere nicht für die Beförderung tödlich Verunglückter von der Unfallstelle.

(2) Das Gesundheitsamt kann Ausnahmen von Absatz 1 Satz 1 und 2 zulassen.

(3) Für die Beförderung von Leichen, die ins Ausland oder in ein anderes Land der Bundesrepublik Deutschland, das durch Gesetz oder Verordnung einen Leichenpaß vorschreibt, überführt werden sollen, stellt das Gesundheitsamt des Sterbeortes einen Leichenpaß aus. § 18b Abs. 2 bis 5 bleibt unberührt. Für den Leichenpaß ist das diesem Gesetz als Anlage 4 beigefügte Muster zu verwenden.

(4) Bei der Beförderung von Leichen aus dem Ausland hat der Beförderer einen Leichenpaß oder ein vergleichbares Dokument mitzuführen, das nach den für den Herkunftsort geltenden Vorschriften ausgestellt ist. Bei Beförderungen von Leichen aus einem anderen Land der Bundesrepublik Deutschland genügt eine nach den Vorschriften dieses Landes ausgestellte Bescheinigung, aus der sich die Zulässigkeit der Beförderung ergibt. Ist eine Leiche ohne den Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 15 von 37 Paß oder ein vergleichbares Dokument nach Satz 1 oder ohne die Bescheinigung nach Satz 2 in den Freistaat Sachsen befördert worden, ist die weitere Beförderung zu dem bestimmungsgemäßen Bestattungsort gleichwohl zuzulassen. § 18a Abs. 3 und § 18b Abs. 4 bleiben unberührt.

(5) Bei der Beförderung einer Leiche über die Grenze der Bundesrepublik Deutschland ins Ausland muss der Sarg undurchlässig und mit saugfähigen Stoffen ausgekleidet sein. Der Sarg muss
1. entweder aus einem äußeren Holzsarg mit einer Wandstärke von mindestens 20 mm und einem sorgfältig verlöteten inneren Sarg aus Zink oder aus einem anderen Stoff, der sich selbst zersetzt, oder
2. aus einem einzigen sorgfältig abgedichteten Holzsarg mit einer Wandstärke von mindestens 30 mm, der mit einer Schicht aus Zink oder aus einem anderen Stoff, der sich selbst zersetzt, ausgekleidet ist, bestehen.

(6) Bei der Beförderung einer Leiche auf dem Luftweg ist der Sarg mit einer geeigneten Druckausgleichsvorrichtung zu versehen.

(7) Bei der Beförderung oder dem Versand einer Urne mit der Asche eines Verstorbenen genügt es anstelle der in den Absätzen 1 bis 6 geregelten Anforderungen, wenn die Urne sicher verschlossen mit den Identitätsdaten des Toten gekennzeichnet und ihr der Einäscherungsschein sowie der Urnenaufnahmeschein des Friedhofs, der zur Aufnahme der Asche bestimmt ist, beigefügt sind. Soll die Urne auf Wunsch des Verstorbenen von einem Schiff aus auf hoher See beigesetzt werden, genügt anstelle des Urnenaufnahmescheins nach Satz 1 die Genehmigung der für die Seebestattung zuständigen Behörde des Küstenlandes. 16

Dritter Abschnitt

Bestattungswesen

§ 18

Allgemeine Vorschriften zur Bestattung

(1) Jede menschliche Leiche muß bestattet werden. Die Bestattung im Freistaat Sachsen ist nur auf einem in § 1 Abs. 1 bezeichneten Bestattungsplatz zulässig.

(2) Auf Wunsch eines Elternteils sind auch Fehlgeborene (§ 9 Abs. 2) zur Bestattung zuzulassen. Zum Nachweis einer solchen Fehlgeburt ist dem Friedhofsträger eine formlose ärztliche Bestätigung vorzulegen.

(3) Für Ort, Art und Durchführung der Bestattung ist der Wille des Verstorbenen maßgebend, soweit gesetzliche Bestimmungen oder zwingende öffentliche Belange nicht entgegenstehen. Bei Verstorbenen, deren Wille nicht bekannt ist, und bei Verstorbenen, die das 14. Lebensjahr nicht vollendet hatten oder die geschäftsunfähig waren, ist der Wille des nach § 10 Abs. 1 Verantwortlichen maßgebend. Für Verstorbene ohne Hinterbliebene ist die ortsübliche Bestattungsart zu wählen. Bei der Vorbereitung und Durchführung der Bestattung sind die Würde und die Religionszugehörigkeit des Verstorbenen und das sittliche Empfinden der Allgemeinheit zu achten. Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 16 von 37

(4) Die Bestattung kann als Erd- oder Feuerbestattung vorgenommen werden. Implantate sind vor der Erd- oder Feuerbestattung vom Leichenschauarzt oder Bestatter zu entfernen, wenn sonst Schäden für die Umwelt oder an der Verbrennungsanlage zu befürchten wären.

(5) Vor einer Beisetzung ist dem Friedhofsträger die Sterbeurkunde im Original vorzulegen.

(6) Sofern Fehlgeborene (§ 9 Abs. 2) und Feten aus operativen und medikamentösen Schwangerschaftsabbrüchen nicht gemäß Absatz 2 bestattet werden, sind sie innerhalb eines Jahres zu bestatten, sofern sie nicht zu medizinischen, pharmazeutischen oder wissenschaftlichen Zwecken verwendet oder sofern sie nicht als Beweismittel aufbewahrt werden. Die Bestattung kann auch gemeinschaftlich oder anonym erfolgen.

(7) Abgetrennte Körperteile von Lebenden und Teile von Leichen einschließlich der Teile von Leichen von unmittelbar vor oder nach der Geburt verstorbenen Kindern sind von dem Inhaber des Gewahrsams innerhalb eines Jahres hygienisch einwandfrei zu beseitigen, sofern diese Teile nicht zum Zwecke der Übertragung auf Menschen entnommen worden sind und für diesen Zweck verwendet werden (Transplantate) oder sofern sie nicht zu medizinischen, pharmazeutischen oder wissenschaftlichen Zwecken verwendet oder sofern sie nicht als Beweismittel aufbewahrt werden.

(8) Bei einem Körperspender für die Anatomie muss vor der anatomischen Verwendung der Leiche die nach § 18b Abs. 2 vorgeschriebene besondere amtliche Leichenschau (2. Leichenschau) durchgeführt werden. 17

§ 18a

Erdbestattung

(1) Erdbestattung ist die Beisetzung der Leiche in einer Grabstätte.

(2) Die Erdbestattung ist zulässig, wenn der Standesbeamte des Sterbeortes auf der Todesbescheinigung vermerkt hat, dass der Sterbefall in das Sterbebuch, die Totgeburt in das Geburtenbuch eingetragen ist.

(3) Bei nichtnatürlichen Todesfällen oder bei der Leiche eines Unbekannten ist zusätzlich das schriftliche Einverständnis der Staatsanwaltschaft oder des Ermittlungsrichters beim Amtsgericht des Sterbeortes erforderlich. Dies gilt nicht bei einem medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbruch. 18

§ 18b

Feuerbestattung

(1) Feuerbestattung ist die Einäscherung der Leiche und die Beisetzung ihrer Asche in einer Grabstätte.

(2) Eine Einäscherung ist zulässig, wenn der Standesbeamte des Sterbeortes auf der Todesbescheinigung vermerkt hat, dass der Sterbefall in das Sterbebuch, die Totgeburt in das Geburtenbuch eingetragen ist. Zusätzlich muss eine Unbedenklichkeitserklärung des Gesundheitsamtes des Einäscherungsortes vorliegen, aus der hervorgeht, dass aufgrund einer zweiten, von einem Facharzt für Rechtsmedizin durchgeführten Leichenschau keine Bedenken gegen eine Einäscherung bestehen. Falls in einer Region nicht genügend Fachärzte für Rechtsmedizin für die Durchführung der zweiten Leichenschau zur Verfügung stehen, Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 17 von 37 kann diese Leichenschau auch von einem in der Leichenschau erfahrenen Facharzt für Pathologie durchgeführt werden. Eine Kopie der Unbedenklichkeitserklärung ist dem Gesundheitsamt des Sterbeortes zuzuleiten. Die Sätze 1 und 2 gelten nicht bei einem medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbruch.

(3) Die zweite Leichenschau entfällt, wenn bereits die ärztliche Leichenschau von einem Facharzt für Rechtsmedizin vorgenommen wurde.

(4) Ergeben sich bei der zweiten Leichenschau Anhaltspunkte für einen nichtnatürlichen Tod oder handelt es sich um die Leiche eines Unbekannten, ist anstelle der Unbedenklichkeitserklärung des Gesundheitsamtes das schriftliche Einverständnis der Staatsanwaltschaft oder des Ermittlungsrichters beim Amtsgericht des Sterbeortes erforderlich.

(5) Wird die Leiche zur Einäscherung in ein anderes Land der Bundesrepublik Deutschland überführt, hat das Gesundheitsamt des Sterbeortes eine zweite Leichenschau zu veranlassen, es sei denn, in dem jeweiligen Bundesland ist ebenfalls eine zweite Leichenschau vorgeschrieben. Bei Überführung einer Leiche zur Einäscherung in das Ausland ist immer eine zweite Leichenschau durchzuführen. Absatz 3 bleibt unberührt.

(6) Die Urne zur Beisetzung der Asche eines Verstorbenen muss innerhalb der Ruhefrist umweltgerecht abbaubar sein. 19

§ 19

Fristen für die Bestattung

(1) Die Erdbestattung oder Einäscherung darf frühestens 48 Stunden nach Feststellung des Todes erfolgen. Sie muss innerhalb von 8 Tagen nach Feststellung des Todes durchgeführt werden. Samstage, Sonntage und Feiertage werden bei der Fristberechung nicht mitgezählt. Satz 1 gilt nicht für Leichen, die zu medizinischen oder wissenschaftlichen Zwecken in ein Krankenhaus oder eine wissenschaftliche Einrichtung gebracht werden. Diese Leichen sind zu bestatten, sobald sie nicht mehr diesen Zwecken dienen.

(2) Die Asche eines Verstorbenen ist innerhalb von 6 Monaten nach der Einäscherung auf einem Bestattungsplatz (§ 1 Abs. 1) beizusetzen.

(3) Das Gesundheitsamt des Sterbeortes kann die 48-Stunden-Frist verkürzen, wenn andernfalls gesundheitliche oder hygienische Gefahren zu befürchten wären; es kann die 8-Tage-Frist verlängern, wenn gesundheitliche oder hygienische Bedenken nicht entgegenstehen.

(4) § 18a Abs. 2 und 3, § 18b Abs. 2 und 4 dieses Gesetzes sowie § 28 des Personenstandsgesetzes vom 19. Februar 2007 (BGBl. I S. 122), das zuletzt durch Artikel 12 des Gesetzes vom 17. Dezember 2008 (BGBl. I S. 2586) geändert worden ist, und § 159 Abs. 2 StPO bleiben unberührt. 20

§ 20

Einäscherungsanlagen

(1) Leichen dürfen nur in Einäscherungsanlagen eingeäschert werden, deren Betrieb den immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen entspricht. Eine Einäscherungsanlage muß mit Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 18 von 37 einer Leichenhalle und mit einem Raum zur Durchführung der äußeren Leichenschau verbunden sein. Ein Raum zur Durchführung der inneren Leichenschau sollte zur Verfügung stehen. Einäscherungen dürfen nur in einem hierfür geeigneten umweltverträglichen Sarg erfolgen.

(2) Der Träger der Einäscherungsanlage hat ein Einäscherungsverzeichnis zu führen, in das neben den Identitätsdaten des Verstorbenen der Tag der Einäscherung und der vorgesehene Bestattungsplatz einzutragen sind. Das Verzeichnis mit der Eintragung ist 30 Jahre aufzubewahren. Die Frist beginnt mit Ablauf des jeweiligen Sterbejahres.

(3) Die Benutzung der Einäscherungsanlage ist durch Satzung oder durch allgemeine Geschäftsbedingungen zu regeln. 21

§ 21

Bestatter, Totengräber

(1) Wer gewerbs-oder berufsmäßig die Reinigung, Ankleidung oder Einsargung von Leichen vornimmt (Bestatter, Heimbürgen), oder wer die Tätigkeit eines Totengräbers ausübt, darf nicht im Nahrungs-, Genußmittel-oder Gaststätten-gewerbe, als Hebamme oder Entbindungspfleger oder als Kosmetiker oder Friseur tätig sein oder dem Personenkreis im Sinne des § 33 IfSG angehören oder in diesen Bereichen von anderen beschäftigt werden. Das Grundrecht der freien Berufsausübung (Artikel 12 Abs. 1 des Grundgesetzes, Artikel 28 Abs. 1 der Verfassung des Freistaates Sachsen) wird insoweit eingeschränkt.

(2) Die Bestatter, Heimbürgen und Totengräber haben über das, was ihnen in ihrer Eigenschaft als Bestatter, Heimbürgen oder Totengräber anvertraut oder bekannt geworden ist, zu schweigen. Sie sind zur Offenbarung befugt, wenn sie von der Schweigepflicht von dem gemäß § 10 Abs. 1 Verpflichteten entbunden wurden oder soweit die Offenbarung zum Schutz eines höherwertigen Rechtsgutes erforderlich ist.

(3) Die Tätigkeit der Bestatter und Totengräber unterliegt hinsichtlich der Einhaltung von Hygienevorschriften der Aufsicht des Gesundheitsamtes. 22

§ 22

Ausgrabung, Umbettung

(1) Während der gesetzlichen Mindestruhezeit darf die Totenruhe grundsätzlich nicht gestört werden.

(2) Die Ausgrabung oder Umbettung einer Leiche bedarf einer schriftlichen Genehmigung des Gesundheitsamtes. Die Ausgrabung oder Umbettung einer Urne bedarf der schriftlichen Genehmigung des Friedhofsträgers. Dem Antrag auf Erteilung der Genehmigung zur Umbettung ist der Nachweis beizufügen, dass eine andere Grabstätte zur Verfügung steht.

(3) Für Ausgrabungen, die auf Grund anderer Rechtsvorschriften angeordnet oder zugelassen werden, gilt Absatz 1 nicht.

(4) Ausgrabungen oder Umbettungen dürfen in dem Zeitraum von 2 Wochen bis zu 6 Monaten nach dem Tode nicht zugelassen werden, sofern es sich nicht um Urnen handelt oder sofern die Ausgrabung oder Umbettung nicht richterlich angeordnet ist. 23 Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 19 von 37 Vierter Abschnitt Ordnungswidrigkeiten, Ermächtigungen und Schlußbestimmungen

§ 23

Ordnungswidrigkeiten

(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
1. entgegen § 1 Abs. 3 einen Bestattungsplatz ohne Genehmigung anlegt, erweitert oder wiederbelegt,
2. entgegen § 3 Abs. 4 eine Leiche ohne Genehmigung auf einem privaten Bestattungsplatz bestattet oder bestatten läßt,
3. entgegen § 11 die Leichenschau nicht oder nicht unverzüglich veranlaßt (§ 11 Abs. 1) oder die vorgeschriebene Benachrichtigung unterläßt (§ 11 Abs. 2),
4. entgegen § 12 Abs. 2 Satz 1 als Arzt die Leichenschau nicht oder nicht unverzüglich vornimmt,
5. entgegen § 13 Abs. 1 als Inhaber der tatsächlichen Gewalt dem Arzt oder von ihm hinzugezogenen Sachverständigen oder Gehilfen den Zugang verwehrt,
6. entgegen § 13 Abs. 2 oder § 14 Abs. 4 seiner Auskunftspflicht nicht nachkommt,
7. entgegen den §§ 12 bis 14 als Arzt die Todesbescheinigung (§ 14 Abs. 1) oder die vorläufige Todesbescheinigung (§ 12 Abs. 3) nicht, nicht unverzüglich oder nicht mit der gebotenen Sorgfalt ausstellt oder entgegen § 12 Abs. 4 keine Vertretung organisiert oder entgegen § 13 Abs. 4 die Polizei nicht benachrichtigt,
8. entgegen § 15 Abs. 1 eine nicht zulässige innere Leichenschau veranlasst oder durchführt,
9. entgegen § 15 Abs. 5 als obduzierender Arzt den Obduktionsschein nicht, nicht unverzüglich oder nicht mit der gebotenen Sorgfalt ausstellt,
10. entgegen § 13 Abs. 5 oder § 16 Abs. 4 das Gesundheitsamt nicht unverzüglich unterrichtet,
11. entgegen § 18 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 als verantwortliche Person (§ 10) eine Leiche nicht, nicht rechtzeitig oder nicht ordnungsgemäß bestatten lässt oder wer eine Leiche beiseite schafft, um sie der Bestattung zu entziehen,
12. entgegen § 18a Abs. 2 oder 3 oder § 18b Abs. 2 oder 4 eine Leiche ohne Beurkundung des Sterbefalls durch das Standesamt, ohne die Unbedenklichkeitserklärung des Gesundheitsamtes oder ohne schriftliches Einverständnis der Staatsanwaltschaft oder des Ermittlungsrichters bestattet oder bestatten lässt,
13. entgegen § 18b Abs. 5 in Verbindung mit § 17 Abs. 3 eine Leiche zur Einäscherung in ein anderes Bundesland oder ins Ausland befördert, ohne zuvor eine zweite Leichenschau durch das Gesundheitsamt des Sterbeortes veranlasst zu haben,
14. entgegen § 18 Abs. 6 Satz 1 Fehlgeborene nicht, nicht rechtzeitig oder nicht ordnungsgemäß bestattet,
15. entgegen § 18 Abs. 7 der Beseitigungspflicht nicht, nicht rechtzeitig oder nicht ordnungsgemäß nachkommt,
16. entgegen § 19 Abs. 2 die Asche eines Verstorbenen nicht innerhalb von 6 Monaten nach der Einäscherung beisetzen lässt,
17. entgegen § 19 Abs. 3 in Verbindung mit § 16 Abs. 5 Satz 2 die zur Aufbewahrung von Leichen erforderliche Kühltemperatur nicht einhält oder die Beantragung der Bestattungsfristverlängerung versäumt, Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 20 von 37
18. entgegen § 21 Abs. 1 als Bestatter, Heimbürge oder Totengräber in einem nach § 21 Abs. 1 nicht zugelassenen Beruf oder Gewerbe tätig ist, wer einen Bestatter, einen Heimbürgen oder einen Totengräber in einem derartigen Beruf oder Gewerbe oder als Piercer, Tätowierer oder in ähnlichen Berufen beschäftigt oder wer gegen die in § 21 Abs. 2 Satz 1 vorgeschriebene Schweigepflicht verstößt oder
19. entgegen § 22 eine Leiche oder die Asche eines Verstorbenen ausgräbt oder umbettet.

(2) Ordnungswidrig handelt auch, wer vorsätzlich oder fahrlässig einer aufgrund von § 24 Abs. 1 erlassenen Rechtsverordnung zuwiderhandelt, soweit die Rechtsverordnung für einen bestimmten Tatbestand auf diese Bußgeldbestimmung verweist.

(3) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße, im Falle des Absatzes 1 Nr. 2 bis zu 5 000 EUR, geahndet werden.

(4) Zuständige Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten ist
1. in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 und 2 die Genehmigungsbehörde,
2. im übrigen das jeweils zuständige Gesundheitsamt. 24

§ 24

Ermächtigungen

(1) Das Staatsministerium für Soziales wird ermächtigt, im Benehmen mit dem Staatsministerium des Innern, bei Regelungen nach Nummer 3 auch im Benehmen mit dem Staatsministerium der Justiz, durch Rechtsverordnung
1. Anforderungen an Bestattungsplätze (§ 1 Abs. 2), Leichenhallen (§ 2 Abs. 1) sowie an sonstige zur Aufbewahrung von Leichen dienende Räume (§ 16 Abs. 1) und an Bestattungseinrichtungen (§ 2 Abs. 1 Satz 2) festzulegen,
2. die im Rahmen des § 28 Abs. 1 IfSG notwendigen Schutzmaßnahmen bei hochinfektiösen Leichen zu treffen, insbesondere hinsichtlich
a) der äußeren und inneren Leichenschau,
b) des Umgangs mit der Leiche,
c) ihrer Behandlung und Einsargung,
d) der Anforderungen an die Aufbewahrung der Leiche sowie der Beschaffenheit des Aufbewahrungsraumes,
e) der Art und Weise des Leichentransportes,
f) der Bestattungsart,
g) der Untersagung bestimmter religiöser Bestattungsrituale,
3. die Bestimmungen über Inhalt, Form und Aufbewahrung der Todesbescheinigung (§ 14) und des Obduktionsscheines (§ 15 Abs. 5) zur Anpassung an neue Bedürfnisse der Praxis oder zur Vereinheitlichung der Verfahren im Bundesgebiet zu ändern und zu ergänzen, die Muster dieser Bescheinigungen entsprechend zu ändern sowie zu regeln, welchen sonstigen Stellen Todesbescheinigungen, Obduktionsscheine oder Kopien davon zu übermitteln sind oder übermittelt werden dürfen,
4. nähere Bestimmungen über die Beschaffenheit von Särgen und das Verfahren bei der Einsargung (§ 16 Abs. 3 und 4 sowie § 17 Abs. 5) zu treffen, Sächsisches Bestattungsgesetz – SächsBestG www.recht.sachsen.de 21 von 37
5. ergänzende Bestimmungen über die Beschaffenheit von Leichenfahrzeugen (§ 17 Abs. 1) zu treffen sowie zu bestimmen, welche Unterlagen bei der Beförderung von Leichen nach § 17 mitzuführen sind,
6. die Bestimmungen über Inhalt, Form und Aufbewahrung des Leichenpasses (§ 17 Abs. 3) zur Anpassung an neue Bedürfnisse der Praxis zu ändern und ergänzen, das Muster des Leichenpasses entsprechend zu ändern sowie zu bestimmen, welche Nachweise dem Antrag auf Ausstellung beizufügen sind,
7. das Verfahren für Bestattungen näher zu regeln und weitere Bestattungsarten mit anschließender Erdbestattung auf einem Friedhof in einem umweltgerecht abbaubaren Behältnis zuzulassen,
8. besondere Anforderungen an die Einäscherung (§ 20), insbesondere an die Beschaffenheit der Särge und der Urnen, festzulegen,
9. zu bestimmen, welche Angaben in den Einäscherungsverzeichnissen von den Trägern der Einäscherungsanlagen im einzelnen zu machen (§ 20 Abs. 3) sind,
10. die Vorschriften der §§ 14 und 17 zur Anpassung an die für grenzüberschreitende Leichenbeförderungen im Raum der Europäischen Union und für die Beförderung aus dritten Ländern künftig geltenden rechtlichen Regelungen der Europäischen Union zu ändern und zu ergänzen.

(2) Vor dem Erlaß von Rechtsverordnungen nach Absatz 1 Nr. 3 und 6 ist der Sächsische Datenschutzbeauftragte anzuhören.

(3) Die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Verwaltungsvorschriften erläßt das Staatsministerium für Soziales. 25

§ 25

Sonderbestimmungen

Unberührt bleiben

1. internationale Vereinbarungen, insbesondere über die Leichenbeförderung,

2. Vorschriften über die Beförderung von Leichen auf Eisenbahnen, auf dem See-und auf dem Luftwege,

3. Vorschriften über den Umgang mit radioaktiven Leichen.

§ 26

Inkrafttreten

Dieses Gesetz tritt am Tage nach seiner Verkündung in Kraft. 26

Das vorstehende Gesetz wird hiermit ausgefertigt und ist zu verkünden.

Dresden, den 8. Juli 1994

Der Landtagspräsident

Erich Iltgen

Der Ministerpräsident

In Vertretung

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Heinz Eggert

Der Staatsminister des Innern

Der Staatsminister

für Soziales, Gesundheit und Familie

In Vertretung

Heinz Eggert

Der Staatsminister des Innern

Anlagen 27

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1 Inhaltsübersicht geä. durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

2 § 1 geä durch Artikel 6 des G vom 5. Mai 2004 (SächsGVBl. S. 148, 150), durch Artikel 53 des G vom 29. Januar 2008 (SächsGVBl. S. 138, 178) und durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

3 § 2 geä durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

4 § 3 geä durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

5 § 5 Abs. 5 geä durch Artikel 2 des Gesetzes vom 18. März 1999 (SächsGVBl. S. 86, 115) und neu gefasst durch Artikel 6 des G vom 5. Mai 2004 (SächsGVBl. S. 148, 150)

6 § 6 geä durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

7 § 7 geä durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

8 § 8a eingefügt durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

9 § 9 geä durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

10 § 10 geä durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

11 § 12 geä durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

12 § 13 geä durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

13 § 14 geä. durch Artikel 6 des G vom 25. August 2003 (SächsGVBl. S. 330; 341) und durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

14 § 15 geä. durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

15 § 16 geä. durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

16 § 17 geä. durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

17 § 18 geä. durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

18 § 18a eingefügt durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

19 § 18b eingefügt durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

20 § 19 neu gefasst durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

21 § 20 geä. durch Artikel 2 des Gesetzes vom 18. März 1999 (SächsGVBl. S. 86, 115), durch Artikel 6 des G vom 5. Mai 2004 (SächsGVBl. S. 148, 150) und durch G vom

19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

22 § 21 geä. durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

23 § 22 geä. durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

24 § 23 geä durch Artikel 19 des G vom 28. Juni 2001 (SächsGVBl. S. 426, 428) und durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

25 § 24 geä. durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

26 § 26 geä. durch Artikel 1 § 1 Nr. 11 des G vom 6. Juni 2002 (SächsGVBl. S. 168) und durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

27 Anlagen 1 bis 4 ersetzt durch G vom 19. Juni 2009 (SächsGVBl. S. 382)

Sarg

Sargteile

  • Unterteil besteht aus Seiten- , Kopf- und Fußendstücken
  • Sitz- und Setzleisten für das Sargoberteil (mit Innenverstrebungen möglich)
  • Boden mit Bodenleisten
  • Sargfüsse

Abmessungen bei Erwachsenensärgen

  • Länge bis 2,05 m (bei Überlänge bis 2,30 m)
  • Breite von 0,65 m – 0,80 m
  • Höhe von 0,65 m – 0,85 m

Abmessungen von Kindersärgen

  • Länge von 0,60 m – 1,60 m (in 20cm Schritten)

Für die Sargherstellung bundesweit zugelassene Holzarten sind:

  • Weiche Hölzer ( Kiefer, Fichte, Lärche, Pappel)
  • Harte Hölzer ( Eiche, Buche )
  • Sipo- Mahagoni
  • Kirschbaumholz
  • Birnbaumholz
  • Eschenholz
  • Furnierte Hölzer (Holzblätter, nicht massiv)
Sargausstattung

Die Innenseiten eines Sarges werden mit verschiedenen Materialien ausgekleidet, um für eine eventuelle Aufbahrung vorbereitet zu sein.

Bespannung des Sargunterteils:

  • Der Stoff für die Bespannung ist ungefähr 2,65 m * 0,86 m groß und wird an den äußeren Enden mit Gummizug gekräuselt
  • Anschließend wird der Stoff in das Sargunterteil hineingelegt und mit Heftklammern am Rand des Sarges befestigt, zusätzlich zur Verschönerung gibt es auf die sichtbare obere Kante als Abschluss ein Lotband ( Viskoseband in schwarz / braun mit Motiven ), welche wiederum mit Helfklammern befestigt werden

Bespannung des Oberteils:

  • Der Stoff sollte eine Größe von 2,40 m * 0,80 m haben, der ebenfalls wie beim Unterteil befestigt wird, das Lotband fällt aber weg.

Velvet:

  • Mit diesem Material aus Papier und Zellstoff können ebenfalls Särge ausgeschlagen werden. Der Stoff hat ein Gewicht von 250g / qm und besitzt ein Muster. In der heutigen Zeit wird aus Kostengründen diese Ausschlagung eines Sarges selten benutzt.

Sargmatratzen:

  • Ist die saugfähige Füllschicht im unteren Teil des Sarges, der Verstorbene liegt nun mindestens 15 cm höher als der Boden des Sarges.
  • Die Länge der Matratze ist der Länge des Sargbodens gleich.

Deckengarnituren:

  • Ein Kopfkissen ( 50 * 60 cm) und eine Zudecke (150 cm * 77 cm )für den Verstorbenen
  • Diese Garnituren bestehen innen aus:  Zellstoffwatte, Viskosewatte, Baumwollwatte oder Wollwatte
Sargbeschläge

Sargbeschläge (Griffe am Sarg, Rosette und Sargschrauben)
Kremationssärge haben meist keine Griffe, die anderen Särge haben meist 4 – 6 Stück.
Je schwerer ein Sarg ist, desto mehr Griffe für die Träger werden benötigt. Die Griffe haben einen Mindestabstand von 70 cm, um den Trägern genug Freiraum zum transportieren zu geben.
Die Rosetten (Verzierung um die Sargschrauben) sollen den Sarg verschönern, das Loch für die Sargschrauben umschließen.
Die Sargschrauben dienen zum luftdichten Verschließen des Sarges.
Grundsätzlich haben Griffe, Verschlussschrauben und Rosetten einer Garnitur das gleiche Material.
Es gibt folgende Materialien: Kunststoff mit Metallkern, Kunststoff pur, Stahlblech, Grauguss, Edelstahl oder Messing.

Sargformen
  • Traditionelle Hausdachform, Sargoberteil verjüngt sich nach oben, Sargunterteil verjüngt sich nach unten
  • Truhensarg, ähnelt einer Truhe, Unterteil ist höher und verjüngt sich nicht oder nur wenig, das niedrige Sargoberteil verjüngt sich, hat meist eine flachere Form
  • Kuppelsarg, ist kuppelförmig, hat eine sehr dicke Deckplatte mit Aufdoppelung und Verstärkung
  • Designersärge / kunsthistorische Särge
    Von der Form her wie die anderen Särge, aber meist mehr durch Accessoires geschmückt, z.B, Spezialfarbe mit Effekte
  • Körperformsarg hat eine sechseckige Außenform, zum Kopf und Fuß hin schmaler verlaufend
Sichere Zeichen des Todes

Totenflecke: erscheinen ca. 20- 30 min nach dem Kreislaufstillstand

Totenstarre: erscheint wenige Stunden nach dem Tod und ist vollständig ausgeprägt nach 6-12 h nach 48- 60 h beginnt die Starre sich wieder zu lösen

Autolyse: Selbstzerstörung von Zellen und Gewebe

Fäulnis: Verflüssigung der Gewebe und Bildung von Fäulnisgasen

Verwesung: folgt im Anschluss an die Fäulnis

Hirntod: unterliegt besonderen Vorschriften, kann nicht jeder Arzt feststellen, meist nur Klinikärzten vorbehalten

Sikhismus

Ist eine anerkannte Weltreligion, auch Sikh-Religion genannt und zählt neben dem Hinduismus, Islam, Christentum und Buddhismus zur fünft größten Weltreligion.
Die Anhänger nennen sich Sikhs und nennen ihre Religion selbstSikhi.
Es gibt weltweit über 20 Millionen Anhänger dieser Religion. Die meisten Sikhs leben in Nordindien.
Einflussreichster Gründer war Guru Nanak, der 1469 in Nord-Indien geboren wurde.

Der ADI GURU GRANTH SAHIB (AGGS) ist die Hauptquelle spiritueller, ethischer und gesellschaftlicher Inspiration für Sikhs.
Der AGGS ist ein Werk, das zeitlose spirituelle Weisheiten in Form von Versen auf gesamt 1.430 Seiten enthält.
Das Streben nach innerer Erkenntnis und das Führen eines tugendhaften Lebens sind zentraler Bestandteil des Sikh-Seins.
Ein Zeichen für die Angehörigkeit der Sikh-Religion ist der Turban sowie das traditionell ungeschnittene lange Haar zum Ausdruck des Respektes vor dem Schöpfer und der Schöpfung an sich.

Silmutanfriedhof

Friedhof, auf welchen die unterschiedlichen Konfessionen stark abgegrenzt werden.

Standkreuz

Es wird meist bei religiösen Trauerfeiern verwendet, es ist ein ca. 1,80 m hohes Kreuz mit Christuskörper.

Sterbefallanzeige

Nach § 33 PStG sind folgende Personen zur mündlichen Anzeige verpflichtet:

  • Das Familienhaupt
  • Derjenige, in dessen Wohnung die Person verstarb
  • Jede Person, die beim Tod zugegen war oder unterrichtet ist ( Bestatter )

Dem Standesamt wird die Todesbescheinigung (ausgeschrieben durch den Arzt, der den Tod feststellte oder Hausarzt, der die Leichenschau vornahm) vorgelegt.
Bei Sterbefällen in öffentlichen Einrichtungen (Pflegeheimen, Krankenhäusern etc.) müssen diese Institutionen den Sterbefall anzeigen.
Standesämter benötigen zur Beurkundung eines Sterbefalles noch folgende Papiere:
Familienbuch (bei Verheirateten)
Geburtsurkunde (bei Ledigen)
Sterbeurkunde des Partners (bei Witwen / Witwer)
Personalausweis des Verstorbenen
Scheidungsurteil, wenn geschieden
Fremdsprachige Papiere sind im Original und in der Übersetzung vorzulegen.

Sterbegeld

Existiert seit dem 01.01.2004 nicht mehr.
Eventuell gibt es in individuellen Fällen Zahlungen von Berufsgenossenschaften, z.B. bei Arbeitsunfällen mit tödlichem Ausgang.

Sterbegeld als Kriegsopferversorgung

Tritt der Tod durch Krieg oder kriegsähnliche Ereignisse eines rentenberechtigten Beschädigten ein, wird nach § 36 BVG ( Bundesversorgungsgesetz ) ein Bestattungsgeld in Höhe von 1498 € gewährt. Ist der Tod nicht die Folge einer solchen Schädigung, so beträgt das Bestattungsgeld 751 €.
Bei einem nicht rentenberechtigten Beschädigten gibt es ein Bestattungsgeld in Höhe von 1498 €.
Es wird gemäß § 53 BVG ein Bestattungsgeld gewährt in Höhe von 1498 €, wenn es bei den versorgungsberechtigten Hinterbliebenen mindestens ein waisenrenten – oder waisenbeihilfeberechtigtes Kind gibt.
Alle übrigen Fälle bekommen 751 €. (Stand : 2007)

Sterbegeld aus dem Lastenausgleichsgesetzes

Beim Tod eines Unterhaltshilfeempfängers oder Beihilfeempfänger einer Kriegsschadenrente bzw. dessen Ehegatten gibt es ein Sterbegeld von 520 €, wenn Begünstigte, die ihre Ansprüche verrenten ließen, mit dem Abzug einer Prämie einverstanden waren.
Aus diesen geringfügigen Abzügen wurde eine Art Sterbegeldversicherung gebildet.
Beantragen muss man das Sterbegeld beim Ausgleichsamt.

Sterbegeld der privaten Unfallversicherung

Leistungen werden gewährt nach Vorlage der Police, in der Höhe, wie es abgeschlossen wurde.
Die Variante der privaten Unfallversicherung basiert auf Freiwilligkeit.

Sterbegeld gesetzliche Unfallversicherung

Zuständig ist hier die jeweilige Berufsgenossenschaft, die bei Tod durch einen Arbeitsunfall oder Berufskrankheit eintritt.
Es wird ein Sterbegeld in Höhe von einem Siebtel der zum Zeitpunkt des Todes geltenden Bezugsgröße gezahlt. (Höhe kann von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein)
Verstarb der Versicherte außerhalb seines Wohnortes, so werden Überführungen zum Ort der Bestattung übernommen.
Ein eventueller Überschuss kann beim Versicherungsträger (§64 Sozialgesetzbuch VII) verbleiben.
Diese Versicherung ist eine Pflichtversicherung vom Arbeitgeber.

Sterbegeldversicherung

Bestatter oder Versicherungsvertreter / Versicherungsmakler stellen mit dem Interessenten die Anträge aus.
Vorab muss natürlich geklärt worden sein, wie viel Geld zum jetzigen Zeitpunkt für die eigene Bestattung gebraucht wird.
Es ist besser, einen leichten Puffer nach oben mit einzukalkulieren, da Inflation bzw. steigende Materialkosten in Laufe der Zeit zu einer Preissteigerung führen können.
Sind die Anträge für die Versicherung ausgestellt, leitet der Bestatter / Versicherungsagent die Papiere an die Geschäftsstelle der Versicherung zur Bearbeitung.
Es kommt zur Policierung.
Meistens werden die Beiträge per Einzugsermächtigung erteilt, es gibt aber auch die Möglichkeit für Einmalbeitragszahlungen. Diese kann man durchaus durch eine Überweisung tätigen.
Nach dem Tod der versicherten Person gewährt die Versicherung nach Vorlage der Police die Leistungen (Gelder), die entweder dem Bestatter oder Dritten überwiesen werden können, je nachdem, was man bei Abschluss des Vertrages wollte.

Suizid

Als Tabuthema wird auch heute noch der Suizid eines Menschen gesehen.
Die Hinterbliebene schämen sich dafür, geben sich die Schuld, es nicht verhindert zu haben.
Zorn und Aggressionen kommen zum Ausdruck. (Wieso hat er / sie mir das angetan?)

Taoismus

Beim Taoismus handelt es sich um eine Volksreligion und eine Philosophie mit spirituellem Hintergrund, wobei hier das Tao eine wichtige Rolle spielt.
Neben Konfuzianismus und Buddhismus ist der Daoismus eine der „Drei Lehren“ in China.
Der Taoismus wird auf die Lehre des Lao Tse zurückgeführt, welche im sogenannten „Tao Te King“ mit 81 Kapiteln überliefert wurde.
Ein bekanntes taoistisches Symbol ist das Yin-Yang-Symbol.

Testament

Laut § 2247 BGB wird ein Testament eigenhändig geschrieben und unterschrieben.
Das private Testament kann überall aufbewahrt werden und man sollte Ort und Datum angeben sowie mit Vor – und Zunamen unterschreiben. Es kann auch beim Amtsgericht verwahrt werden.
Ein öffentliches Testament macht der Notar mit dem Erblasser. Er prüft die Geschäftsfähigkeit des Erblassers, den Inhalt des Testamentes und hinterlegt dieses dann beim Nachlassgericht. Jedes Testament kann ungültig gemacht werden, indem man es

  • vernichtet oder
  • es in einem späteren Testament widerruft
Testamentsvollstrecker

Wird durch den Erblasser ernannt. Er verwaltet den Nachlass und ist berechtigt Verbindlichkeiten einzugehen.

Thanatologie

Wissenschaft von Tod, Sterben und Bestattungsritualen.
Wissenschaft, die u.a. Erlebnisse dokumentiert von reanimierten klinisch Toten im Zeitraum zwischen klinischen Tod und erfolgreicher Wiederbelebung.
Ungefähr 100.000 Erlebnisse in Todesnähe sind beschrieben.
Der Tod als Übergang, wobei die Seele den Körper verlässt, es wird als einmaliges, schönes und befreiendes Erlebnis geschildert, wobei die Gefahr besteht, dass der Tod verharmlost wird.

Thanopraxis

Ist der Umgang mit Verstorbenen zur kurzzeitigen Konservierung, auch „Modern Embalming“ genannt, wobei die Dialyse gemeint ist, wo es zum Austausch von körpereigenen Flüssigkeiten gegen konservierende / desinfizierende Flüssigkeiten kommt.
Aufgaben:

  1. Desinfektion des Verstorbenen, wobei sichergestellt sein muss, dass alle Personen, die Umgang mit dem Verstorbenen haben, nicht gefährdet werden können
  2.  Verzögerung der Verwesung zum Zwecke der würdevollen Abschied am offenen Sarg
  3. Widerherstellung des früheren Erscheinungsbildes (Verfärbungen werden getilgt)
  4. Zum internationalen Transport der Verstorbenen

Ziel ist es:

  • Beisetzungsfristen zu verlängern
  • Einen grenzüberführenden Transport vorzubereiten
  • Entfernung von Totenflecken, Blau und Rotfärbungen im Kopf und Halsbereich verschwinden, Blaufärbungen an Finger und Fußnägel hellen auf und verschwinden, Lippen und Ohrläppchen erhalten ihre Fülle zurück, an Gelbsucht verstorbene Personen verlieren die gelbe Hautfarbe, durch Absaugen reduziert man üble Gerüche aus allen Körperöffnungen
  • Ein festeres Gewebe nach der Behandlung für eine bessere Ausgangslage für rekonstruktive Arbeiten
Tod von Kindern

Versterben Kinder vor ihren Eltern, so ist dies eine extreme Situation für das Elternpaar. Schuldzuweisungen sind keine Seltenheit.
Da Männer und Frauen anders trauern, ist die Wahrscheinlichkeit laut Statistik sehr hoch, dass es zur Trennung des Elternpaares kommt. Durch Gesprächskreise oder Therapien kann man sich helfen lassen.
Siehe auch „verwaiste Eltern“.

Totenflecke

(Livores) Sind Blutansammlungen im Gewebe.
Lag der Verstorbene beim Tod auf dem Rücken, so fließt das Blut Richtung Po und Rücken.
Die am meisten untenliegenden Stellen sind dann von diesen Totenflecken befallen.
Die oberen Stellen sind blutleer.
Diese Totenflecke erscheinen 30 Minuten nach dem Tod und nach 4 Stunden sind sie voll da.
Bis 10 Stunden nach dem Tod kann der Bestatter diese Flecke durch Massagen wegbekommen.

Totenkult im Altertum

Ägypten
Künstlerische Schreine, viele Grabbeigaben dokumentieren bei Ausgrabungen im Niltal / Pyramiden von unglaublicher Verehrung der Toten.
Parsen (Nachfahren der Perser)
Ungefähr 100.000 dieser Nachfahren gibt es heute noch (Gebiet um Bombay). Es galt als Verunreinigung, wenn man in Kontakt mit Verstorbenen kam, die nur durch umfangreiche Waschungen aufzuheben war. Bestattungsplatz war die Dakhmah (Leichenturm) weit außerhalb der Stadt. Die Toten wurden auf diesem hohen zylindrischen Turm unbekleidet auf dem Dach niedergelegt, den Geiern und anderen Aasfressern vorgelegt. Nach vollständiger Skelettierung wurden die Gebeine im Untergeschoss des Turmes verwahrt.
(Ähnliche Gebräuche findet man bei den Indianern in Nordamerika)
Alten Germanen
Die Germanen bestatteten ihre Toten sippenweise unter Grabhügeln. In der Altsteinzeit dokumentieren Höhlenmalereien von den ersten Feuerbestattungen. Den Toten gab man Kleidung, Schmuck und andere Totenbeigaben mit auf den offenen Scheiterhaufen. Die Asche wurde in einer Urne beigesetzt. Alternativ wurden Verstorbene in Schreine gebettet, die den Särgen von heute wohl ähnlich waren.

Totenschein

Die einzelnen Landesgesetze regeln, dass ein Mensch erst dann bestattet werden darf, wenn die Todesbescheinigung (aufgrund einer Leichenschau) ausgestellt wurde und danach das zuständige Standesamt die Eintragung des Sterbefalles in das Sterbebuch vorgenommen hat.
Der Arzt, der die Leichenschau vornimmt, notiert auf dem Totenschein, u.a.

  • Feststellungen über den Tod
  • Todeszeitpunkt
  • Todesart
  • Todesursache
Totenstarre

(Rigor mortis)
Ohne Sauerstoff verhärten die Muskeln im Körper. Es entsteht eine Körperstarre an den Lidern und am Kiefer nach 2 Stunden und endet in allen Bereichen nach 8 – 10 Stunden.
Zur Schließung des Mundes bei einer Aufbahrung kann diese Starre „gebrochen“ werden.
Dies erfolgt durch eine Massage.
Nach 1 – 2 Tagen ist die Starre von selbst aufgelöst.

Totenzettel

Sind kleinformatige, zwei- bis vierseitige Drucksachen, die zum Begräbnis (meist bei den Katholiken) ausgeteilt werden.
Sie beinhalten Daten des Verstorbenen, Bilder, Fotos, Symbole oder Gebete.

Totgeburt

Eine Totgeburt liegt vor, wenn bei einer Scheidung vom Mutterleib das Herz vom Kind nicht geschlagen hat, die Nabelschnur nicht pulsiert hat oder auch keine Lungenaktivität festzustellen war.
Das Gewicht vom Kind muss mindestens 500 g betragen, um als Totgeburt benannt zu sein.
Das Kind ist nun bestattungspflichtig und wird in das Geburtenbuch eingetragen (auch mit Namen).
Ab 2013 ist auch dies unter dem Gewicht von 500 g möglich.

Trauer

Trauer erfordert aktives Handeln des Hinterbliebenen.

Was ist eigentlich Trauer?

Eine tiefe schmerzliche Verstimmung, kein Interesse besteht mehr zur Außenwelt, Verlust der Liebesfähigkeit, Reduzierung des Leistungsvermögens, Depressionen… all dies sind Anzeichen von Trauer.
Der Trauernde pendelt in einem Ausnahmezustand, wünscht er sich doch das nochmalige Wiedersehen der verlorenen Person.
Im Laufe der Zeit beginnt eine Loslösung von der verstorbenen Person, sodass nunmehr wieder die Personen in der Umgebung mit Liebe und Aufmerksamkeit bedacht werden können.

Was macht ein Trauerbegleiter?
Ein Trauerbegleiter hilft bei diesem oben genannten Prozess der Heilung bis das seelische Gleichgewicht des Trauernden widerhergestellt ist.
Körperliche Reaktionen auf Trauer Leeregefühl im Magen, Brustbeklemmung, Gefühl des Zugeschnürt – Seins der Kehle, Überempfindlichkeit gegen großer Lautstärke, Gefühl der Fremdheit gegenüber des eigenen Ichs und der Umgebung, Kurzatmigkeit / Atemlosigkeit, Muskelschwäche, Antriebslosigkeit, Mundtrockenheit

Gefühlsmäßige Reaktionen auf Trauer

  • Traurigkeit, meistens begleitend mit Weinen
  • Zorn, Aggression (manchmal Suizidgefahr)
  • Schuldgefühle , schlechtes Gewissen
  • Angst (vor dem Alleinsein, vor dem eigenen Tod)
  • Sehnsucht, Einsamkeit und Verlassenheit, Müdigkeit, Aphatie (Interessenlosigkeit)

Wie verhalten sich manche Trauernde?
Sie haben Schlafstörungen, keinen Appetit / extrem großen Appetit, verhalten sich irrational, meiden andere Menschen, träumen oft vom Verstorbenen, suchen und rufen ihn, halten Erinnerungen an ihn wach, überhäufen sich mit Arbeit oder neigen zu Zwangshandlungen.

Reaktion der Mitmenschen auf Trauernde
Leider gibt es noch immer viele Menschen, die Trauernormen dem Trauernden antragen.
(bezüglich des Weinens, des sich Zurückziehens, Länge der Trauerzeit)
Diese Floskeln braucht niemand, denn jeder Mensch braucht unterschiedlich lange für seine Trauer.
Trauernden kann man am besten helfen, indem man seine Hilfe konkret anbietet.
(Ich bring Dir heute ein Mittagessen vorbei, ich putze dir deine Fenster, wir gehen gemeinsam einkaufen)
Manchmal ist das schon ein großer Schritt zurück in das normale Alltagsleben.

Pathologische Trauer (Bitte immer einen Fachmann dazu ziehen)

  • Auch nach längerer Zeit kann der Trauernde noch nicht ohne zu Weinen über den Verstorbenen sprechen
  • Ein vermeintlich unbedeutender Vorfall löst eine Trauerreaktion aus
  • Das materielle Erbe bleibt über längere Zeit unverändert (Kleidung bleibt vollständig im Schrank…)
  • Radikale Lebensstiländerung
  • Hinterbliebene entwickeln die Krankheitssymptome des Verstorbenen oder haben eine Phobie vor dieser Krankheit
  • Der Hinterbliebene übernimmt Eigenheiten des Verstorbenen, auch wenn sie gegen dessen Überzeugung, Interessen sind
  • Soziale Isolierung / Einsamkeit
Trauerdrucksachen

Oft werden Trauerbriefe / Todesanzeigen aufgehoben und als Erinnerungsstücke aufbewahrt.
Deshalb ist es wichtig sich genau zu überlegen, was in dieser letzten Mitteilung hineingeschrieben werden soll.
Bestatter bieten diesen Service mit an und helfen den Hinterbliebenen bei der Erstellung einer Anzeige.

Trauerfarben und ihre Bedeutungen

(Andere Länder, andere Trauerfarben.)

Weiß

  • Unschuldsfarbe, Vollkommenheit, Ernsthaftigkeit, Feierlichkeit

Schwarz

  • Blumen werden gern mit schwarzen Bändern geschmückt
  • Schwarze , dunkle Kleidung auf Friedhöfen in Deutschland bevorzugt, aber keine Pflicht mehr

Grün

  • Hoffnung auf Frieden, Hoffnung auf Weiterleben nach dem Tod
  • Wirkt beruhigend auf Trauernde

Violett

  • Eine bedeutende Rolle im Christentum, symbolisiert Leiden, Tod und Auferstehung Christi
  • Violett verbindet die Farben blau und rot ( rot – Welt des Körpers, blau – Welt des Geistes )
Trauerfloristik

Ein Bestatter arbeitet meist eng mit dem ortansässigen Florist zusammen.
Er übernimmt heute die Beratung zur Auswahl des passenden Blumenschmuckes für einen Sarg oder eine Urne und leitet die ausgesuchten Blumen als Bestellung weiter.

Arten von Blumenschmuck

Kranz
meist bei Erdbestattungen (Sargbestattungen) verwendet, da diese Kränze ziemlich groß sind und auf manche Urnengräber kein Platz vorhanden ist.
Das meist verwendete Koniferengrün zur Ummantelung des Kranzrohkörpers dient ach heute noch als Symbol für das Weiterleben nach dem Tod.
Der Kranzrohkörper besteht aus Stroh, ummantelt mit einem grünen Vlies. Darauf werden entweder maschinell oder manuell Fichte, Tanne oder Scheinzypresse gebunden. (Koniferengrün)
Verwendet man Blätter (die man einzeln mit Nadeln befestigt) so nennt man diesen Kranz Römerkranz.
Hat man diese Unterkonstruktion fertig, so wird ein Steckmasseblock (mit Metallgitter umgeben) darauf befestigt, wo dann die gewünschten Blüten hineingesteckt werden können.
Zusätzlich kann an den Kranz eine individuelle Schleife befestigt werden.
Alternativ zum Römerkranz gibt es den Blütenkranz, also nur aus Blüten und Blättern bestehend. Als Unterlage dient ein Kunststoffring, der mit Steckmasse gefüllt ist, damit die Blüten nicht gleich verwelken.

Sargschmuck (Sargbouquet/ Sargdecke)
Auf eine Unterlage mit Steckmasse wird ein Sarggesteck erarbeitet, welches auf den Sargdeckel Platz findet. Es sollte nicht zu groß sein, wesentliche Teile des Sarges müssen trotzdem sichtbar bleiben. Es ist die Kunst des Floristen, ein Gesteck zu erarbeiten, welches gut zum Sarg passt, mit überhängenden Blättern, bitte kein Gesteck, was aufgesetzt wirkt. Diese Gesteck kann mit zweiseitigen Klebeband auf dem Sargdeckel fixiert werden.

Urnenschmuck
Einen Steckschaumkranz findet man am Fuße einer Urne, mit kleinblütigen Blüten und Blättern oder wenig nach oben gearbeiteten Blüten. Wichtig ist, dass die Urne noch zu erkennten ist.
Auch gibt es lose gebundene Blüten, die auf die Urne als Kranz gelegt werden.
Kleinere Gestecke können auf den Urnendeckel mit einem Steckschaumwürfel geklebt werden.

Trauerstrauß / Grabstrauß
Ein gebundener Strauß, den man als Gast einer Trauerfeier mit ins oder an die Grabstelle niederlegen kann.

Sargstrauß
Man gibt einen gebundenen Strauß Lieblingsblumen in die Hände des Verstorbenen zu einer Aufbahrung.

Trauergesteck
Ist ein größerer Trauerstrauß mit einer Steckmasse gearbeitet, diese Steckmasse bietet einen Griff zum besseren Halten des Gesteckes.
Diese Art der Floristik wird gern bei Urnenbeisetzungen gewählt, da der Platzverbrauch nicht so groß ist.

Blumen zum Nachwerfen (Streublumen)
Sind einzelne Blüten oder Blütenblätter, manchmal sogar winzig gebundene Sträußchen.
Alle Arten haben immer wieder bevorzugte Blumen, die unterschiedliche Bedeutungen haben können:

  • Nelke (Im Mittelalter Sinnbild des Verlöbnisses und der Liebe) wird im Christentum mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht
  • Calla
  • Chrysantheme
  • Getreide (Symbol des Kreislaufes der Natur)
  • Efeu (Treue und Verbundenheit , Sinnbild der Unsterblichkeit)
  • Weiße Lilie (Jungfräulichkeit, Unschuld, Keuschheit, Reinheit der Gottesmutter)
  • Palmwedel (Friedenssymbol)
  • Mohn (Symbol für schnell verblühendes Leben)
  • Fichte (Unsterblichkeit)
  • Rose (Liebessymbol , Symbol der weiterlebenden Seele)
Trauermusik

Im Alltag ist Musik nicht mehr wegzudenken, auch über den Tod hinaus.
Eine zunehmende Individualisierung beim Spielen der Musik ist auf den Friedhöfen erkennbar. (von Rock / Pop bis Klassik)
Die Musik, die auf einer Trauerfeier gespielt wird, hat meist eine Bindung zum Verstorbenen gehabt.
Früher wurde Livemusik gespielt, heute ist eher de CD Spieler oder MP3 Spieler an erster Stelle. (in Trauerhalle gespielt)
Bei Gläubigen kommt das Harmonium / Klavier / Orgel zum Einsatz.
Bei einer Trauerfeier gibt es die Eingangsmusik, ein Mittelstück und ein Schlussstück.
Das Schlussstück begleitet die Angehörige zur Grabstelle.
Sänger, Bläser, Saxofone, Streichinstrumente können am Grab die Beisetzung beenden.

Trauernde Kinder

Ein Todesfall sollte Kindern auf keinen Fall verheimlicht werden.
Im Alter von 2 – 5 Jahren können Kinder ansatzweise den Tod begreifen.
Über den Tod kann man sehr zeitig mit Kleinkindern sprechen, gibt es etwa ein Haustier, dass verstorben ist.
Verstirbt ein Elternteil, so kann der andere Elternteil sich meist nicht richtig um das Kind kümmern, ist man doch selbst in Trauer. Hier müssen Familie und Freunde einspringen und mithelfen.
Kinder, die abgeschirmt werden, entwickeln Vorstellungen vom Tod, die nicht der Wirklichkeit entsprechen.
Zwischen dem 5 . – 8. Lebensjahr bilden Kinder ein besseres Verständnis vom Tod aus.
Ohne professionelle Hilfe wird man schwer in ein normales Leben gehen können. (Trauerbegleiter)

Trauerreden

Redner / Geistliche halten Reden über den Verstorbenen für die Hinterbliebenen.
Gut wären Kenntnisse über Trauer- und Kommunikationspsychologie.
Von kompetenter Stelle wird es in Zukunft höchstwahrscheinlich angestrebt werden, einen Ausbildungsberuf als Redner/ in zu erschaffen.
Dabei ist es wichtig, keine Rede austauschbar mit anderen Reden zu gestalten.
Jeder Verstorbene ist ein Individuum, mit eigenen Todesumständen, jede Trauer ist anders für Hinterbliebene zu bewältigen.
Eine Rede unterteilt man in Einleitung, Hauptteil (mit dem Lebenslauf) und Schluss.
Verblüffender Weise kommt eine Statistik zu dem Schluss, dass der Gesamteindruck der Rede
40 % vom Tonfall
50 % von visuellen Eindrücken und nur etwa
10 % vom Inhalt ausmacht

Überführung eines Verstorbenen innerhalb Deutschlands

Von Überführung eines Verstorbenen spricht man, wenn man ihn entweder vom Sterbeort zur Kühlzelle oder von der Kühlzelle zum Bestattungsplatz (Friedhof) bringt.
Der Verstorbene hat zur eindeutigen Identifikation den Totenschein, der vom Arzt ausgestellt wurde, bei sich.
Die Leichenbeförderung kann im Leichenwagen mit Sarg / Unfallhülle oder Trage durchgeführt werden (nach DIN 75081).

Alternativ gibt es die Überführung auf dem Schienenweg mit der Eisenbahn. Hier gelten diese Bestimmungen nach der Eisenbahnverkehrsordnung vom 08.08.1938:

  • Transport ist entweder mit dem Personen oder dem Güterzügen möglich
  • Leichensendungen müssen dem Startbahnhof mindestens 6h vor Abfahrt gemeldet werden
  • Der Sarg muss den Bestimmungen des internationalen Abkommens entsprechen
  • Zugelassen sind Holzsärge mit einer 5- 10 cm dicken saugenden Schicht (außer bei ansteckenden Krankheiten des Verstorbenen)
  • Es gelten die Bestimmungen des Berliner Abkommens vom 10.02.1937
  • Zu beachten ist das Straßburger Abkommen von 1973
  • Die Versendung erfolgt mit Eilfrachtbrief
  • Der Empfänger muss den Verstorbenen innerhalb von 6 Stunden nach Ankunft im Zielbahnhof abholen
  • Ein Begleiter muss mit dem Sarg mitfahren, wenn die Zieladresse kein Krematorium / Bestatter ist ( Begleiter entfällt, wenn Erklärung des Empfängers vorliegt, dass die Abholung sofort erfolgt bei Benachrichtigung)
  • Die Sendung erfolgt in einem gewöhnlichen, geschlossenen Waggon
  • Polizei muss verständigt werden, wenn der Sarg nach 6 h nicht am Ziel abgeholt wurde

Leichenbeförderung auf dem Seeweg

Überführung von Verstorbenen

Von Überführung eines Verstorbenen spricht man, wenn man ihn entweder vom Sterbeort zur Kühlzelle oder von der Kühlzelle zum Bestattungsplatz ( Friedhof ) bringt.
Der Verstorbene hat zur eindeutigen Identifikation den Totenschein, der vom Arzt ausgestellt wurde, bei sich.
Die Leichenbeförderung kann im Leichenwagen mit Sarg / Unfallhülle oder Trage durchgeführt werden (nach DIN 75081).

Alternativ gibt es die Überführung auf dem Schienenweg mit der Eisenbahn. Hier gelten diese Bestimmungen nach der Eisenbahnverkehrsordnung vom 08.08.1938:

  • Transport ist entweder mit dem Personen oder dem Güterzügen möglich
  • Leichensendungen müssen dem Startbahnhof mindestens 6h vor Abfahrt gemeldet werden
  • Der Sarg muss den Bestimmungen des internationalen Abkommens entsprechen
  • Zugelassen sind Holzsärge mit einer 5- 10 cm dicken saugenden Schicht (außer bei ansteckenden Krankheiten des Verstorbenen)
  • Es gelten die Bestimmungen des Berliner Abkommens vom 10.02.1937
  • Zu beachten ist das Straßburger Abkommen von 1973
  • Die Versendung erfolgt mit Eilfrachtbrief
  • Der Empfänger muss den Verstorbenen innerhalb von 6 Stunden nach Ankunft im Zielbahnhof abholen
  • Ein Begleiter muss mit dem Sarg mitfahren, wenn die Zieladresse kein Krematorium / Bestatter ist ( Begleiter entfällt, wenn Erklärung des Empfängers vorliegt, dass die Abholung sofort erfolgt bei Benachrichtigung)
  • Die Sendung erfolgt in einem gewöhnlichen, geschlossenen Waggon
  • Polizei muss verständigt werden, wenn der Sarg nach 6 h nicht am Ziel abgeholt wurde

Leichenbeförderung auf dem Seeweg

  • Leichen dürfen nur auf dem Seeweg befördert werden ohne Belästigung der Fahrtgäste / Besatzung, auch darf es zu keiner Berührung mit Lebensmitteln kommen
  • Sterbefälle auf einem Schiff unterliegen den Bestimmungen des Landes, unter dessen Flagge das Schiff fährt
  • Auf einem international verkehrendem Schiff müssen 2 Möglichkeiten zur Aufbewahrung von Verstorbenen vorhanden sein
  • Der Verstorbene ist wie folgt einzusargen: Sarg muss aus 3cm dicken wasserfest verleimten Brettern bestehen, der Boden muss eine 5 cm starke Schicht aufweisen, die säureverzehrend ist, um den Verstorbenen muss ein antiseptisches Tuch sein, auf dem Boden muss ebenfalls sich eine Lage befinden, die mit antiseptischen Mitteln getränkt ist

Leichenbeförderung auf dem Luftweg

  • Sarg wird als normales Frachtgut verpackt
  • Sarg muss ein Druckausgleichsventil haben (Zinksarg)
  • Zollbestimmungen sind einzuhalten, das Zielland des Verstorbenen kann bestimmte Papiere einfordern
Überführung von Verstorbenenaschen

Der Transport einer Urne vom Krematorium zur Beisetzungsstelle oder wenn eine Umbettung stattfand (vom Friedhof x zum Friedhof y) wird mit dem Bestattungsfahrzeug durchgeführt, in seltenen Fällen kommt es zum Urnenversand durch die Post.

Umbettung

Nach erfolgter Erdbestattung / Urnenbeisetzung geht die Pflicht zur Überwachung der Totenruhe in die Hände des Friedhofsträgers über.
Soll eine Umbettung (Aushebung einer bestattenden Person zum Zwecke der Wiederbeisetzung in einer anderen Grabstelle) gemacht werden, muss ein Antrag beim Friedhofsträger von den Hinterbliebenen gestellt werden.
Beachten Sie bitte, dass aus manchen Grabstellen keine Ausbettung machbar ist,  z. B, aus Urnengemeinschaftsgräbern.
Die zugehörigen Friedhofssatzungen des Friedhofes sind zu beachten.

Antragsberechtigte für Umbettungen sind

  • Berechtigte Angehörige
  • Grabnutzungsberechtigte
  • Friedhofsträger (wenn, z. B, die Grabstelle wegen Umstrukturierung des Friedhofes verlegt werden müssen )
  • Bei Kriegsgräbern die öffentliche Hand

Dokumente, die für eine Umbettung benötigt werden

  • Schriftlicher Antrag mit Begründung
  • Zustimmung des Nutzungsberechtigten
  • Grabkaufbestätigung des neuen Friedhofes zur Wiederbeisetzung
  • Amtsärztliche Genehmigung, wenn die Umbettung innerhalb der gesetzlichen Ruhefrist ist
  • Sterbeurkunde

Für eine Umbettung nach der Ruhefrist ist der Friedhofsträger allein verantwortlich.

Folgende Vorschriften für eine Sargumbettung sind einzuhalten:

  • Ausgrabung geschieht in der kälteren Jahreszeit (Oktober – März)
  • Ausgrabungen nur außerhalb der Öffnungszeiten des Friedhofes
  • Absperrungen des Friedhofsteiles ( sensationslustige Zuschauer )
  • Verwendung eines neuen Sarges
  • Sofortige Beisetzung am neuen Beisetzungsort
  • Desinfektion von allen Ausgrabungshilfsmitteln, Kleidung sowie des Bestatterfahrzeuges
Unfarben

Weiß – gebrochenes weiß wird als Trauertracht bevorzugt, sie ist Grundfarbe von Leinen und Wolle, muss nicht gefärbt werden, ist Ausdruck dessen, dass kein Aufwand betrieben werden muss.
Schwarz ist die Farbe der Entsagung, der Treue und Festigkeit, meist beim Feststaat bevorzugte Farbe.
Violett gilt auch als Trauerfarbe.

Urnen

Die gelieferten Aschekapseln der Krematorien werden meist vor Trauerfeiern in Urnen (Schmuckurnen) gebettet.
Der äußeren Gestalt der Urnen sind keine Grenzen gesetzt, ebenso in der Verwendung des Materials.
Sie sind alle entweder mit Griffen oder Versenkseilen ausgestattet, um ein würdiges Versenken der Urne zu ermöglichen.
Alternativ dazu werden vom Hersteller Versenknetze mitgeliefert.

Beständige Urnen
Urnen aus Buntmetall ( Kupfer, Messing, Neusilber ), Leichtmetallgussurnen, Bronzegussurnen, Keramikurnen, Granulaturnen, Urnen aus Marmor oder Granit

Vergängliche Urnen
Urnen aus Stahlblech, galvanisierte Urnen, vergängliche Keramik Urnen, Anhydriturnen oder Holzurnen

Urnen für Seebestattungen
Urnen für die See müssen schnelle Auflösbarkeit im Wasser als Voraussetzung haben.
Geeignete Materialien für diese Beisetzungsart sind Tonolith (Ton), Quarzilith (Quarzsand), Kristallith (Salzbestandteile) oder Ornith (Muschelkalk).

Urnenhaine – Urnengemeinschaftsanlagen

Quadratische oder lineare Gemeinschaftanlagen für Urnen, wobei die namentliche Kennung auf einer Gemeinschaftstafel vorhanden ist.

Urnenreihengrab

Wird erst im Todesfall einzeln und nur der Reihe nach vergeben.
Den Standort des Grabes bestimmt der Friedhof.
Es gilt die gesetzlich vorgeschriebene Ruhefrist von 20 – 30 Jahren.

Urnenwahlgrab

Ein Urnenwahlgrab wird ein-, doppel- oder mehrstellig vergeben.
Neben der eingeräumten Ruhefrist wird ein befristetes Nutzungsrecht mit der Option auf Verlängerung eingeräumt. (sogenannte Familiengräber)

VDI Richtlinie 3891

Das Gesetz „Emissionsminderung – Einäscherungsanlagen“ des Vereins Deutscher Ingenieure regelt für Särge bzw., die Sarginnenausstattungen: „Für Särge und Sargausstattungen sollten nur Materialien verwendet werden, die geringstmögliche Emissionen erwarten lassen.“
Diese Anforderungen entsprechen natürliche Zelluloseprodukte mit einem Synthetikanteil von max. 30%.
Kleidungstücke und Schuhe, die aus Gummi bestehen sind nicht gestattet.
Materialien nach VDI Richtlinie sind nur mit einem Hersteller Gütesiegel echt einzustufen.

Versorgung eines Verstorbenen zu Hause

Wie wird der Verstorbene im Trauerhaus vom Bestatter versorgt?

  1. Der Verstorbene wird entkleidet
  2. Kanülen, Verbände werden entfernt oder Urinbeutel abgeklemmt
  3. Schmuckgegenstände werden abgelegt und den Hinterbliebenen übergeben
  4. Waschen / Desinfektion des Verstorbenen
  5. Verschließen der Körperöffnungen, Lockern der Totenstarre
  6. Rasieren wenn nötig
  7. Einsetzen von Zahnprothesen
  8. Schließen von Augen und Mund (Augen werden meist geklebt, Mund kann man kleben oder nähen)
  9. Kleidung anziehen
  10. Kämmen nach Vorlage des Fotos vom Personalausweis z.B,
  11. Einsargen / Einbetten

Nach dieser Grundversorgung kann der Verstorbene einige Zeit zu Hause aufgebahrt bleiben.

Sonderfall

Sollte es sich um eine ansteckende Krankheit gehandelt haben, an die er verstorben ist, so entfällt die Grundversorgung, der Leichnam wird in ein mit Desinfektionsmitteln getränktes Tuch gewickelt und sofort eingesargt und abtransportiert.

Versorgung im Versorgungsraum

Wie wird der Verstorbene im Versorgungsraum hygienisch versorgt?

Speziell ausgebildete Personen können über eine Grundversorgung hinaus noch mehr für Verstorbene tun:

  • Entfernen von Kathedern und Herzschrittmachern
  • Maniküre und Kosmetik
  • Haare waschen + trocknen
  • Anlegen von Schmuck

Auch hier gilt

Außer bei infektiösen Verstorbenen!

Ablauf

  1. Anlegen von Schutzkleidung des Personals
  2. Bereitlegen aller Hilfsmittel und Instrumente
  3. Identifikation des Verstorbenen
  4. Entkleiden des Verstorbenen, die Scham wird abgedeckt
  5. Lagerung des Verstorbenen mittels Körper- und Kopfstützen auf den Versorgungstisch
  6. Versorgung des Verstorbenen ( Desinfektion, Starre lösen, Haare waschen, eventuelle Rasur, Augenkappen einsetzen,  Augenlider mit Feuchtigkeits- oder Stay Cream verschließen, Nasen- Rachenraum desinfizieren und tamponieren, Zahnprothese einsetzen, Mundverschluß mittels Ligatur, Lippenverschluss, offene Wunden verschließen und verbinden, Körperöffnungen desinfizieren, tamponieren und verschließen, Haare fönen, Nagel reinigen und kürzen, Abtrocknen des Körpers, sichtbare Teile der Haut mit Feuchtigkeitscreme versorgen
  7. Ankleiden und letzte Kosmetik, Frisur noch einmal überprüfen
  8. Entsorgung von benutzten Einwegartikeln und Desinfektion von Hilfsmitteln und des Tisches
Verwesung

Selbstzersetzung durch körpereigene Enzyme / Bakterien.

Nach ein bis zwei Tagen treten folgende Merkmale auf:

  • Verfärbung des Bauches (grünlich), danach Venenzeichnungen
  • Hautablösungen (an den Händen und Füßen zuerst)
  • Gasbildung im Bauch, Bauch bläht sich auf
  • Auslaufen von Flüssigkeiten aus Mund und Nase

Geruchsbildung

Verwesung von Materialien im Boden

Hängt von folgenden Faktoren ab

  • Bodenart (Lehm, Sand, Ton, Moor)
  • Belüftungszustand des Bodens
  • Bodenfeuchtigkeit

Alle Materialien (Bestattungskleider, Decken, Kissen, Sargbespannungen, Sargmatratzen, Transporthüllen, Hygienelaken) sollten wenn möglich mit dem Fachzeichen der VDBI (Fachgemeinschaft im Verband der Deutschen Bestattungswäsche- Industrie) gekenntzeichnet sein, um den Anforderungen des Umweltschutzes zu genügen.

Verwitwung

Egal ob der Ehemann oder die Ehefrau zuerst verstirbt, es findet immer eine Umstrukturierung des gesamten Lebens statt.
Witwer trauern akuter, da meist neue Mehrfachbelastungen auf sie zukommen.
(Führung eines Haushaltes, Kinderbetreuung, Arbeitsalltag wird aufrechterhalten)
Witwen haben meist Ängste in finanziellen Dingen, (Muss ich mir eine kleinere Wohnung nehmen?) oder leiden an Depressionen.

Wachsleiche

Bei sehr alten Friedhöfen kann es passieren, dass der Boden überfettet ist, nicht mehr aufnahmebereit ist für zukünftig Verstorbene.
Der Friedhof müsste geschlossen werden oder ein Austausch der Erde stattfinden.
Der Boden wird als Sonderabfall auf einer Deponie entsorgt, nachdem der Boden auf restliche Gebeine hin untersucht worden ist.

Wahlgrab

Für Urnenbeisetzungen / Erdbestattungen möglich, wenn es die zugehörige Friedhofssatzung zulässt.
Wahlgräber sind Sondergrabstellen, meist Familiengrabstätten. (Mehrere Beisetzungen sind möglich)
Das Nutzungsrecht der Grabstätte kann nach Ablauf der Ruhefrist verlängert werden.

Wiederausgrabung

Kann nur durch Zustimmung des Ordnungsamtes des Bestattungsortes erfolgen, um eventuelle Nachforschungen zum Tode des Verstorbenen nachträglich zu machen.

Antragsberechtigte

  • Staatsanwalt / Gericht
  • Versorgungsamt
  • Gesetzliche Unfallversicherung
  • Berechtigte Angehörige

Die Kosten trägt der Veranlasser.

Wiederherstellungskosmetik

Aufgrund von einigen Todesursachen muss man dem Verstorbenen besondere wiederherstellende Aufmerksamkeit geben.
Eine ästhetische und natürliche Ausstrahlung des Verstorbenen nach der Rekonstruktion ist ein Muss bei einer offenen Aufbahrung, es soll den Angehörigen der Schrecken genommen werden.
Eine Abschiednahme soll immer ein Stück Trauerbewältigung sein.
Die Angehörigen geben dem Bestatter ein möglichst aktuelles Foto des Verstorbenen vor dessen Arbeitsstart.
Der Bestatter kann kleinere Verletzungen beheben, Schnitte etc.
Sollte aber eine ausgiebige Konstruktion nötig sein, ist der Thanatopraktiker am geeignesten.
Er beherrscht im großen Umfang plastische Rekonstruktionen, kann Verwesungsprozesse stoppen.

Yezidentum

Etwa 30.000 Yeziden leben in Deutschland.
Es gibt kein großes Lehrgebäude für diese Menschen, die auch an einen Gott glauben, dem Schöpfer von Kosmos und Erde.
Ihm unterstehen 7 Engel (z. B, der erste ist Melek Taus, in Form eines Pfaus wird er dargestellt)
Die Yeziden stammen aus dem Grenzgebiet zwischen Türkei, Irak, Syrien und der GUS.
Die meisten dieser Menschen leben in Dt. heute Raum Niedersachsen (Burgdorf, Celle, Hannover).
Deshalb wurde auf dem Friedhof Hannover – Lahe ein Gräberfeld für sie eingerichtet.
Diese Gräber sind nach SO zur aufgehenden Sonne ausgerichtet.
Es herrscht ein strenges Kastensystem. Beim Tod eines Menschen ist die Bescheinigung des Peschimam ( geistlicher Führer der Religion ) für die Beisetzung notwendig, aus der dann hervorgeht, in welcher Kaste der Verstorbene war und das er der Glaubensgemeinschaft angehörig war.
Es gibt unterschiedliche Grabstellen für unterschiedliche Kasten.
Die Männergräber bekommen einen Kopf und Fussstein, die Frauen nur einen Kopfstein, eine Steinkante dient als Umrandung der Grabstelle. Im Normalfall gibt es auf diesen Gräbern niedrige Bodendeckerpflanzen, auch Blumenschmuck.
Bruder oder Schwester spielen bei Totenunterweisungen / Bestattungen eines Verstorbenen eine große Rolle.

  • Rituelle Waschungen durch den zuständigen Scheich und Pier
  • Der Verstorbene bekommt eine weiße Hose, weißes Hemd und weiße Socken an und wird in ein weißes Tuch eingenäht, am Kopf verbleibt ein kleines Loch
  • Die Hände werden gefaltet und ihn sie werden kleine Erdkugeln gelegt
  • Unter Totengebeten und lautem Klagen der Frauen kommt es zu Bestattung
  • Bei der Bestattung wird darauf geachtet, dass um dem Kopf ein fester Rahmen aus Stein, oder anderem nicht verrottbarem Material gebaut wird ( In Dt. übernimmt der vorgeschriebene Sarg diese Funktion)
  • Nach der Beisetzung gibt es ein Festmahl
Zeugen Jehovas

Gestaltung der Trauerfeier
Der Trauerraum sollte gescheiden sein. Anstatt von Kränzen werden Gestecke bevorzugt.
Ein Raum mit einen innen befestigten Kreuz wird akzeptiert, in eigenen Räumen wird ein Kreuz nicht aufgestellt.
Der Sarg ist geschlossen, Kerzen werden nicht benötigt.
Eine Rede hält ein Vertreter der Religionsgemeinschaft.

Bestattung
Es werden Erdbestattungen sowie auch Feuerbestattungen vollzogen, sonst gibt es keine weiteren Vorschriften.

Sinnbilder / Zeichen

Anker

In der Schifffahrt bedeutet der Anker Halt und Sicherheit.
Das Schiff kommt im Hafen an und wird dort mit dem Anker befestigt.
Im Hebräischen gilt der Anker als Symbol der Hoffnung auf himmlische Seligkeit.
Werden grafisch auf dem Grabstein der Christen die Symbole Kreuz, Herz und Anker dargestellt, so bedeuten die Symbole die christlichen Tugenden für Glaube, Liebe und Hoffnung.
Dabei hat der Anker aufgrund seines Querbalkens die Form eines Kreuzes, welches den christlichen Glauben symbolisiert.
Sind bildhauerisch auf dem Grabstein die drei Tugenden auf einer strahlenden Sonne aufgebracht, so gilt die Sonne als Licht der Erkenntnis und der Zuversicht, dass sie ständig wieder aufgeht, somit der ewige Kreislauf von Leben und Tod besteht und damit ewiges Leben.
Im christlichen Glauben ist der Anker das Symbol für Hoffnung.
(Aus der Dreiheit Glaube, Liebe und Hoffnung)

Buchs

Typische Grabbepflanzung, meist Grabumrandung. Symbol von Tod und Leben. (Symbolpflanze)
In der Antike galt die Pflanze als Zeichen der Unsterblichkeit, im christlichem Sinne ist er ein Zeichen von ewigem Leben.

Dattelpalme

In den frühen Kulturen der Völker symbolisiert die Dattelpalme das himmelwärts Strebende des Stammes mit der gekrönten Hoffnung.
Hierbei gilt die Farbe Grün für Vertrauen in Wachsen und Gedeihen.
Mythologisch steht vermittelnd die Farbe Grün für das Blau des Himmels und das Rot der Hölle.
Im griechischen wird die Dattelpalme „phoenix“ genannt und erinnert demnach an den Vogel Phoenix.
Als Symbol steht die Dattelpalme für die unsterbliche Seele und der Auferstehung nach der Grabesruhe.
Die Palmenwedel symbolisieren den Sieg des Glaubens über den Tod.

Efeu

Symbolpflanze für Unsterblichkeit, Ewigkeit und Auferstehung.

Eibe

Gilt wegen der Giftigkeit und der dunklen Blätter als Totenbaum.

Eule

Totenvögel, galt aber auch als Symbol der Weisheit, die das Wissen über die eigene Endlichkeit einschließt.

Palmwedel

Auf Mumien und Särge legten die alten Ägypter Palmwedel, welche stellvertretend für „Flügel“ und „Ewigkeit“ standen.
Im jüdischen werden die Palmwedel als Zeichen des Sieges und der Freude übersetzt.
Beim Einzug in Jerusalem wurde Jesus mit Palmwedeln begrüßt im Sinne des friedlichen Sieges.
Als Erinnerung werden noch heutzutage am Palmsonntag symbolisch Palmwedel gesegnet.
Psalm 92, 12: „Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum“.

Sanduhr

„Sanduhr“-Symbol

Mit diesem Symbol soll dargestellt werden, dass die Zeit unaufhaltsam verrinnt.
Sie ist aber auch ein Symbol der Hoffnung auf ewige Wiederkehr, weil die Sanduhr gedreht werden kann.
Das Symbol soll den Lebenden zum Nachdenken bringen, seine verbleibende Zeit sinnvoll zu nutzen.

Schmetterling

In mehreren Kulturen gilt der Schmetterling als Symboltier aufgrund seiner Wandlungsfähigkeit von der Raupe zur Larve und dann zum schönen Schmetterling.
Biblisch steht der Schmetterling für die Hoffnung des Menschen auf die eigene körperliche und seelische Wandlung.
Die Griechen nennen ihn auch „Psyche“, er gilt sozusagen als „Seelentier“.
Die „Seele“ hat in der griechischen Mythologie Schmetterlingsflügel.
Die Seele wird mit dem Tod vom leblosen Körper (Kokon) befreit und löst sich von den irdischen Zwängen.
Das Symbol auf dem Grabstein ist daher auch als Auferstehung zu verstehen.

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