Verwitwung

Egal ob der Ehemann oder die Ehefrau zuerst verstirbt, es findet immer eine Umstrukturierung des gesamten Lebens statt.
Witwer trauern akuter, da meist neue Mehrfachbelastungen auf sie zukommen.
(Führung eines Haushaltes, Kinderbetreuung, Arbeitsalltag wird aufrechterhalten)
Witwen haben meist Ängste in finanziellen Dingen, (Muss ich mir eine kleinere Wohnung nehmen?) oder leiden an Depressionen.

Verwesung von Materialien im Boden

Hängt von folgenden Faktoren ab

  • Bodenart (Lehm, Sand, Ton, Moor)
  • Belüftungszustand des Bodens
  • Bodenfeuchtigkeit

Alle Materialien (Bestattungskleider, Decken, Kissen, Sargbespannungen, Sargmatratzen, Transporthüllen, Hygienelaken) sollten wenn möglich mit dem Fachzeichen der VDBI (Fachgemeinschaft im Verband der Deutschen Bestattungswäsche- Industrie) gekenntzeichnet sein, um den Anforderungen des Umweltschutzes zu genügen.

Verwesung

Selbstzersetzung durch körpereigene Enzyme / Bakterien.

Nach ein bis zwei Tagen treten folgende Merkmale auf:

  • Verfärbung des Bauches (grünlich), danach Venenzeichnungen
  • Hautablösungen (an den Händen und Füßen zuerst)
  • Gasbildung im Bauch, Bauch bläht sich auf
  • Auslaufen von Flüssigkeiten aus Mund und Nase

Geruchsbildung

Versorgung im Versorgungsraum

Wie wird der Verstorbene im Versorgungsraum hygienisch versorgt?

Speziell ausgebildete Personen können über eine Grundversorgung hinaus noch mehr für Verstorbene tun:

  • Entfernen von Kathedern und Herzschrittmachern
  • Maniküre und Kosmetik
  • Haare waschen + trocknen
  • Anlegen von Schmuck

Auch hier gilt

Außer bei infektiösen Verstorbenen!

Ablauf

  1. Anlegen von Schutzkleidung des Personals
  2. Bereitlegen aller Hilfsmittel und Instrumente
  3. Identifikation des Verstorbenen
  4. Entkleiden des Verstorbenen, die Scham wird abgedeckt
  5. Lagerung des Verstorbenen mittels Körper- und Kopfstützen auf den Versorgungstisch
  6. Versorgung des Verstorbenen ( Desinfektion, Starre lösen, Haare waschen, eventuelle Rasur, Augenkappen einsetzen,  Augenlider mit Feuchtigkeits- oder Stay Cream verschließen, Nasen- Rachenraum desinfizieren und tamponieren, Zahnprothese einsetzen, Mundverschluß mittels Ligatur, Lippenverschluss, offene Wunden verschließen und verbinden, Körperöffnungen desinfizieren, tamponieren und verschließen, Haare fönen, Nagel reinigen und kürzen, Abtrocknen des Körpers, sichtbare Teile der Haut mit Feuchtigkeitscreme versorgen
  7. Ankleiden und letzte Kosmetik, Frisur noch einmal überprüfen
  8. Entsorgung von benutzten Einwegartikeln und Desinfektion von Hilfsmitteln und des Tisches

Versorgung eines Verstorbenen zu Hause

Wie wird der Verstorbene im Trauerhaus vom Bestatter versorgt?

  1. Der Verstorbene wird entkleidet
  2. Kanülen, Verbände werden entfernt oder Urinbeutel abgeklemmt
  3. Schmuckgegenstände werden abgelegt und den Hinterbliebenen übergeben
  4. Waschen / Desinfektion des Verstorbenen
  5. Verschließen der Körperöffnungen, Lockern der Totenstarre
  6. Rasieren wenn nötig
  7. Einsetzen von Zahnprothesen
  8. Schließen von Augen und Mund (Augen werden meist geklebt, Mund kann man kleben oder nähen)
  9. Kleidung anziehen
  10. Kämmen nach Vorlage des Fotos vom Personalausweis z.B,
  11. Einsargen / Einbetten

Nach dieser Grundversorgung kann der Verstorbene einige Zeit zu Hause aufgebahrt bleiben.

Sonderfall

Sollte es sich um eine ansteckende Krankheit gehandelt haben, an die er verstorben ist, so entfällt die Grundversorgung, der Leichnam wird in ein mit Desinfektionsmitteln getränktes Tuch gewickelt und sofort eingesargt und abtransportiert.

VDI Richtlinie 3891

Das Gesetz „Emissionsminderung – Einäscherungsanlagen“ des Vereins Deutscher Ingenieure regelt für Särge bzw., die Sarginnenausstattungen: „Für Särge und Sargausstattungen sollten nur Materialien verwendet werden, die geringstmögliche Emissionen erwarten lassen.“
Diese Anforderungen entsprechen natürliche Zelluloseprodukte mit einem Synthetikanteil von max. 30%.
Kleidungstücke und Schuhe, die aus Gummi bestehen sind nicht gestattet.
Materialien nach VDI Richtlinie sind nur mit einem Hersteller Gütesiegel echt einzustufen.