Grabtiefe

Bei Erdbestattungen (Sarg) muss der obere zuletzt beigesetzte Sarg mindestens eine Erdschicht von 90 cm haben.
Es gibt Särge, die doppelt tief oder einfach tief beigesetzt werden.
Bei Urnenbeisetzung muss eine 50 cm Bodenschicht über der Urne sein.

Grabstelle

Grabstätten bilden die kleinste Grundeinheit eines Friedhofes.
Grabstätte, wo Beisetzungen einer Urne  oder eines Sarges stattfinden kann, wobei diese Stelle von der Größe her unterschiedlich sein kann, auch mehrere Grabstellen groß.
Es gibt unterschiedliche Grabstellen: Reihengräber, Wahlgräber, Erd- und Urnengemeinschaftsanlagen, Kolumbarien.
Grabstellen bleiben Eigentum des Friedhofsträgers, die Nutzungsrechte bleiben beim Grabstellennutzer ( Grabschein )

Grabmale und Fundamente

Jeder Steinmetz bzw. Bildhauer muss sich an die Versetzrichtlinien für Grabmale halten. (VSG 4.7, §9)
In den Friedhofsverordnungen stehen, welche Grabmale auf den ausgesuchten Friedhof errichtet werden darf.
Es werden heutzutage die verschiedensten Materialien angeboten, die man als Bildhauer oder Steinmetz verwenden kann. (Holz, sämtliche Steinarten)
Das A und O ist die öffentliche Sicherheit. Kein Grabmal darf umfallen. Es findet meist einmal im Jahr eine Begehung auf dem Friedhof statt, um Standfestigkeiten der Grabmale zu überprüfen.
Zu beachten ist:
Findet eine Beerdigung (Sargbestattung) in einem bereits mit einem Grabmal versehenen Grab statt, so muss vom Steinmetz oder Bildhauer das Grabmal bzw. die Einfassung des Grabes vorläufig entfernt werden.
Bei einer Urnenbeisetzung hat der Friedhofsträger keine Platzprobleme mit dem Aushub der Erde, die Einfassung / Grabmal kann stehen bleiben.

Grabkammer

Diese Grabstellenart kommt meist bei schwierigen Bodenverhältnissen zum Einsatz, wenn der Verwesungsprozess nicht innerhalb der festgesetzten Ruhefristen möglich ist.
Mit einem Bagger kann so eine Grabstelle von einer Person in 3 Stunden fertig gestellt werden.
Der Einbau erfolgt mit Betonfertigteilen, die Grabsohle ist in einer Tiefe von 2,20 m.
Nach der Bestattung kommt ein Deckel auf den Rahmen, dann eine Abdeckfolie darüber.
Auf die oberste Schicht kommt eine Vegetationsmatte, die Wasser speichert und auf den darüber liegende Pflanzen das Wasser abgibt.
In dieser Grabstelle gibt es viele Deckelelemente, in einem davon gibt es einen Kohle – Aktiv – Filter mit einem Be- und Entlüftungsgehäuse.
Der somit erzielte Luftaustausch reduziert die Verwesung auf 12 Jahre.

Grabherstellung

Erdbestattung
Das Grab muss seitlich mit Gitterrosten befestigt werden, damit die Sargträger ungehindert Zutritt haben, um den Sarg mittels eines Versenkapperates oder manuell mittels Sarghölzer erst abgestellt und dann mit Gurten der Erde übergeben werden kann.
Im Innern des Grabes werden Grabmatten aufgehängt.
An einer Ecke des Grabes (meist am Fussteil des Sarges) stehen Sandwurf, Weihwasser oder Streublumen, je nach Wunsch.
Bei einer kirchlichen Beisetzung wird das Grab meist mit einem Standkreuz geschmückt.
Ein vorübergehend aufgestelltes Holzkreuz mit Daten des Verstorbenen kann auch zum Zeitpunkt der Beisetzung schon da stehen.
Nach der Beisetzung wird das Grab geschlossen, es entsteht ein Hügel, der nun mit Blumen / Kränzen so ausgelegt wird, dass die Blumen von nahen Angehörigen vorn an erster Stelle liegen mit gut lesbaren ausgerichteten Schleifen.
Urnenbeisetzung
Das Urnenloch kann mittels eines Spaten leicht ausgehoben werden. (Tiefe ca. 70 cm)
Zum Ausschmücken des Loches nimmt man eine Urnengrabmatte oder auf besonderen Friedhöfen schmückt man nur mit Naturmaterialien (Blumen, Blätter)
Wie auch bei der Erdbestattung stehen Sandwurf, Weihwasser oder Blüten von Blumen zum Nachstreuen bereit.

Gräbergesetz

vom 01.07.1965 in der Fassung der Bekanntmachung vom 09.08.2005 bezieht sich auf die Erhaltung von Gräbern der Opfer von Krieg – und Gewaltherrschaft.
Folgende Gräber sind inkludiert:

  • Gräber von Personen nach § 5 des Gesetzes über die Erhaltung der Kriegergräber aus dem Weltkrieg vom 29.12.1922
  • Gräber von Personen, die von 26.08.1939 – 31.03.1952 während ihres militärischen Dienstes gefallen oder tödlich verunglückt waren oder an den Folgen von Gesundheitsschädigungen gestorben sind. Auch Gräber von Personen, die während der Kriegsherrschaft oder an anderen Folgen bis zum 31.03.1952 oder innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Gefangenschaft gestorben sind
  • Gräber von Zivilpersonen, die von 01.09.1939 – 31.03.1952 durch Kriegseinwirkung zu Tode gekommen waren oder an Folgen von Kriegsverletzungen gestorben sind
  • Gräber von Personen, die Opfer von Nationalsozialisten seit dem 30.01.1933 wurden oder die an den Folgen von Gewaltmaßnahmen bis zum 31.03.1952 gestorben sind
  • Gräber von Personen, die auf Grund von rechtsstaatswidrigen Maßnahmen als Opfer des kommunistischen Regimes ums Leben gekommen sind oder Gesundheitsschäden hatten, an deren Folgen sie innerhalb eines Jahres nach Beendigung dieser Maßnahmen gestorben sind
  • Gräber von Vertriebenen nach §1 des Bundesvertriebenengesetzes, die in der Zeit seit dem 01.09.1939 während der Umsiedlung bis zum 08.05.1945 oder während der Vertreibung / Flucht bis zum 31.03.1952 gestorben sind
  • Gräber von Deutschen, die in der Zeit seit dem 01.09.1939 verschleppt wurden und während oder innerhalb eines Jahres nach ihrer Beendigung an den Folgen von Verletzungen gestorben sind
  • Gräber von Personen, die von 01.09.1939 – 08.05.1945 in Internierungslagern unter deutscher Verwaltung gestorben sind
  • Gräber von Personen, die von 01.09.1939 – 08.05.1945 zur Leistung von Arbeit in das Gebiet des Deutschen Reiches verschleppt wurden und gegen ihren Willen festgehalten wurden und dort zu Tode kamen
  • Gräber der von einer anerkannten internationalen Flüchtlingsorganisation in Sammellagern betreuten Ausländer, die dort vor Ort oder nach ihrer Überführung in ein Krankenhaus von 09.05.1945 – 30.06.1950 verstorben sind.

Ist die Verwaltung des Lagers nach dem 01.07.1950 in die Zuständigkeit deutscher Stellen übergegangen, tritt der Tag vor der Übernahme in die deutsche Verwaltung anstelle des 30.06.1950.

Nach §2 Abs. 1 Gräbergesetz bleiben diese Grabstätten dauernd bestehen.

Geruch

Kümmel, Dill und Rosmarin lässt die Geister weiterziehen (VOLKSMUND)

Durch verschiedene Pflanzen versuchte man früher schädliche Einflüsse abzuwehren.

  • Dill war das Hexenkraut
  • Knoblauch gegen Vampire
  • Aufgehängte Kamille warnten vor der Anwesenheit von Hexen
  • Rosmarin am Revers / Zitronen in den Taschen von Verstorbenen

Bei heutigen Aufbahrungen benutzt ein Bestatter meist Duftsäckchen oder Raumsprays.

Geräte und Hilfsmittel eines Bestatters

Flexible Trauerhülle / Unfallhülle: Wird bei Unfällen benutzt oder in engen Treppenhäusern bei Abholungen
Überführungstrage: Wird bei Haussterbefällen eingesetzt, wenn noch kein Sarg ausgesucht wurde oder wo man keinen Platz für einen Sarg hat. Der Verstorbene wird in ein weisses Einweglaken gehüllt und auf die Trage gelegt, festgeschnallt an die Trage mit Gurten. Danach wird die Hülle um den Verstorbenen durch einen Reißverschluß geschlossen.
Überführungsarg: War früher für Polizeiaufträge genutzt, zur Wiederverwendung nach Desinfektion. Heute übernimmt die Überführungstrage mehr und mehr diese Aufgabe.
Körperlifter: Bei schweren Verstorbenen erleichtern diese Geräte das Anheben.
Schaufeltrage: Aufklappbare Trage, erleichtert den Transport aus schwierigen Lagen.
Sargroller / Scherenwagen: Wird für kurze Strecken benutzt, man stellt den Sarg / Trage darauf.

Genossenschaftsgrab

Ab dem späten Mittelalter entwickelten sich diese Gräber für bestimmte gesellschaftliche Gruppen der Gesellschaft.
Erst mit der Zeit zur Individualisierung (Kauf eines Reihengrabes) verschwanden diese Gräber nach dem 2. Weltkrieg.

Gemeinschaftsgrab

Ursprünglich sind diese Gräber für Bombenopfer des 2. Weltkrieges gewesen.
Heute sind diese auch Urnengemeinschaftsgräber oder Erdgemeinschaftsgräber immer mehr angenommen, da die Pflege der Grabstelle dem Friedhof unterliegt.
Es gibt diese Gemeinschaftsgräber anonym (ohne Namen des Verstorbenen) oder mit namentlicher Nennung.
Umbettungen sind aus diesen Gräbern nicht gestattet, ebenso individueller Grabbepflanzung.