Fußfallbeten

Dieser Brauch war örtlich bis hinein ins 20. Jahrhundert erkennbar.
Die Andacht wurde meist von sieben Mädchen oder jungen Frauen unter Anleitung einer älteren Frau gehalten.
Die sieben Stationen wurden durch Bildstöcke vorgegeben.
Man wollte Fürbitte leisten für schwer erkrankte, sterbende oder bereits verstorbene Nachbarn.

Furca

Aus der Furca entwickelte sich die Kreuzigung. Zuvorderst war sie als Züchtigungsmittel gedacht. Der Unglückliche wurde mit dem Hals in ein gabelförmiges Holz gespannt, die Arme vorn wurden an die Gabelenden gebunden, eventuell ein weiteres Holz wurde quer über die Brust gelegt, s0 dass sich der Hals nun innerhalb eines Dreieckes befand. Nun wurde der Furcifer „Gabelträger“ herumgeführt und während dessen ausgepeitscht.
Um eine Todesstrafe mittels der Furca zu vollziehen, musste der Verurteilte die Furca zur Richtstätte schleppen. Vor Ort wurde dann die Furca mit einem Pfahl verbunden und die Kreuzigung des Verurteilten vorgenommen.
Die Furca wurde später durch den patibulum (Querbalken) ersetzt. Der Querbalken war am oberen Drittel des Pfahls angebracht, ähnlich einer Segelstange am Mast. Am Querbalken band oder nagelte man die Arme fest und die Füße wurden am Pfahl fixiert.

Fürbitte

Es kann im katholischen Glauben für die Verstorbenen Fürbitte geleistet werden.
Sie soll die Qualen der Arme Seelen im Fegefeuer lindern und abkürzen.

Funeralwaffen

Aus Zeiten der Ritter entstand der Brauch über dem Grab des Ritters seine Waffen sowie das Schild mit seinen Wappen darunter aufzuhängen.
Bei militärischen Begräbnissen wurden ebenfalls Rüstungen mitgeführt.
Noch um die Wende zum 20 Jahrhundert wurde auf den Leichenwagen Helm und Waffen des Verstorbenen mitgeführt.

Funeralkultur

Sammelbegriff für alle mit Sterben, Tod und Bestattung zusammenhängende Erscheinungen.

Funeralkrone

Nachgebildete Insignien (Kennzeichen staatlicher oder ständischer Macht und Würde, z.B: Krone, Rittersporen oder Zepter) wurden bei einer Aufbahrung neben dem Verstorbenen aufgestellt.
Funeralkronen sind dem zu folge Nachbildungen historischer Kronen und stellten den Rang des Fürsten dar.
In Innsbruck gibt es heute noch 2 Funeralkronen, die österreichische Reichskrone von 1835 und die Lothringische Krone, vermutlich 2. Hälfte des 19. JH.
Funeral kommt aus dem englischen und bedeutet so viel wie „Begräbnis“.

Fronleichnam

Dieser Tag wurde bei den Katholiken 1215 eingeführt, es ist der Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag.
Fest des Leibes und des Blutes.

Fristen zur Urnenbeisetzung

gesetzliche Fristen zur Urnenbeisetzung gemäß Bestattungsgesetz

  • Sachsen: 6 Mo. nach Einäscherung, gemäß 19 Abs. 2 BestG
  • Sachsen-Anhalt: 1 Mo. nach Einäscherung, gemäß § 17 Abs. 4 BestG
  • Thüringen: 6 Mo. nach Einäscherung, gemäß § 17 Abs. 3 BestG
  • Bremen: unverzüglich nach Einäscherung, gemäß § 4 Abs. 3, Satz 2 BestG
  • Niedersachsen: 1 Mo. nach Einäscherung, gemäß § 9 Abs. 2, Satz 4 BestG
  • Saarland: 3 Mo. nach Einäscherung, gemäß § 32 Abs. 1 BestG

Friedwald

Vor der Beisetzung einer Asche wird im Waldgebiet von den Angehörigen ein passender Baum ausgesucht, die unterschiedlich vom zuständigen Förster gekennzeichnet wurden.
Meistens zeigen farblich unterschiedliche Plaketten an den Bäumen an, wie hoch der Preis für diese Natur-/ Baumbestattung ist.
Es gibt Einzelplätze am Gemeinschaftsbaum oder Familienbäume für bis zu zehn Personen.
Für Kinder bis zu 3 Jahren gibt es sogenannte „Sternschnuppenbäume“. Der Bestattungsplatz ist für die Eltern kostenlos, nur die Beisetzungsgebühr wird erhoben.
Ist der Platz ausgesucht, kommt die Asche in eine besondere Friedwaldurne. Diese liegen bereits bei allen Krematorien  vor und werden von Bestatter mit bestellt. Sie ist ökologisch gut abbaubar. Zusätzlich kann noch beim Bestatter eine Schmuckurne ausgesucht werden, in die der Aschebehälter hineinkommt. Diese Urne muss wiederum einige Kriterien erfüllen, um im Friedwald beigesetzt werden zu dürfen. Das Material ist meist Holz oder Ton.
Der Bestatter transportiert oder verschickt nun die Asche an den Friedwald.
Der Förster hat das alleinige Recht, die Asche an der Wurzel des Baumes beizusetzen. Angehörige können zu Beisetzung zugegen sein, man kann aber auch eine Beisetzung ohne Angehörige durchführen lassen.
Nicht alle Friedwälder haben vor Ort Trauerhallen, es kann aber eine Rede direkt an der Grabstelle unter freiem Himmel stattfinden oder einfach nur musikalisch umrahmt werden.
Das Urnenloch wird mit Naturmaterialien ausgeschmückt. (Zweige, Laub etc.) Blumen, Kränze und Gestecke sind nicht erwünscht.
Ein gewünschtes Namensschild kann sofort oder später an den Baum angebracht werden.
Die Grabpflege übernimmt die Natur, Grabaufhebungen oder Verlängerungen der Grabstätten entfallen.
Umbettungen können nach Genehmigung erteilt werden.

Einige Friedwälder:

  • Rügen
  • Buxtehude
  • Lüneburger Heide
  • Hasbruch
  • Bramsche
  • Uetzer Herrschaft
  • Elm
  • Kalletal
  • Südharz
  • Fürstenwalde
  • Dessau / Wörlitz in Oranienbaum
  • Münsterland
  • Reinhardswald
  • Bad Laasphe
  • Waldhessen
  • Bad Münstereifel, Weilrod, Lauterbach, Spessart, Gelnhausen, Ev. Luth. FW am Schwanberg,
  • Odenwald, Schwaigern, Dudenhofen, Saarbrücken, Münsingen, Hegau in Emmingen, Heiligenberg
  • Eitorf etc.

Seit 2007 diskutiert die Bennewitzer Gemeinde darüber, dass auch in unserer Nähe im Planitzwald bei Bennewitz / Wurzen ein Friedwald entstehen soll. Voraussichtlicher Start für Urnenbeisetzungen soll 2015 sein.

Friedpark

Urnenbeisetzung seit 1999 an ausgesuchten Bäumen.
Ein Friedpark ist flächenmäßig kleiner als ein Friedwald.
Der nächste Friedpark in unserer Nähe ist der Friedwald Wörlitzer Park. (Dessau)
In der geplanten Zukunft soll im Planitzwald bei Bennewitz (Wurzen) ein neuer Friedwald entstehen.(ca. 2015)
Anlauf dafür nimmt die Gemeinde Bennewitz schon seit 2007.