Trauer erfordert aktives Handeln des Hinterbliebenen.

Was ist eigentlich Trauer?

Eine tiefe schmerzliche Verstimmung, kein Interesse besteht mehr zur Außenwelt, Verlust der Liebesfähigkeit, Reduzierung des Leistungsvermögens, Depressionen… all dies sind Anzeichen von Trauer.
Der Trauernde pendelt in einem Ausnahmezustand, wünscht er sich doch das nochmalige Wiedersehen der verlorenen Person.
Im Laufe der Zeit beginnt eine Loslösung von der verstorbenen Person, sodass nunmehr wieder die Personen in der Umgebung mit Liebe und Aufmerksamkeit bedacht werden können.

Was macht ein Trauerbegleiter?
Ein Trauerbegleiter hilft bei diesem oben genannten Prozess der Heilung bis das seelische Gleichgewicht des Trauernden widerhergestellt ist.
Körperliche Reaktionen auf Trauer Leeregefühl im Magen, Brustbeklemmung, Gefühl des Zugeschnürt – Seins der Kehle, Überempfindlichkeit gegen großer Lautstärke, Gefühl der Fremdheit gegenüber des eigenen Ichs und der Umgebung, Kurzatmigkeit / Atemlosigkeit, Muskelschwäche, Antriebslosigkeit, Mundtrockenheit

Gefühlsmäßige Reaktionen auf Trauer

  • Traurigkeit, meistens begleitend mit Weinen
  • Zorn, Aggression (manchmal Suizidgefahr)
  • Schuldgefühle , schlechtes Gewissen
  • Angst (vor dem Alleinsein, vor dem eigenen Tod)
  • Sehnsucht, Einsamkeit und Verlassenheit, Müdigkeit, Aphatie (Interessenlosigkeit)

Wie verhalten sich manche Trauernde?
Sie haben Schlafstörungen, keinen Appetit / extrem großen Appetit, verhalten sich irrational, meiden andere Menschen, träumen oft vom Verstorbenen, suchen und rufen ihn, halten Erinnerungen an ihn wach, überhäufen sich mit Arbeit oder neigen zu Zwangshandlungen.

Reaktion der Mitmenschen auf Trauernde
Leider gibt es noch immer viele Menschen, die Trauernormen dem Trauernden antragen.
(bezüglich des Weinens, des sich Zurückziehens, Länge der Trauerzeit)
Diese Floskeln braucht niemand, denn jeder Mensch braucht unterschiedlich lange für seine Trauer.
Trauernden kann man am besten helfen, indem man seine Hilfe konkret anbietet.
(Ich bring Dir heute ein Mittagessen vorbei, ich putze dir deine Fenster, wir gehen gemeinsam einkaufen)
Manchmal ist das schon ein großer Schritt zurück in das normale Alltagsleben.

Pathologische Trauer (Bitte immer einen Fachmann dazu ziehen)

  • Auch nach längerer Zeit kann der Trauernde noch nicht ohne zu Weinen über den Verstorbenen sprechen
  • Ein vermeintlich unbedeutender Vorfall löst eine Trauerreaktion aus
  • Das materielle Erbe bleibt über längere Zeit unverändert (Kleidung bleibt vollständig im Schrank…)
  • Radikale Lebensstiländerung
  • Hinterbliebene entwickeln die Krankheitssymptome des Verstorbenen oder haben eine Phobie vor dieser Krankheit
  • Der Hinterbliebene übernimmt Eigenheiten des Verstorbenen, auch wenn sie gegen dessen Überzeugung, Interessen sind
  • Soziale Isolierung / Einsamkeit