Trauerreden

Redner / Geistliche halten Reden über den Verstorbenen für die Hinterbliebenen.
Gut wären Kenntnisse über Trauer- und Kommunikationspsychologie.
Von kompetenter Stelle wird es in Zukunft höchstwahrscheinlich angestrebt werden, einen Ausbildungsberuf als Redner/ in zu erschaffen.
Dabei ist es wichtig, keine Rede austauschbar mit anderen Reden zu gestalten.
Jeder Verstorbene ist ein Individuum, mit eigenen Todesumständen, jede Trauer ist anders für Hinterbliebene zu bewältigen.
Eine Rede unterteilt man in Einleitung, Hauptteil (mit dem Lebenslauf) und Schluss.
Verblüffender Weise kommt eine Statistik zu dem Schluss, dass der Gesamteindruck der Rede
40 % vom Tonfall
50 % von visuellen Eindrücken und nur etwa
10 % vom Inhalt ausmacht

Trauernde Kinder

Ein Todesfall sollte Kindern auf keinen Fall verheimlicht werden.
Im Alter von 2 – 5 Jahren können Kinder ansatzweise den Tod begreifen.
Über den Tod kann man sehr zeitig mit Kleinkindern sprechen, gibt es etwa ein Haustier, dass verstorben ist.
Verstirbt ein Elternteil, so kann der andere Elternteil sich meist nicht richtig um das Kind kümmern, ist man doch selbst in Trauer. Hier müssen Familie und Freunde einspringen und mithelfen.
Kinder, die abgeschirmt werden, entwickeln Vorstellungen vom Tod, die nicht der Wirklichkeit entsprechen.
Zwischen dem 5 . – 8. Lebensjahr bilden Kinder ein besseres Verständnis vom Tod aus.
Ohne professionelle Hilfe wird man schwer in ein normales Leben gehen können. (Trauerbegleiter)

Trauermusik

Im Alltag ist Musik nicht mehr wegzudenken, auch über den Tod hinaus.
Eine zunehmende Individualisierung beim Spielen der Musik ist auf den Friedhöfen erkennbar. (von Rock / Pop bis Klassik)
Die Musik, die auf einer Trauerfeier gespielt wird, hat meist eine Bindung zum Verstorbenen gehabt.
Früher wurde Livemusik gespielt, heute ist eher de CD Spieler oder MP3 Spieler an erster Stelle. (in Trauerhalle gespielt)
Bei Gläubigen kommt das Harmonium / Klavier / Orgel zum Einsatz.
Bei einer Trauerfeier gibt es die Eingangsmusik, ein Mittelstück und ein Schlussstück.
Das Schlussstück begleitet die Angehörige zur Grabstelle.
Sänger, Bläser, Saxofone, Streichinstrumente können am Grab die Beisetzung beenden.

Trauerfloristik

Ein Bestatter arbeitet meist eng mit dem ortansässigen Florist zusammen.
Er übernimmt heute die Beratung zur Auswahl des passenden Blumenschmuckes für einen Sarg oder eine Urne und leitet die ausgesuchten Blumen als Bestellung weiter.

Arten von Blumenschmuck

Kranz
meist bei Erdbestattungen (Sargbestattungen) verwendet, da diese Kränze ziemlich groß sind und auf manche Urnengräber kein Platz vorhanden ist.
Das meist verwendete Koniferengrün zur Ummantelung des Kranzrohkörpers dient ach heute noch als Symbol für das Weiterleben nach dem Tod.
Der Kranzrohkörper besteht aus Stroh, ummantelt mit einem grünen Vlies. Darauf werden entweder maschinell oder manuell Fichte, Tanne oder Scheinzypresse gebunden. (Koniferengrün)
Verwendet man Blätter (die man einzeln mit Nadeln befestigt) so nennt man diesen Kranz Römerkranz.
Hat man diese Unterkonstruktion fertig, so wird ein Steckmasseblock (mit Metallgitter umgeben) darauf befestigt, wo dann die gewünschten Blüten hineingesteckt werden können.
Zusätzlich kann an den Kranz eine individuelle Schleife befestigt werden.
Alternativ zum Römerkranz gibt es den Blütenkranz, also nur aus Blüten und Blättern bestehend. Als Unterlage dient ein Kunststoffring, der mit Steckmasse gefüllt ist, damit die Blüten nicht gleich verwelken.

Sargschmuck (Sargbouquet/ Sargdecke)
Auf eine Unterlage mit Steckmasse wird ein Sarggesteck erarbeitet, welches auf den Sargdeckel Platz findet. Es sollte nicht zu groß sein, wesentliche Teile des Sarges müssen trotzdem sichtbar bleiben. Es ist die Kunst des Floristen, ein Gesteck zu erarbeiten, welches gut zum Sarg passt, mit überhängenden Blättern, bitte kein Gesteck, was aufgesetzt wirkt. Diese Gesteck kann mit zweiseitigen Klebeband auf dem Sargdeckel fixiert werden.

Urnenschmuck
Einen Steckschaumkranz findet man am Fuße einer Urne, mit kleinblütigen Blüten und Blättern oder wenig nach oben gearbeiteten Blüten. Wichtig ist, dass die Urne noch zu erkennten ist.
Auch gibt es lose gebundene Blüten, die auf die Urne als Kranz gelegt werden.
Kleinere Gestecke können auf den Urnendeckel mit einem Steckschaumwürfel geklebt werden.

Trauerstrauß / Grabstrauß
Ein gebundener Strauß, den man als Gast einer Trauerfeier mit ins oder an die Grabstelle niederlegen kann.

Sargstrauß
Man gibt einen gebundenen Strauß Lieblingsblumen in die Hände des Verstorbenen zu einer Aufbahrung.

Trauergesteck
Ist ein größerer Trauerstrauß mit einer Steckmasse gearbeitet, diese Steckmasse bietet einen Griff zum besseren Halten des Gesteckes.
Diese Art der Floristik wird gern bei Urnenbeisetzungen gewählt, da der Platzverbrauch nicht so groß ist.

Blumen zum Nachwerfen (Streublumen)
Sind einzelne Blüten oder Blütenblätter, manchmal sogar winzig gebundene Sträußchen.
Alle Arten haben immer wieder bevorzugte Blumen, die unterschiedliche Bedeutungen haben können:

  • Nelke (Im Mittelalter Sinnbild des Verlöbnisses und der Liebe) wird im Christentum mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht
  • Calla
  • Chrysantheme
  • Getreide (Symbol des Kreislaufes der Natur)
  • Efeu (Treue und Verbundenheit , Sinnbild der Unsterblichkeit)
  • Weiße Lilie (Jungfräulichkeit, Unschuld, Keuschheit, Reinheit der Gottesmutter)
  • Palmwedel (Friedenssymbol)
  • Mohn (Symbol für schnell verblühendes Leben)
  • Fichte (Unsterblichkeit)
  • Rose (Liebessymbol , Symbol der weiterlebenden Seele)

Trauerfarben und ihre Bedeutungen

(Andere Länder, andere Trauerfarben.)

Weiß

  • Unschuldsfarbe, Vollkommenheit, Ernsthaftigkeit, Feierlichkeit

Schwarz

  • Blumen werden gern mit schwarzen Bändern geschmückt
  • Schwarze , dunkle Kleidung auf Friedhöfen in Deutschland bevorzugt, aber keine Pflicht mehr

Grün

  • Hoffnung auf Frieden, Hoffnung auf Weiterleben nach dem Tod
  • Wirkt beruhigend auf Trauernde

Violett

  • Eine bedeutende Rolle im Christentum, symbolisiert Leiden, Tod und Auferstehung Christi
  • Violett verbindet die Farben blau und rot ( rot – Welt des Körpers, blau – Welt des Geistes )

Trauerdrucksachen

Oft werden Trauerbriefe / Todesanzeigen aufgehoben und als Erinnerungsstücke aufbewahrt.
Deshalb ist es wichtig sich genau zu überlegen, was in dieser letzten Mitteilung hineingeschrieben werden soll.
Bestatter bieten diesen Service mit an und helfen den Hinterbliebenen bei der Erstellung einer Anzeige.

Trauer

Trauer erfordert aktives Handeln des Hinterbliebenen.

Was ist eigentlich Trauer?

Eine tiefe schmerzliche Verstimmung, kein Interesse besteht mehr zur Außenwelt, Verlust der Liebesfähigkeit, Reduzierung des Leistungsvermögens, Depressionen… all dies sind Anzeichen von Trauer.
Der Trauernde pendelt in einem Ausnahmezustand, wünscht er sich doch das nochmalige Wiedersehen der verlorenen Person.
Im Laufe der Zeit beginnt eine Loslösung von der verstorbenen Person, sodass nunmehr wieder die Personen in der Umgebung mit Liebe und Aufmerksamkeit bedacht werden können.

Was macht ein Trauerbegleiter?
Ein Trauerbegleiter hilft bei diesem oben genannten Prozess der Heilung bis das seelische Gleichgewicht des Trauernden widerhergestellt ist.
Körperliche Reaktionen auf Trauer Leeregefühl im Magen, Brustbeklemmung, Gefühl des Zugeschnürt – Seins der Kehle, Überempfindlichkeit gegen großer Lautstärke, Gefühl der Fremdheit gegenüber des eigenen Ichs und der Umgebung, Kurzatmigkeit / Atemlosigkeit, Muskelschwäche, Antriebslosigkeit, Mundtrockenheit

Gefühlsmäßige Reaktionen auf Trauer

  • Traurigkeit, meistens begleitend mit Weinen
  • Zorn, Aggression (manchmal Suizidgefahr)
  • Schuldgefühle , schlechtes Gewissen
  • Angst (vor dem Alleinsein, vor dem eigenen Tod)
  • Sehnsucht, Einsamkeit und Verlassenheit, Müdigkeit, Aphatie (Interessenlosigkeit)

Wie verhalten sich manche Trauernde?
Sie haben Schlafstörungen, keinen Appetit / extrem großen Appetit, verhalten sich irrational, meiden andere Menschen, träumen oft vom Verstorbenen, suchen und rufen ihn, halten Erinnerungen an ihn wach, überhäufen sich mit Arbeit oder neigen zu Zwangshandlungen.

Reaktion der Mitmenschen auf Trauernde
Leider gibt es noch immer viele Menschen, die Trauernormen dem Trauernden antragen.
(bezüglich des Weinens, des sich Zurückziehens, Länge der Trauerzeit)
Diese Floskeln braucht niemand, denn jeder Mensch braucht unterschiedlich lange für seine Trauer.
Trauernden kann man am besten helfen, indem man seine Hilfe konkret anbietet.
(Ich bring Dir heute ein Mittagessen vorbei, ich putze dir deine Fenster, wir gehen gemeinsam einkaufen)
Manchmal ist das schon ein großer Schritt zurück in das normale Alltagsleben.

Pathologische Trauer (Bitte immer einen Fachmann dazu ziehen)

  • Auch nach längerer Zeit kann der Trauernde noch nicht ohne zu Weinen über den Verstorbenen sprechen
  • Ein vermeintlich unbedeutender Vorfall löst eine Trauerreaktion aus
  • Das materielle Erbe bleibt über längere Zeit unverändert (Kleidung bleibt vollständig im Schrank…)
  • Radikale Lebensstiländerung
  • Hinterbliebene entwickeln die Krankheitssymptome des Verstorbenen oder haben eine Phobie vor dieser Krankheit
  • Der Hinterbliebene übernimmt Eigenheiten des Verstorbenen, auch wenn sie gegen dessen Überzeugung, Interessen sind
  • Soziale Isolierung / Einsamkeit

Totgeburt

Eine Totgeburt liegt vor, wenn bei einer Scheidung vom Mutterleib das Herz vom Kind nicht geschlagen hat, die Nabelschnur nicht pulsiert hat oder auch keine Lungenaktivität festzustellen war.
Das Gewicht vom Kind muss mindestens 500 g betragen, um als Totgeburt benannt zu sein.
Das Kind ist nun bestattungspflichtig und wird in das Geburtenbuch eingetragen (auch mit Namen).
Ab 2013 ist auch dies unter dem Gewicht von 500 g möglich.

Totenzettel

Sind kleinformatige, zwei- bis vierseitige Drucksachen, die zum Begräbnis (meist bei den Katholiken) ausgeteilt werden.
Sie beinhalten Daten des Verstorbenen, Bilder, Fotos, Symbole oder Gebete.

Totenstarre

(Rigor mortis)
Ohne Sauerstoff verhärten die Muskeln im Körper. Es entsteht eine Körperstarre an den Lidern und am Kiefer nach 2 Stunden und endet in allen Bereichen nach 8 – 10 Stunden.
Zur Schließung des Mundes bei einer Aufbahrung kann diese Starre „gebrochen“ werden.
Dies erfolgt durch eine Massage.
Nach 1 – 2 Tagen ist die Starre von selbst aufgelöst.