Begräbnisklassen

In München sorgte erstmals 1828 die erste Preisliste für die Sicherstellung eines festen Preises für alle Leistungen des Bestatters.
1898 entstand ein Bestellbuch mit 5 Begräbnisklassen, also 5 unterschiedliche Qualitätsstandarts der Produkte.
In Wien sind diese Klassen immer noch aktuell.
In Deutschland haben einige Bestatter „Pakete“ mit unterschiedlichem Preisniveau im Programm.

Begleitkutschen

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts konnte jedermann, der es sich leisten konnte, beim Bestatter sogenannte Lohnkutschen anmieten, die den Leichenzug begleiteten.
In den Niederlanden ist es heute noch üblich repräsentative Limousinen als Begleitwagen zu benutzen, wenn eine gehobene Bestattung ist.

Begarden / Beginen

Menschen mit ähnlichen Aufgaben und Lebensformen, die sich zusammenschlossen.
Diese leisteten auch Totengräber- und Sargträgerdienste.
Die weiblichen Beginen pflegten auch Kranke, zusätzlich halfen sie bei der Leichenpflege, sie halfen beim Einsargen oder nähten die Verstorbene in Leichentücher, sorgten für die Veröffentlichung der Todesnachrichten und nahmen am Leichenzug teil. Zusätzlich leisteten sie auch Seelendienst. Sie hielten Wache am Grab, sie waren kundig in vielerlei Dingen, sodass sie oft der Ketzerei verdächtigt wurden. Als Kleidung trugen sie einen weißen Schleier und lebten in sogenannten Seelhäusern meist in der Nähe zur Kirche.

Beerdigungskuchen

Beerdigungskuchen siehe Leichenschmaus
Der Leichenschmaus galt als eine Art Trennung. Er hatte eine soziale Funktion in der Dorfgemeinschaft. Alle aus der Dorfgemeinschaft gingen gemeinsam zum Grab, um sich vom Verstorbenen zu verabschieden. Da mit dem Verstorbenen die Gemeinschaft „beschädigt“ wurde, wurde mit dem Leichenschmaus wieder die Dorfgemeinschaft als Lebensgemeinschaft zusammengefügt. Als Leichenschmaus gab es nur „trockenen“ Kuchen und für die Männer eventuell ein Bier. Das hatte den Hintergrund, dass sich die Familie des Verstorbenen aufgrund des Leichenschmauses nicht in Schulden stürzen sollte. War der Kuchen aufgegessen, sind die Bewohner des Dorfes nach Hause gegangen.
Im Wandel der Zeit entwickelte sich der Leichenschmaus von einer richtigen Mahlzeit zum Trauerkaffee. Butterkuchen sowie Streuselkuchen wurden als Beerdigungskuchen gereicht.

Bahrtuch

Andere Bezeichnungen dafür sind: Decke, Leichenlaken, Totenlaken, Trauerlaken.
Diese Tücher wurden früher oft beim Transport auf den Sarg gelegt, es waren meist schwarz gefärbte Tücher mit todesbezogenen Sprüchen und Versen, ausgeschmückt mit Vergänglichkeitssymbolen.
Heute sind diese Tücher nicht mehr in Gebrauch, obwohl es sie noch gibt.

Baha´i

Versorgung des Leichnams:
Das Waschen und Anziehen erfolgt durch die Angehörigen, Kleidung besteht aus einem oder mehreren Seiden- oder Baumwolltüchern.
Ist der Verstorbene älter als 15 Jahre, bekommt er einen Ring mit der Aufschrift:
„ Von Gott kam ich und zu ihm kehre ich zurück, losgelöst von allem außer ihm, mich klammernd an seinen Namen, der Barmherzige, der Mitleidvolle“
Besonderheit:
Der Weg zwischen dem Sterbeort und der Grabstelle muss in max. einer Stunde zurückgelegt werden können.
Gestaltung der Trauerfeier:
Das Totengebet ( bei über 15 Jährigen ) dauert allein schon 15 min. Es folgen Aus züge aus den Schriften der Religion und die Ansprache eines Baha ´i. Selten gibt es musikalische Umrahmungen. Die Angehörigen gestalten den Raum selbst.
Bestattung:
Erdbestattung ist zwingend. Der Sarg wird nicht geöffnet und besteht aus hartem Edelholz. Der Sarg steht in Richtung der Grabstätte nach Akko (Israel) Manchmal ist das Totengebet erst an der Grabstelle.