Beschreien

Es gibt im Sprachgebrauch „dass man etwas nicht beschreien sollte“.
Früher galt das Beschreien, dass man jemanden etwas anhext, so etwa auch den Tod.
Den Namen eines kleinen Kindes etwa durfte vor der Taufe nicht genannt werden.
Beschreien zählt zu den Schadenszaubern.

Beschaffenheit der Särge bei Einäscherung

In Deutschland ist es vorgeschrieben, dass eine Einäscherung immer im Sarg vollzogen werden muss (und auch wird!).
Die Beschaffenheit der Särge muss der VDI – Richtlinie „3891 – Emissionsminderung – Einäscherungsanlagen“ entsprechen.
Sie müssen aus Holz sein (Keine Metallsärge oder Einsätze aus Metall, ohne Beschläge).
Ungeeignet sind Särge aus Pappe, da sie eine zu geringe Verbrennungswärme erzeugen.
Die Innenausstattung eines Sarges sollten vor allen Naturfaser sein, das gilt auch bei der Kleidung der
Verstorbenen.

Bepflanzung von Friedhöfen

Bis in das 18. Jahrhundert waren mehr Gras und Nutzpflanzen auf dem Friedhof anzutreffen, der Ertrag dieser Pflanzen stand dem Pfarrer, Mesner oder Totengräber zu.
Der Grund wurde entweder durch eine Hecke oder eine Mauer begrenzt, um Tiere mitunter fern zu halten.
1784 erarbeitete der Mediziner Johann Friedrich Gmelin einen Plan aus für die Bepflanzung eines Friedhofes aus hygienischen Gründen.
Beispielsweise wurden dem Ort zugewandte Seite des Friedhofes hohe Bäume gepflanzt, die dem Boden Feuchtigkeit entziehen sollten und durch dessen Windbewegungen sollten die Baumkronen „die schlechte Luft“ ableiten.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese Fehler korrigiert, jetzt sollte die Verschönerung des Friedhofes im Vordergrund stehen, auch um nach Schließung eines Friedhofes eine Parkähnliche Fläche zu haben.
In der heutigen Zeit kann je nach Friedhofordnung des Friedhofes fast alles an einer Grabstätte (Familiengrab) individuell verziert werden, sei es eine Umfriedung von Buchs oder Pflanzung von kleineren Büschen und Bäumen.

Beisetzung der Aschenreste

Aschenreste können in der Aschenkapsel oder umschließend in einer Überurne (Schmuckurne) beigesetz werden.
Ausnahmen sind Seebestattungen / Naturbestattungen etc. da gelten besondere Regeln für die Umwelt. Meist kommt es zu Umfüllungen in speziell angebotenen Aschegefäßen, die schneller vergänglich sind und die Umwelt nicht belasten.
In besonderen Fällen kommt es sogar zur Beisetzung ohne jegliches Behältnisses.
(Streuwiese, Asche in den Wind verstreuen…)

Beinhaus Hallstadt / Österreich

Im weltberühmten Hallstätter Beinhaus befinden sich rund 1200 Totenschädel von Verstorbenen. Die meisten davon sind beschriftet und mit kunstvollen Ornamenten verziert.
Im Hallstätter Beinhaus, auch Karner oder Ossuarium (von caro = Fleisch, os = Knochen) befinden sich rund 1200 Schädel von Verstorbenen vom Friedhof in Hallstatt. An die 700 Schädel sind bemalt.
Der Brauch der Schädelmalereibegann hier um das Jahr 1720, es werden jedoch seit Beginn des 17. Jahrhunderts Totenköpfe im Beinhaus als eine Art zweiter Bestattung aufbewahrt. Entstanden ist das Ganze vermutlich nicht – wie lange Zeit angenommen – aus dem akuten Platzmangel am Friedhof, sondern aus der Tradition einzelner Familien heraus. So wurde nie allgemein exhumiert.
Der Verstorbene bleibt meist 10-20 Jahre im Grab, bis der Schädel aus der Erde genommen wird, danach vom Totengräber gereinigt wird, und anschließend zum Bleichen in Sonne und Mond im Freien aufgestellt wird. Die Bemalung erfolgt nach Gutdünken des Malers, es sind jedoch verschiedene Bemalungen in bestimmten Zeitspannen bemerkbar.
Heute werden nur noch vereinzelt Schädel im Beinhaus beigesetzt, auf besonderen Wunsch ist es jedoch nach wie vor möglich. Dies gilt für katholische ebenso wie für evangelische Christen, es werden auch beide Konfessionen auf dem gleichen Friedhof bestattet. Sicherlich ein positiver Beitrag zur Ökumene.

Quelle

Beinhaus

Hier wurden die verbliebenen Gebeine das 2. Mal bestattet, um eine Neubelegung des Grabes durchführen zu können. Die Ruhefristen einer solchen Grabstelle waren früher viel kürzer als heute.
Im Beinhaus wurden meist Oberschenkelknochen und Schädel aufbewahrt, meist kunstvoll geschichtet. Mancherorts wurden die Schädel mit Namen und Lebensdaten gekennzeichnet, auch mit Blumenmotiven bemalt.
In Kärnten gibt es besonders charakteristisch die Rundkarner, auch in der Steiermark sowie der Oberpfalz.
In Tirol sowie in der Schweiz waren die Beinhäuser doppelgeschossig mit rechteckigem Grund.

Beileid

Kondolieren war zunächst in Städten eine Sitte, um Ersatz für den Wegfall von Verpflichtungen gegenüber den Nachbarn zu haben.
Die Nachbarn nahmen nicht selbst die Beileidsbekundungen in Empfang, sondern ein dazu bestimmter Mann (Leichenvater) nahm sie entgegen.
Seit dem 18. Jahrhundert drückte man in Form von Trauerbriefen das Beileid aus.
Heute gibt es natürlich die Trauerkarten in jeglicher Form, persönlich wird meist am Grab nach der Beisetzung kondoliert.

Begräbniszeiten

Bis zum 19. Jahrhundert hatten die unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft unterschiedliche Bestattungszeiten, die regional variierten.
Heute sind Bestattungen von Montag – Samstag von Friedhof zu Friedhof verschieden, wobei die kirchlichen Friedhöfe meist nur von Montag bis Freitag beisetzen.

Begräbnisreform

Zu den Maßnahmen gehörten die Errichtung von Leichenhäusern, um Scheintote zu verhindern genauso wie die hygienischen Zustände zu verbessern. (um 1794)
Es wurde angeordnet, die Verstorbenen innerhalb von 48 Stunden beizusetzen.
Reihengräber lösten die Massengräber ab.

Begräbnisrecht

Das Recht, Bestattungen durchzuführen, ist auf gewisse Personenkreise (Privatfriedhöfe) oder Institutionen beschränkt. Früher hatte die Kirche das Monopol, später konnten auch Landesherren bzw. Grundbesitzer sich eigene Grüfte bauen. Dort konnten Menschen ihres Standes beigesetzt werden.
Heute ist es so, dass in der Mehrheit die Kirchen noch das Recht haben beizusetzen, aber es gibt auch immer mehr private Friedhöfe oder Kommunale Friedhöfe.