Bestattungspflicht in Deutschland

Aus Gründen der Gefahrenabwehr besteht die Bestattungspflicht für Leichen und es besteht auch Beisetzungszwang für Aschereste.
In Ausnahmefällen sind private Bestattungsplätze genehmigungsfähig.
Personen, die ihre Körper nach ihrem Tod einen anatomischen Institut spendeten gilt eine aufgeschobene Bestattungspflicht.
Problematisch sind Plastinationen von Verstorbenen, da keine anschließende Bestattung stattfindet.

Bestattungskosten bei Verfolgten

Ist der Tod ursächlich auf eine Verfolgung zurückzuführen, gibt es Zuschüsse.
Anträge sind bei der Wiedergutmachungsstelle des jeweiligen Versorgungsamtes zu stellen.

Bestattungskosten aus der Sozialhilfe

Wenn weder dem Erben noch dem vertraglich Verpflichteten oder dem Unterhaltsverpflichteten des Verstorbenen die Kosten einer Bestattung zuzumuten ist, übernimmt das Sozialamt des Sterbeortes des Verstorbenen einen Zuschuss.
Übernommen werden meist:

  • Grabstellenkosten (meist anonyme Gräber)
  • Rednerhonorar
  • Krankenhausgebühren / Gebühren für Urkunden / Einäscherungsgebühren…

Es wird trotz eingeschränkter Zuzahlungen um eine würdige Beisetzung gebeten.

Bestattungskosten

Die Endsumme einer Bestattung kann mehrere Teile beinhalten

  • Friedhof (Grabstelle, Öffnen / Schließen der Grabstelle, Trauerhallenbenutzung…)
  • Bestatter (Sarg, Urne, Behördengänge)
  • Florist (Blumengebinde, Urnen / Sargschmuck, Nachstreu…)
  • Steinmetz (Grabstein, Einfassungen…)
  • Anzeigen (Tageszeitung, Trauerdrucksachen)
  • Gebühren, Auslagen (Arztgebühr für Ausstellung Totenschein, Sterbeurkunden…)

Bestattungskleid

Auch Talar genannt und wird einem Verstorbenen angezogen.
Dies kann eigene Kleidung des Verstorbenen sein, oder ein Talar des ausführenden Bestatters.
Ein Talar ist so gefertigt, dass ein problemloses Ankleiden möglich ist. Man stülpt dem Verstorbenen das Hemd links und rechts über die Arme und verschließt es locker unter dem Körper. (ähnlich einem Krankenhaushemd)
Gebräuchliche Textilien sind Baumwolle und Viskose, wobei Knöpfe, Spitzen und Bänder aus anderen Materialien sein dürfen.

Bestattungsfrist

Die Bestattungsfrist ist der zeitliche Rahmen zwischen eintretenden Tod und der abgeschlossenen Beisetzung des Verstorbenen.
In dieser Zeit führt der Arzt die Leichenschau durch (um Scheintote zu verhindern) und füllt die entsprechenden Papiere dafür aus.
In den einzelnen Bundesländern kann es zu optischen Unterschieden dieser Papiere kommen, inhaltlich ist alles gleich.
Die Bestattungsfrist liegt z. B. in Sachsen für Urnenbeisetzungen ein halbes Jahr und für Erdbestattungen ca. 7 Werktage. Eine Frist kann durch Erlaubnis des Gesundheitsamtes verlängert werden, aber nur unter der Voraussetzung, dass keine ansteckende Infektionskrankheit beim Verstorbenen vorlag.

Bestattung von Muslime

Eigentlich benötigen sie separate Friedhöfe und Räume für ihre rituellen Handlungen.
In Deutschland gibt es nur in einigen großen Städten Friedhöfe, wo man diese Beisetzungen durchführen kann.
Die muslimische Glaubensform gibt z.B vor in Tüchern beigesetzt zu werden, statt im Sarg.
Das dt. Bestattungsgesetzt wurde wegen diesen Problemen deshalb geändert.
Es kam zu Lockerungen in dieser Hinsicht.
Der Sargzwang wurde 1998 in Hamburg für muslimische Beisetzungen aufgehoben, 2003 in Nordrhein – Westfalen.

Bestattung im Judentum

Keine Bestattung funktioniert ohne Rabbiner bzw. ohne Hilfestellungen der jüdischen Gemeinde.
Nach Eintritt des Todes darf der Verstorbene nicht allein gelassen werden. Es wird eine Totenwache gehalten, man liest und hört Psalme. Nach einer rituellen Waschung schließt sich eine Ankleidung von schlichten Totenhemden und eine Einsargung in einen schlichten Sarg an. Verstirbt ein männlicher Verstorbener so wird er mit seinem Gebetsschal eingebettet, nachdem die Fransen des Schals abgeschnitten wurden.
In Israel erfolgt die Bestattung ziemlich zeitnah des Todes, aufgrund der klimatischen Bedingungen erfolgt die dortige Zeremonie/ Bestattung ohne Sarg.
Juden meiden Luxus bei Bestattungen, meistens produziert ein Schreiner einen einfachen aus Weichholz gefertigten Sarg, der in Deutschland noch notwendig ist. (außer auf einigen Friedhöfen Dt.)
Ohne Kränze und Blumen wird die Beisetzung meist als Erdbestattung durchgeführt, als Symbol von aller Menschen Gleichheit im Tod.
Im modernen Judentum kommt es aber auch zu Einäscherungen bei denjenigen, die eine körperliche Auferstehung grundsätzlich ablehnen. Man geht mit der Vorstellung einher, dass die Seele vom Leib getrennt wird. Die ewige Seele muss gepflegt werden, der Leib respektiert. Aber auch bei Einäscherungen, wird die Urne im Sarg beigesetzt.
Jüdische Gemeinden haben das Recht, eigene Friedhöfe zu unterhalten, für Juden das sogenannte „Haus der Ewigkeit“. Ewig bleiben auch die Grabstellen bestehen, schlicht, nur mit Grabsteinen, manchmal Efeu umwachsend. Es existiert keine Pflege der Gräber, die Pflege überlässt man der Natur.
Hinterbliebene Besucher der Grabstellen, bringen meist nur Steine mit zum Grab, keine Blumen, sie sollen an die Wüste erinnern, wo Grabstellen mit einer Anhäufung von Steinen geschützt werden sollten.
Männliche Besucher haben immer eine Kopfbedeckung zu tragen.
Versorgung des Leichnams:
Chewra Kadischa ( jüdische Beerdigungsbruderschaft ) versorgen den Verstorbenen. Meist in separaten Räumen werden Hose, Überhemd mit Gürtel (ohne Knoten zu machen ) angezogen. Auf den Kopf kommt eine Haube. Alles ist in weiß.
Gestaltung der Trauerfeier:
Schlichte Ausstattung des Raumes, Kerzen und Pflanzen sind möglich, es gibt keinen Altar, nur ein Pult. Die Angehörigen sitzen im Raum vorn, die Trauergemeinde weiter hinten.
Der Sarg ist immer geschlossen, zeigt mit den Füßen Richtung Tür. Ein Redner wird von der Gemeinschaft gestellt, musikalische Umrahmung ist möglich, aber unüblich.
Bestattung:
Nur Erdbestattung für Gläubige. Die Sargträger stellt wiederum die Gemeinde. Der Sarg wird im Beisein der Angehörige ins Grab gesenkt. Die Richtungen der Gräber sind alle in südöstlicher Richtung ( Richtung Jerusalem ) angelegt. Der Sarg besteht aus unbehandeltem Holz ( so gering als möglich behandelt) und hat Schlaufen als Griffe, die aus einfach gefertigten Tauen bestehen.

Bestatterkoffer

Bestatterkoffer
Der Bestatterkoffer dient als Hilfsmittel zur Grundversorgung des Leichnams.
So könnte am Beispiel des Inhaltes eines Bestatterkoffers von der Firma LAVABIS ein Bestatterkoffer bestückt sein.

Inhalt LAVABIS Bestatterkoffer:

Bestatter

Das Wort Bestatter leitete sich vom Wort „Bestätter“ oder „Güterbestätter“ ab. Eine ältere Bezeichnung war auch Leichenbesorger, in Wien nannte man die Menschen Pompfunebrer.
Der Bestatter von heute bietet seine Dienstleistungen rund um die Bestattung an.
Waren früher Pferdekutschen als Fahrzeug unterwegs, so werden die Verstorbenen in sämtlichen Luxuslimousinen abgeholt.
Der Bestatterberuf ist seit einigen Jahren auch in Deutschland offiziell ein Ausbildungsberuf.