Islam

Im Grunde ist der Islam mit dem Christentum und Judentum verwandt, dort gibt es auch den Glauben an einen einzigen Gott. Mohammed, geboren um 570 in Mekka, gilt als der Prophet.
Das heilige Buch ist der Koran. Der Islam hat viele auch kontrovers denkende Glaubensgemeinschaften. Es gibt Schiiten und Sunniten.
Die Sunniten gliedern sich wiederum in Chafiten, Hanbaliten, Malikiten und die Hannafiten.
Aufgrund dieser Splitterungen gibt es in Deutschland keine anerkannte Glaubensgemeinschaft im Sinne einer Körperschaft öffentlichen Rechtes. Daher können diese Glaubensgemeinschaft keine eigenen Friedhöfe betreiben.
Es gibt bei ihnen kein einheitliches Lehrgebäude und im Umgang mit ihren Toten sind unterschiedliche Riten üblich.
Der Glaube besagt, dass Gott ihnen allen alles vorherbestimmt, z. B, das Leben und den Zeitpunkt ihres Todes, die Entscheidung über Erlösung oder Verdammnis ist vorweggenommen. Dennoch ist der Mensch für sein Tun und Handeln voll verantwortlich. Der Mensch kann im diesseitigen Leben sein seliges Leben im jenseits vorbereiten. Tod bedeutet Übergang in ein nächstes Leben. Die Feuerbestattung ist bis heute in diesem Glauben nicht zulässig. Muslime dürfen nicht unter Ungläubige gestattet werden, sie haben also meistens eigene islamische Abteilungen auf den Friedhöfen. Konflikte können entstehen, wenn muslimische Reihengräber in Dt. eingeebnet werden müssen / sollen. Deshalb entscheiden sich auch heute noch viele Muslime, ihre Verstorbenen in die Heimat überführen zu lassen.
Hier einige Bestattungsrituale:

  • Der Tote wird auf die rechte Seite gelegt, sodass sein Gesicht Qibla ( Gebetsrichtung nach Mekka ) zugewandt ist
  • Nur gleichgeschlechtliche Angehörige dürfen den Verstorbenen waschen, salben und anschließend in ein Tuch hüllen ( in Gegenwart eines muslimischen Geistlichen ) zu benutzen sind frische weiße Baumwolltücher oder Leinentücher, die Füße bleiben unverhüllt
  • Das Totengebet wird gesprochen
  • Im Grab wird die Orientierung nach Mekka eingehalten
  • Schließung der Grabstelle durch Angehörige

Besonderheit:
In Deutschland gibt es eine Bestattungspflicht mit Sarg. Nur ausgewählte Friedhöfe mir Ausnahmeregelungen dürfen im Leichentuch ihre Angehörigen bestatten. Auch gilt diese Ausnahmeregelung beim Verschließen der Grabstelle. Meist tun dies die Bestatter oder Friedhofsverwaltungen im Auftrag der Gemeinden.
Seit dem 1.4.2014 gilt das neue Bestattungsgesetz in Baden- Württemberg, es sind künftig Begräbnisse nach den Riten Andersgläubiger möglich. Es können also die Verstorbenen in Tüchern erdbestattet werden. (Ausnahme siehe Infektionsschutzgesetz)
Gestaltung der Trauerfeier:
Die Trauerfeier, wenn gewünscht, findet in einer Moschee oder einem Raum ohne christliche Symbole statt. Die Gestaltung des Raumes obliegt nur der Gemeinde. Blumen sind nicht üblich. Der Vorbeter fragt während der Feier die Gemeinde nach „Restschulden“ des Verstorbenen. Gebete folgen.
Bestattung:
Es gibt keine musikalische Umrahmung der Trauerfeier. Die Erdbestattung findet in einem schlichten Holzsarg statt, ohne Schrauben. Beigesetzt wird in Richtung Mekka. (Südosten) Der Sarg wird nur von muslimischen Männern getragen. Ein Mullah (schiitischer Geistlicher ) oder ein Imam ( Vorbeter einer Moschee ) tragen Verse aus dem Koran vor.
Tendenziell nehmen Rücküberführungen in die Heimat ab, da Deutschland immer mehr Gebiete für solche Traditionen den Hinterbliebenen einräumt.

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