Bestattung im Judentum

Keine Bestattung funktioniert ohne Rabbiner bzw. ohne Hilfestellungen der jüdischen Gemeinde.
Nach Eintritt des Todes darf der Verstorbene nicht allein gelassen werden. Es wird eine Totenwache gehalten, man liest und hört Psalme. Nach einer rituellen Waschung schließt sich eine Ankleidung von schlichten Totenhemden und eine Einsargung in einen schlichten Sarg an. Verstirbt ein männlicher Verstorbener so wird er mit seinem Gebetsschal eingebettet, nachdem die Fransen des Schals abgeschnitten wurden.
In Israel erfolgt die Bestattung ziemlich zeitnah des Todes, aufgrund der klimatischen Bedingungen erfolgt die dortige Zeremonie/ Bestattung ohne Sarg.
Juden meiden Luxus bei Bestattungen, meistens produziert ein Schreiner einen einfachen aus Weichholz gefertigten Sarg, der in Deutschland noch notwendig ist. (außer auf einigen Friedhöfen Dt.)
Ohne Kränze und Blumen wird die Beisetzung meist als Erdbestattung durchgeführt, als Symbol von aller Menschen Gleichheit im Tod.
Im modernen Judentum kommt es aber auch zu Einäscherungen bei denjenigen, die eine körperliche Auferstehung grundsätzlich ablehnen. Man geht mit der Vorstellung einher, dass die Seele vom Leib getrennt wird. Die ewige Seele muss gepflegt werden, der Leib respektiert. Aber auch bei Einäscherungen, wird die Urne im Sarg beigesetzt.
Jüdische Gemeinden haben das Recht, eigene Friedhöfe zu unterhalten, für Juden das sogenannte „Haus der Ewigkeit“. Ewig bleiben auch die Grabstellen bestehen, schlicht, nur mit Grabsteinen, manchmal Efeu umwachsend. Es existiert keine Pflege der Gräber, die Pflege überlässt man der Natur.
Hinterbliebene Besucher der Grabstellen, bringen meist nur Steine mit zum Grab, keine Blumen, sie sollen an die Wüste erinnern, wo Grabstellen mit einer Anhäufung von Steinen geschützt werden sollten.
Männliche Besucher haben immer eine Kopfbedeckung zu tragen.
Versorgung des Leichnams:
Chewra Kadischa ( jüdische Beerdigungsbruderschaft ) versorgen den Verstorbenen. Meist in separaten Räumen werden Hose, Überhemd mit Gürtel (ohne Knoten zu machen ) angezogen. Auf den Kopf kommt eine Haube. Alles ist in weiß.
Gestaltung der Trauerfeier:
Schlichte Ausstattung des Raumes, Kerzen und Pflanzen sind möglich, es gibt keinen Altar, nur ein Pult. Die Angehörigen sitzen im Raum vorn, die Trauergemeinde weiter hinten.
Der Sarg ist immer geschlossen, zeigt mit den Füßen Richtung Tür. Ein Redner wird von der Gemeinschaft gestellt, musikalische Umrahmung ist möglich, aber unüblich.
Bestattung:
Nur Erdbestattung für Gläubige. Die Sargträger stellt wiederum die Gemeinde. Der Sarg wird im Beisein der Angehörige ins Grab gesenkt. Die Richtungen der Gräber sind alle in südöstlicher Richtung ( Richtung Jerusalem ) angelegt. Der Sarg besteht aus unbehandeltem Holz ( so gering als möglich behandelt) und hat Schlaufen als Griffe, die aus einfach gefertigten Tauen bestehen.

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