Beinhaus Hallstadt / Österreich

Im weltberühmten Hallstätter Beinhaus befinden sich rund 1200 Totenschädel von Verstorbenen. Die meisten davon sind beschriftet und mit kunstvollen Ornamenten verziert.
Im Hallstätter Beinhaus, auch Karner oder Ossuarium (von caro = Fleisch, os = Knochen) befinden sich rund 1200 Schädel von Verstorbenen vom Friedhof in Hallstatt. An die 700 Schädel sind bemalt.
Der Brauch der Schädelmalereibegann hier um das Jahr 1720, es werden jedoch seit Beginn des 17. Jahrhunderts Totenköpfe im Beinhaus als eine Art zweiter Bestattung aufbewahrt. Entstanden ist das Ganze vermutlich nicht – wie lange Zeit angenommen – aus dem akuten Platzmangel am Friedhof, sondern aus der Tradition einzelner Familien heraus. So wurde nie allgemein exhumiert.
Der Verstorbene bleibt meist 10-20 Jahre im Grab, bis der Schädel aus der Erde genommen wird, danach vom Totengräber gereinigt wird, und anschließend zum Bleichen in Sonne und Mond im Freien aufgestellt wird. Die Bemalung erfolgt nach Gutdünken des Malers, es sind jedoch verschiedene Bemalungen in bestimmten Zeitspannen bemerkbar.
Heute werden nur noch vereinzelt Schädel im Beinhaus beigesetzt, auf besonderen Wunsch ist es jedoch nach wie vor möglich. Dies gilt für katholische ebenso wie für evangelische Christen, es werden auch beide Konfessionen auf dem gleichen Friedhof bestattet. Sicherlich ein positiver Beitrag zur Ökumene.

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