Beerdigungskuchen siehe Leichenschmaus
Der Leichenschmaus galt als eine Art Trennung. Er hatte eine soziale Funktion in der Dorfgemeinschaft. Alle aus der Dorfgemeinschaft gingen gemeinsam zum Grab, um sich vom Verstorbenen zu verabschieden. Da mit dem Verstorbenen die Gemeinschaft „beschädigt“ wurde, wurde mit dem Leichenschmaus wieder die Dorfgemeinschaft als Lebensgemeinschaft zusammengefügt. Als Leichenschmaus gab es nur „trockenen“ Kuchen und für die Männer eventuell ein Bier. Das hatte den Hintergrund, dass sich die Familie des Verstorbenen aufgrund des Leichenschmauses nicht in Schulden stürzen sollte. War der Kuchen aufgegessen, sind die Bewohner des Dorfes nach Hause gegangen.
Im Wandel der Zeit entwickelte sich der Leichenschmaus von einer richtigen Mahlzeit zum Trauerkaffee. Butterkuchen sowie Streuselkuchen wurden als Beerdigungskuchen gereicht.